If your memory serves you well ...

Volksrepublik?

Die Arbeiter haben sie – scheint’s – schon mal nicht an Bord:

“Nikolaj Wolynko, einst Bergmann und jetzt Führer einer Bergleute-Gewerkschaft, kommentiert: „Aus irgendeinem Grunde werden jetzt alle Anhänger der Ukraine als „Banderowzy“ beschimpft. Wenn das gleichgesetzt wird, dann werde ich mich eben auch als Banderowjez bezeichnen. Darauf bin ich stolz. Auch darauf, dass auf dem Maidan in Kiew das Volk Gestalt angenommen hat. Nicht die Bevölkerung, sondern das denkende Volk. Jetzt müssen auch wir uns hier als Volk formieren und aufhören, einfach nur ein Territorium zu bevölkern.“

Bezeichnend, dass die größten Oligarchen – wie dieser Bizzinissman aus dem schönen Dnjeprpetrowsk – schon zu Drohungen greifen müssen, um ihre Mit-Kleptokraten daran zu hindern, von Bord zu gehen. Auch diese Front scheint zu wanken:

“If you want to keep your business and have influence, within the framework of law and a democratic process, on the life of our people, you have to make agreements with people and its representatives, but not with representatives of the unlawful Kyiv authorities,” Tsariov wrote.

Tscha, dumm nur, dass seine Provinzschauspieler auf den Barrikaden dort auch gar nicht ‘repräsentativ’ sind … und die Frage, wo die ‘Faschisten’ zu suchen sind, wird auch immer dubioser:

“Der Vorfall hatte sich am Dienstag vor einer Synagoge in der ostukrainischen Stadt Donezk ereignet. Laut israelischen und amerikanischen Medienberichten hatten drei maskierte Männer vor der Synagoge Flugblätter verteilt, auf denen die Juden aufgerufen wurden, sich bei den Behörden der selbsternannten Republik registrieren zu lassen. Andernfalls würden sie deportiert und ihr Besitz konfisziert. Die Flugblätter waren mit dem Symbol der selbsterklärten separatistischen Republik Donezk und der russischen Flagge gekennzeichnet.”

Derweil ‘gleiwitzt’ es schon aller Orten – und die Zahlen tanzen Ringelreihen:

“Der staatliche russische Sender Rossija 24 sprach von fünf Toten. … Ein Reporter sah an der Kontrollstelle zwei Leichen, eine mit Schusswunden im Kopf. Einer der Toten trug demnach Kampfmontur, der andere Zivilkleidung. Die Polizei untersuche den Fall vor Ort. Das ukrainische Innenministerium berichtete von einem Toten.”

Ich nehme mal an, der Sender Rossija 24 war als einziger wirklich vor Ort, dieser Reporter war bestimmt ein CIA-Agent, und die Regierung in Kiew hat sowieso keine Ahnung … eigentlich fehlt bei dieser ‘Beweissicherung’ nur noch der Blackwater-Mitgliedsausweis und die Dinner-Karte von Barack Obama:

“Russia’s RIA Novosti and Life News blamed the far-right nationalist group Right Sector for instigating the gun battle. In a video report, Life News showed what it said was the body of one man killed during the shootout next to weapons, ammunition and gear left behind by Right Sector members at the scene. It also showed crisp U.S. $100 bills, uncreased printed satellite images of Slovyansk from Google Maps and a business card of Right Sector leader and presidential candidate Dmitro Yarosh that it said had been left by the “attackers.”

Mein Gott, was muss der Rechte Sektor doof sein, dass er solche ‘Fundstücke’ mit sich rumschleppt … hoffentlich entpuppt sich einer der Leichname nicht auch noch als derjenige Leo Trotzkis. Dicke Stapel von Visitenkarten will ‘Life News’ jetzt dort im Handschuhfach eines völlig ausgebrannten Autos gefunden haben – nur schade, dass sie uns die Namen, die darauf stehen, nicht auch mitteilen. Nun ja, vermutlich vom Feuer exakt an den entscheidenden Stellen beschädigt. Gut ist dieser besonnene Kommentar zum üblich nachfolgenden Forumssturm der Russovielen dort in der FAZ:

“Es ist vielleicht ein Wettbewerb? Wer 10000 mal „Maidan Faschisten Putschisten“ im Forum schreibt, bekommt eine goldene Balalaika?”

Derweil verdichten sich die Hinweise, dass tatsächlich eine russische Vorhut längst in der Ostukraine agiert – da wird es wohl nicht mehr lange bis zum Einmarsch dauern:

“Some of the men photographed in Ukraine have been identified in other photos clearly taken among Russian troops in other settings.”

2 Kommentare

  1. Saiz

    Man könnte sich ja auch mal mit den Machthabern im Donbass beschäftigen, der Janukowitsch-Clique oder dem Oligarchen Achmetov:
    http://www.cicero.de/weltbuehne/rinat-achmetow-der-oligarch-der-zwischen-moskau-und-kiew-tanzt/57412

    Oder mit dem politischen Hintergrund der Separatisten (Original bei grani.ru, hier deutsche Übersetzung):
    http://ukraine-nachrichten.de/ostukraine-im-mittelpunkt-russische-nationalisten-in-der-politischen-arena_3987_meinungen-Analysen

    Aber warum so kompliziert, wenn die Wahrheit doch so einfach ist: EUSA-NATO will einen Krieg mit Russland und die russischen Truppen an der Grenze dienen dem Schutz vor dem Einfall der faschistischen Horden aus Kiew;-)

    Und Nazis hinterlassen neuerdings Visitenkarten am Tatort…

  2. Klaus Jarchow

    Das Dollste ist ja das hier … schlecht gefaket war das Ding nämlich auch noch: “Der US-Fernsehsender CNN hat die auf der Visitenkarte angegebene Nummer angerufen – und erreichte aber nur eine überraschte Frau, die versicherte, mit Prawy Sektor nichts zu tun zu haben.” Wahrscheinlich waren im russischen Geheimdienst mal wieder alle besoffen … äh, siegestrunken natürlich. 😉

    Danke für den zweiten Link übrigens, der endlich mal ein Licht auf diese ‘prorussischen Freiheitkämpfer’ wirft. Ich möchte übrigens nicht in der Haut der ukrainischen Journalistin Krat stecken, die gerade unter obskuren Foltervorwürfen festgenommen wurde, und vermutlich ebensolches von diesen Figuren jetzt wird … kurzum: es ist eine SA, die in der Ostukraine marschiert.

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