Schon ist für den aufmerksamen Leser die dollste Story dahin, der Mund-voll-Kollege vom ‘Focus’ backt wieder kleine Brötchen, nachdem er zuvor, im Lead, wie ein kobernder Hell’s Angel vor der Nackttanzbar noch von sensationell gebauten Weibern fabulierte … und dann ist es doch nur eine einzige abgetakelte Fregatte:

“Pyramiden, Sphinx, Abu Simbel: Diese Bauwerke wollen die Islamisten sprengen. … Ein ägyptischer Salafist fordert, sie zu zerstören.”

Erst das Kollektiv macht die Sensation – also wird der Einzelfall elefantös aufgeblasen. Mit solchen realitätsabstrahierenden Mitteln verstärkt der gewiefte Schreiber seine Vorurteile – und natürlich auch die der anderen. Und der ägyptische Staat hätte diesen versprengten Irren auch noch komplett ignoriert – ja, wie kann denn das nur angehen! Da darf man den falschen Muselmanen doch mit journalistischem Fug “klammheimliche Freude” unterstellen, wie einst unseren Sympathisanten beim Mescalero-Brief

Man stelle sich den Aufschrei in Deutschland vor, wenn uns ein solcher Text plakativ von “die Juden” im Land und im Lead zu bloß “einem psychisch auffälligen Juden” in der Copy und in Duderstadt führen würde. Da könnten wir auch gleich kreuz.net mit dem Katholizismus gleichsetzen … oder ‘Politically Incorrect’ mit der öffentlichen Meinung.

Nachtrag: Die Natur dieser psychischen Erkrankung ist übrigens altbekannt – man trifft sie überall dort, wo Religion und Konkur-renzangst zusammentreffen. Der Fachbegriff lautet ‘Ikonoklasmus’ oder ‘Bilderstürmerei’. So gibt es bspw. Christen, die in New York und anderswo alle Wolkenkratzer sprengen möchten, damit wieder Kirchtürme statt der ‘Tempel zum Goldenen Kalb’ das Land beherrschen. Andere wiederum würden auch diese Kirchtürme schleifen und das Kreuz verbrennen. Sollten wir denen auch die Ehre antun, sie in ihrem Ikonoklasmus ernst zu nehmen?