If your memory serves you well ...

Wir war’n das gar nicht!

Leader of the terrorist ‘DNR’: In Minsk, we have signed, but not promised anything and just ‘watched’.”

Und daher dürfen wir jetzt wohl auch wie blöd wieder rumballern. Rechtsauffassung al gusto. Was ist schon ‘ne Unterschrift? Zwei Zeilen später dann:

“At his press conference, the terrorists have recognized that traveled to Minsk and all signed “only out of respect for Putin.”

Ach so, nur deshalb, weil dort so’n netter Onkel am Tisch saß? Lustig ist das Banditenle-heben, faria, faria ho! Haben sie nun unterschrieben, oder haben sie nicht? Motto: Herr Richter, den Ehevertrag habe ich doch nur aus Respekt vor meiner Frau unterschrieben. Das ich mich dran halten muss, hat mir niemand gesagt … und außerdem haben wir doch längst wieder ‘humanitäre Hilfe’ bekommen, die so schön Bumm-Bumm macht. Es wäre doch schade, wenn die verkommen müsste.

“The representatives of the self-proclaimed Donetsk and Luhansk ‘people’s republics’ participated in the negotiations in Minsk as observers, ‘DNR Supreme Council Speaker’ Boris Litvinov said. … According to Litvinov, the ‘Prime Ministers’ of DNR and LNR Aleksandr Zakharchenko and Igor Plotnitskiy “were not direct participants in the tripartite meeting.” “They were witnesses of this thing, I construe it this way,” he explained.

Und deswegen wischen wir uns jetzt mit diesem Vertrag den A…h ab … während all unsere ‘Mainstream-Journalisten’ – um auch einmal dies Wort zu benutzen – mal wieder bäuchlings auf Putins ‘Friedenspläne’ reingefallen sind. Der hat nämlich gar keine.

Vereinzelt finden sich in dem endlosen Troll-Gemöhre der Medien-Threads auch noch ganz raisonnable Einsichten – quasi in Form eines Fakten-Checks. Allerdings hilft so etwas solchen Hirnen auch nicht zurück ins Gleis:

“Ich gehe davon aus, dass man hier als Glückskind, also als Mensch, der in Europa geboren wurde, einiges an Bildung erhalten hat. Desto verwunderlicher, dass der Bruch von vier Grundlagenverträgen dem Applaus für Russland keinen Abbruch tut:
1.KSZE-Schlussakte 1975
2.Charta von Paris 1990
3. Budapester Memorandum 1994
4. Nato-Russland-Grundakte 1997
Alle vier von Russland gebrochen. Wie, meine Damen und Herren, stellen Sie sich vor, dass Politik funktioniert?
1. Nach dem Recht des Stärkeren?
2. Nach “es war einmal und man muss dahin zurück”?
3. Nach ihrem “Geschmack”?
4. Nach “rassischen” Gesichtspunkten?
Sie halten Verträge für überholt? Dann schreiben Sie doch, was denn die beste weitschauende Variante wäre.”

Als höflicher Mensch hat er diese Troll-Horde sogar ‘meine Damen und Herren’ genannt. Man kann’s auch übertreiben … eins scheint inzwischen jedenfalls klar:

„Es ist besser in Lwiw als Kellner zu arbeiten, als in Donezk als Professor“, sagt ein Freund von mir und ich stimme ihm zu.’

2 Kommentare

  1. piet

    Nach dem sicherlich sieg- u. glorreichen Krieg wird man den Donbass ukrainisieren (müssen), der minderwertige, russische Pleb muß dann halt weg. Immer wieder schön zu sehen, was du hier an Herrenmenschprosa verlinkst.

  2. sol1

    …wird man den Donbass ukrainisieren (müssen)…

    Man wird ihn entstalinifizieren müssen:

    When Russian ultranationalists such as Aleksandr Dugin declare that Donbas is a forefront of “russkiy mir”, they are actually right. A patrimony of ousted President Viktor Yanukovych, Donbas suffered the most from his inefficient and corrupt rule, but many people living in Donbas have mastered the way of living in this condition and were afraid of any modernizing changes that the Euromaidan revolutionary movement vociferously demanded. The reason why the pro-Russian separatism was initially relatively successful in Donbas – leaving aside the actual Russian leadership in the separatist movement – and not in any other region of Ukraine is not the imaginary threat to the Russian language or any particular pro-Russian sentiment as such. It is the patriarchal, authoritarian culture that ascertained that people’s survival was only possible in a highly hierarchical structure. Many people in Donbas either got used to this structure or invested a lot of energy in learning how to survive or even succeed in it. Moreover, they held to this patriarchal framework as they did not know – or were never offered – any other approach to organizing their lives. In post-industrial societies these people would be called “losers of modernization”, but since genuine modernization is yet to start in Ukraine, they can be called “cravens of modernization”.

    http://anton-shekhovtsov.blogspot.de/2014/08/the-russian-world-will-destroy-russia.html

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