Stilstand

If your memory serves you well ...

Zum 80. …

“I walked into a hospital
where none was sick
and none was well
when at night the nurses left
I could not walk at all …”

Tscha – das Wunder zweier Akkorde: a-F/a-F/a-F/a-[hammered]a. Wenn du damals etwas von LC auf der Gitarre zupfen konntest, kriegtest du jede Frau rum. Naja, fast jede … besonders effektiv war – nein, jetzt nicht ‘Suzanne’ – sondern das hier. Wer’s am lebenden Objekt ausprobieren will: A-h-D-A/A-h-D-c#/f#-c#-D-A/h-G-h-AG usw.:

“I showed my heart to a doctor
He said that I’d just have to quit.
He wrote himself a prescription
Your name was mentioned in it.
Then he locked himself
In a library shelf
With the details of our honeymoon.
And I hear from the nurse
That he’s gotten much worse
And his practice is all in a ruin …”

23 Kommentare

  1. ach du scheiße, der sieht in der tube ja aus wie maffay, oder doch jürgens? frauen, die auf poser stehen…

    das wird man doch wohl noch sagen dürfen.

  2. ich will ja nicht unromantisch erscheinen, aber du bist da glaube ich hinter der zeit, heute klingt das so – aus dem mund einer frau:

    “can i take home
    can i take home
    we can go
    anywhere you wanna go …”

    angus & julia stone “grizzly bear”

    ach ja: bei mir lief dann immer die erste von third world und die erste von bunny wailer, die haben auch ganz gut funktioniert 😉

  3. can i take you home, ‘türlich, zu schnell gecopied & gepasted

  4. Gibt’s nicht in “Sonnenallee” ne Szene, in der im Hintergrund Cohen läuft, mit Tropfkerzen, billigem Wein und so? ‘türlich hab ich Platten von ihm, aber irgendwie… “First We Take Manhattan” mit Jennifer Warnes und Vaughan-Solo ist natürlich genial. “Poser” ist wahrscheinlich das richtige Stichwort. Dieses vergeistigte Getue hat mich – bei allem Respekt – glaub schon immer gestört.
    Entdecke gerade Bo Ramsey für mich, den ich kannte ohne es zu realisieren: Co-Produzent von “Essence”, Gitarre auf “Car Wheels…” … Auf iTunes gibt’s inzwischen zwei Songs vom neuen Lucinda Williams-Album (Tony Joe White on board)… Mir letztlich lieber. Aber jeder muss sich halt seine Gänsehaut holen, wo er sie kriegen kann, nech?

  5. @ hardy: Das war diese Mischung aus symbolischer Sprache, vergeblicher Liebe und skurriler Existenz, die er heraufbeschwor, welche an den Frauenherzen klingelte. Glaube ich zumindest. Ein gewaltiger Wortschmied in jener Zeit des Aufbruchs war er ja (dein Beispiel ist dagegen literarisch Tinnef). Vielleicht gleichrangig mit Jim Morrison, aber natürlich immer noch weit hinter Dylan zurück.

    @ groovex: Du hättest mich damals mal mit extra langen Haaren, dazu lila Barett (von meiner Oma) und Vadderns langem U-Boot-Ledermantel sehen sollen. An den Füßen Mokassins – was sonst? 😉

  6. [..] dein Beispiel ist dagegen literarisch Tinnef

    aber ja doch, nur: so ist sie halt, die – wie mir meine älteste eben am tisch erklärte – “50 shades” gestählt und die dinge erreichen eine leichtigkeit, die mir – wenn ich ehrlich bin – dann doch “zu meiner zeit” stark gefehlt hat, als frauen noch in einen norwegerpullover gegürtet zu erobernde burgen darstellten.

    so sehr ich cohen schätze (über das posenhafte habe ich mir nie groß gedanken gemacht und weigere mich auch jetzt, das zu tun), ist er doch im grunde ausdruck unserer be/ver-klemmtheit, die die einfachsten dinge in höchst komplexe worte kleiden musste. da mag ich die leichtigkeit des grizzley, dieses entgegenkommen, dieses versprechen der erfüllung gemeinsamer wünsche doch sehr viel mehr.

    cohen hat da ein bißchen was von dem troubadour, der an der burg anlandet, die schönheit der dame besingt und dann doch die mägde beglückt, weil die herrin des hauses in unerreichbarer ferne ist.

    nun ja, du hast aber recht: geblieben sind uns die gesänge, das wohlformulierte, das uns männer zivilisierende … das glückliche seufzen der mägde ist dem vergessen anheim gegeben 😉

  7. … args …

    ““50 shades” gestählte jugend …”

  8. Praise the Cohen and sing Hallelujah…

    http://www.youtube.com/watch?v=YrLk4vdY28Q

  9. @questionmark

    du weisst, daß es ein buch gibt, daß die geschichte dieses im grunde bis zu toy story vergessenen songs erzählt, wer ihn wann und warum gecovert hat und wie er zu sehr sehr spätem ruhm kam?

    @klaus

    wieder 7 stunden mit der angenehmsten und (vor allem!) entzückendsten person auf dem planeten im denkbar leisesten und zartesten ton ins gespräch versunken, dazu cohen von anfang bis 1988 gehört.

    ich glaube, wenn ich es auf mehr abgesehen hätte, hätte ich besser third world aufgelegt. frau wang wird mich allerdings wohl in jahren, wenn ich schon asche bin, eher mit simon & garfunkel assoziieren, “sounds of silence” …

    zu cohen: ich befürchte, daß frauen sich auf der basis des charmes der texte geöffnet hätten, ist fama – es ist eher die wohlkingende stimme, die sie stimulierte 😉

    jetzt muss ich mir aber dringend was kräftigeres auflegen, am besten die neue camera

  10. @ hardy: So weit es mich betrifft, riss meine Stimme nie Bäume aus, ich knödle eher zwischen Bass und Bariton herum. Andererseits hatten viele große Songwriter – Cash, Tony Joe White, Cohen, Junior Kimbrough, Steve Earle, Lee Hazlewood usw. – kaum eine einzige Oktave auf den Stimmbändern, aber was sie mit ihren begrenzten Mitteln anstellten, das war beachtlich. Das Volk will aber seine glitzernden ‘Stimmwunder’ – Helene Fischer, Frank Sinatra oder Mariah Carey.

    Widerspruch bei der überholten ‘Verklemmtheit’, die zur Komplexität führe: Kafka? Doderer? Benn? – Stelle dir die mal ohne ihre ‘komplexe Sprache’ vor. Auch für die heutige Generation wäre das Dasein nach wie vor unverständlich und rätselhaft, sie trauen sich nur nicht mehr in die Tiefe hinein. Im existentiellen Kern ist heutzutage nichts besser geworden, sie schütteln solche Gedanken nur ab. Zutiefst defizitär also, ‘terribles simplificateurs’ … sie machen es sich einfach, und wundern sich, wenn nichts Bleibendes entsteht.

  11. ja ja klaus, und dann ins bandoneon gehen, und das einzige , was man bekommen hat, waren besoffene streitereien über trotzkis wahre intention.

  12. Trotzkismus? Das klang für mich immer nach einem Unding – nach dem Versuch, eine ‘wahrhaft revolutionäre Bürokratie’ zu schaffen. Eher wird ein Wolf Vegetarier, als dass Beamte an ihren Pensionen sägen. 😉

  13. @klaus

    [..] ich knödle eher zwischen Bass und Bariton

    meine versuche beschränkten sich auf eine kleine “band” im kloster, röhrenradios als verstärker und “railroad” von status quo (die damals toll waren) und “locomotive breath” als programm. ansonsten findet man mich nur als textautor autor von solchen stücken wie “gib mir deine hitze” oder “wilde kerls” bei discogs 😉

    [..] be/verklemmung

    wie gesagt, ich verstehe das mit den troubadouren durchaus wohl und bin froh, daß mir die beklemmheit des einen oder anderen autoren dinge geschenkt hat, die mich bis heute begleiten.

    aaaaaber …

    es war halt schon ein ziemlicher frust, wenn man, wie ich those days, aus der eher disco-szene kam, wo sich 15jährige durch ganze ringrmannschaften (wir waren damals bundeslaga-spitze, die lacour brüder, ich selbst kann griechisch-römisch) vögelten, in die hippiehardcore scene stieß und die frauen eben besagte pullover trugen und ihre eigene verklemmtheit hinter simone de bouvoir geschickt kaschierten. von sexueller befreiung keine spur und selbst die aufführung von “deep throat” im juso-kintopp ht daran nicht viel geändert.

    aber (lieber grooveX) immerhin hatte das jinterwäldlerische treiben den vorteil, daß nicht marx & co diskutiert wurden, bei uns ging es mehr um timothy leary, albert hoffmann und ra wilson, schön von grateful dead shows unterlegt und von dicken marihuana schwaden umnebelt 😉

    dafür kann ich aber erzählen, daß im hinterwald die DKP mit 7% im stadtrat saß, weil die stadt so blöd war, uns das selbstverwaltete JUZ dichtzumachen (angeblich, weil da zu viel gekifft wurde … nie nicht … wir haben immer draussen auf der wiese geraucht …)

    die verlinkte post demonstriert, daß ich schon damals heftigst nicht nur gegen intolerante bürgermeister sondern und vor allem gegen norwegerpullover demonstrierte 😉

  14. A propos “große Songwriter”, das hier könnte dem einen oder anderen eventuell gefallen: http://www.npr.org/2014/09/21/348713419/first-listen-lucinda-williams-down-where-the-spirit-meets-the-bone

  15. markazero

    du bist ja so schlimm in lucinda vernarrt wie ich in catherine deneuve …

    aber schön ist es doch, was sie macht 😉

  16. Oops, ausführliche Antwort formuliert, aber übrig bleibt “Schlimmer”… Das prangere ich an!

  17. @markazero

    [..] schlimmer

    kann ja gar nicht! schon mal “begierde” geguckt? bowie & catherine unter der dusche??? das soll “deine” lucinda erst ma’ machen 😉

    ach ja, back to topics: gerade läuft noch die letzte viertel stunde von einem cohen konzert auf mdr figaro, mein dradio-recorder hat’s aufgezeichnet, vielleicht liegt’s ja nachher in deren mediathek …

  18. Klar kann! Wer über achtzig Lu-Beteiligungen an anderen Alben zusammensammelt, der muss doch einen an der Waffel haben

  19. Den Film sollte ich mir wohl mal anschauen. Mir fielen allerdings auch einige Songs ein, bei denen es ganz schön knistert 🙂

  20. @ markazero: ‘Schlimmer’? Bei mir liegt hier nichts in der Ablage P …

  21. Liegt vermutlich daran, dass ich ein Emoji reingesetzt hatte. Demnächst gibt’s was für die Ablage LW, Post ist auf dem Weg. Wie gesagt, über 80…

  22. markazero

    vielelicht solltest du mal auf meiner radio-seite “feedback” (links unten) geben, damit ihr dir ein paar wirklich schockierende texte zukommen lassen kann. 😉

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