Das Sprichwort von dem Schuster, der immer die schlechtesten Schuhe trägt, trifft auf den Wirtschaftsjournalismus in besonderem Maße zu. Hier ein kleiner Strauß spontan gepflückter Stilblüten:

Der Flachländer von der FTD: In den USA … sind die Konsumentenpreise auf dieser Ebene … mit einer annualisierten Rate von 0,2 Prozent gesunken Also das muss schon eine wahrhaft schlammige Weltgegend sein, dieses Ökonomistan, wo man sogar auf den Ebenen flacherdings noch ins Sinken gerät …

Der träumende Deichgraf vom Handelsblatt: Wichtig wäre es, die Reaktionskraft der Kapitalmärkte nicht durch eine Liquiditätsschwemme einzuschläfern. Dieses Liquide überschwemmt also weithin die Finanzlandschaft – und bis zum Hals im Kapital stehend und darob erfrischt schläft der Markt prompt ein, wie ein alter Saufaus ins Ruhekissen seiner Reaktionskraft gekuschelt. Oder was …?

Der Türmer vom Manager Magazin: Das Frühjahrsgutachten wartet mit guten Aussichten für den Arbeitsmarkt auf. Schau her, du Arbeitsmarkt: Klettere endlich auf meine frühjahrsgutachtlichen Zinnen, dann genießt du wunderbare Aussichten. Das jedenfalls verspricht dir vom Leuchtturm der Wissenschaft herab dein alter Kellner und Aufwärter …

Der Hobby-Eisenbahner von der Wirtschaftswoche: Die Mehrwertsteuersenkung … setzt falsche Signale und verzögert die Marktbereinigung.” Jawollja – die Signale einfach mal anders stellen, beste Frau Steuersenkung, damit die Züge marktbereinigend aufeinanderkrachen können …

So malt uns die vereinigte Wirtschaftspresse täglich ein Bild von der Wirtschaft, das kein Vernünftiger mehr zu einem schlüssigen Bild zu formen vermag. Es könnte auch am Thema oder an ausgelatschten Metaphern liegen …