If your memory serves you well ...

Warlordistan

Es ist eine gute Frage, wie in diesen Folxrepupslicken jemals Wahlen stattfinden sollen, bei all den Zersplitterungen unter den anarchischen Söldnertruppen, die jetzt alle ihr Stück vom großen Happihappi abkriegen wollen. Die unten verlinkte Karte gibt einen detaillierten Überblick über die desolate und gnadenlos zersplitterte Region – von Ihor Bezler, dem ‘Demon’, über Pavlo Driomov, den ‘Gaffer’, bis hin zu Oleksiy Moskovoy, dem ‘Phantom’. Das sind mindestens zwanzig kleine Duodezrepubliken, die dort entstanden sind, mit Grenzen, die nur so weit reichen, wie die Grad-Batterie schießt – mittendrin eine Bevölkerung, die sich gefälligst für den jeweiligen Schweinehund zu begeistern hat, sonst gnade ihr Gott:

“The Russia-backed militants are unable to create a single center of command in the occupied territories, which is why anarchy reigns in Ukraine’s Donbas.”

Tscha – Don-Bas, ein guter Name für eine zerschossene Region, wo jetzt der zuständige ‘Don’ über seinen Beritt zu herrschen meint, mit Leuten, die nichts so sehr verabscheuen, wie ehrliche Arbeit: East-Chicago, 30er Jahre …

7 Kommentare

  1. Saiz

    Dazu passt dieser Bericht eines russischen Offiziers:

    “Overall organization is very poor. There is no unified command. There are tens of individual units, with varying degrees or competence and supplies. Every unit has its own channel to the “Northerners,” every units decides on their own how to use humanitarian aid from Russia, every unit decides how to enforce law and order. Many refuse to unify under single command, because they like that power.
    Rebel units essentially exist by “taxing” the locals. By the time I left, every serious rebel unit had its own mini prison for businessmen who refused to pay “taxes.”
    Aa a result…, tens of small criminal bands (or real rebels becoming quasi-criminal) plague the locals. Raping, killing, stealing.”

    http://www.reddit.com/r/UkrainianConflict/comments/2jw7hx/men_of_the_north_conversation_with_an_anonymous/

  2. Saiz

    …und irgendwie musste ich gerade an diesen Song aus Sowjetzeiten denken, “Mama – Anarchie, Papa – ein Glas Portwein” der unvergessenen Band Kino mit dem inzwischen verstorbenen Viktor Zoi. So muss Anarchie 😉

    http://youtu.be/lTo2H9UhtYI

  3. sol1

    Ein wirklich aufschlußreicher Bericht.

    Eine der interessantesten Passagen ist diese hier, denn sie zeigt an, wie es mit dem Konflikt weitergehen könnte:

    Why didn’t we take Mariupol?

    1. We didn’t have enough time or forces to properly take it. UAF had ~1,500 soldiers stationed there at the time.
    2. Taking the city would have been our responsibility, not the rebels. That would have blown our cover.
    3. A siege would have resulted in extended fighting and civilian losses. I was relieved that we did not have to do it.

    Rußland ist also offenbar bemüht, so weit wie möglich im Hintergrund zu bleiben. Das wird ausreichen, um die jetzt von den Rebellen besetzten Gebieten zu halten, aber nicht, um weiter in ukrainisches Gebiet vorzudringen.

    Vergleichen wir das mit den mutmaßlichen Zielen, die im nun wegen des zurückgezogenen Sikorski-Zitats berüchtigen Politico-Artikel (mein Posting mit Link wurde vom hiesigen Filter verschluckt und noch nicht freigeschaltet):

    “We learned Russia ran calculations on what provinces would be profitable to grab,” says Sikorski, who claims that Poland became aware the Kremlin had calculated it would be profitable to annex Zaporozhye, Dnepropetrovsk and Odessa regions, while the assessing that the Donbass area currently controlled by Putin’s rebels would not, on its own, not be profitable to incorporate into Russia.

    Einerseits also hat Rußland seine Ziele verfehlt, andererseits müßte es wesentlich mehr Aufwand betreiben, um sie zu erreichen (dies um so mehr, wenn die Ukraine ihre Streitkräfte besser organisiert).

  4. Klaus Jarchow

    @ sol1: Yep, der Donbas ist eine heruntergewirtschaftete Region mit einer Industrie aus Chruschtows Tagen, schon zu Timoschenkos und Janukowitschs Zeiten war die Gegend nur mit massiven Subventionen zu stabilisieren. Hinzu kamen noch Akhmetovs Plündereien (was macht der eigentlich?) – und natürlich sein Schüler, der große Grabscher Janukowitsch. Das wenige, was es bspw. an den Universitäten noch an Intelligenz und Fortschritt gab, ist längst geflohen (‘Brain-Drain’). Also wird sich das Ganze wohl in eine weitere Verbrecherrepublik verwandeln, eine gesetzlose Zone für Menschen-, Drogen- und Waffenschmuggel, wie Tschetschenien, Transnistrien oder Abchasien auch. Putin züchtet sich solche Staaten förmlich heran. Ich hoffe nur, die Ukrainer schaffen es, ihre Grenzen gegen die neuen ‘Dons’ abzuschotten.

    Russland wird da gerade das Nötigste tun – und ansonsten die Schuld auf ‘die Faschisten’ schieben. Die skrupellosen Medien dafür haben sie ja …

  5. hardy

    ich hoffe, ihr habt euch schon den spaß gegönnt

    http://www.liveleak.com/view?i=ef3_1413970745

    das gürkchen bejammert das nahende ende (englische subs!)

  6. Klaus Jarchow

    @ hardy: Girkins Wahn steht konträr zu dem, was der russische Offizier dort oben erzählte. Das Gürkchen versucht eher, mehr Russen mit Desinformation herbeizupredigen.

  7. hardy

    klaus,

    wir lesen ja die selben quellen 😉

    was für ein langweiler, das gürkchen …

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