If your memory serves you well ...

Unschreiben für Anfänger

Ihr schießt da plötzlich was durch den Kopf, was glücklicherweise nicht aus Blei ist, sondern sich bloß in einen Blogbeitrag verwandelte:

.. noch einmal “memory” (siehe unten), jetzt aber von der anderen Seite, mehr so “.. bloß nicht!”:

Ungebeten drängt sich ihr da inmitten der Strandlust von anderer Seite ein unbekannter Gast auf, der die schönste Erinnerung ‘in’n Tüddel’ bringt:

“Plötzlich beim Lesen stand dieser Satz letzten Samstag in der sonnenflirrenden Luft am vollgepackten Strand des Liepnitzsees und verhedderte sich mit seiner tiefen Melancholie so unpassend in den Sommertag, dass er vorgelesen werden musste”.

Das folgende Binnenzitat schenken wir uns einfach mal, alldieweil die Autorin ihre Philippika lauthals den erstaunten Badegästen dort entgegendonnert. Sie wird diese schon ‘voll gepackt’ haben! Wir aber widmen uns – dieser Text kennt kein Verweilen – stattdessen dem Genre der Buchreisen, dieser preiswerten Tourismus-Alternative für den kleinen Geldbeutel:

Sebald, der in diesem Buch durch Großbritannien reist, referiert hier den englischen Autor Thomas Browne, der dadurch genau das ja gerade nicht wird, was er herbei ruft: vergessen.

Ja, auch für mich sind’s unvergessliche Sätze, vor allem das ‘referiert’, auch wenn’s mich danach eher zum Underberg als zum Biere drängte:

Ziemlich dark und seltsam, aber irgendwie dann doch auch schön – und das Wetter spinnt vielleicht, aber Schnee, nein. Soweit geht das Elend dann doch nicht. Also raus. Let’s have a beer.

Was hat sie gesagt? Wo gibt es Schnee?

4 Kommentare

  1. damals

    Vergessen Sie’s getrost! Trinken Sie lieber ein Bier … oder einen Kaffee auf der Terrasse. Geht ohne Mercedes Bunz sicher besser. Ich mag diese Klugschnacker auch nicht.

  2. Wolfgang Hömig-Groß

    “Die Ringe des Saturn” allerdings ist trotz des irritierenden Lobes von Frau Bunz ein fantastisches und absolut empfehlenswertes Buch! Man muss Sebald hier vor seinen Verehrern schützen!

  3. Chat Atkins

    Viele Leute könnten sich ihre Lektüre stilistisch zum Vorbild nehmen. Allerdings wäre es fraglich, wer von ihnen dann noch schreibt …

  4. Jeeves

    Bin gerade mal dem Link gefolgt: weg isser, der Bunzsche Artikel.

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