Stilstand

If your memory serves you well ...

Schlagwort: WAZ

Ein Journalistenhasser?

Wenn die Leser wüssten, welche zum Teil widerlichen Figuren im Journalismus rumturnen und was für Taugenichtse solche Artikel schreiben, dann kämen bei ihnen einige Fragezeichen auf”, sagte Bollmann dem Schweizer Medienmagazin Persoenlich.com. Er fügte hinzu: “Selbst haben sie ihr Leben nicht im Griff, noch nie irgendwann, irgendwo für irgendetwas Verantwortung übernommen und erlauben sich, mit primitiven Artikeln über Menschen zu urteilen, die sie nicht kennen und mit denen sie nie gesprochen haben.”

Ach, ih wo, das ist natürlich kein Journalistenhasser – dieser Mann mit den kernigen Ansichten kommt von der ‘Basler Zeitung’ und sollte Verlagsgeschäftsführer der WAZ werden. Und da muss das Gesocks vor den Monitoren doch schon mal wissen, welche Wertschätzung es künftig genießt.

Schade, dass irgendwer im letzten Moment noch die Notbremse zog. Denn den nachfolgenden Affenzirkus hätte ich mir wirklich gern angeschaut. Was aber Verleger motiviert, die denkbar ungeeignetsten Figuren ernsthaft für solche Führungspositionen in Erwägung zu ziehen, das lässt mich dann doch an diesem ehrenwerten Berufsstand zweifeln. Und wenn die Leser wüssten, ‘welche zum Teil widerlichen Figuren’ Verlegerhirne inspirieren können … ach, lassen wir das. Es geht doch immer um möglichst viel Zeilen für möglichst wenig Geld. Das Publikum wird’s schon fressen … denken sie, vernagelt wie sie sind.

Wer konnte das ahnen?

Achtzig Redakteure wurden dafür zusammengezogen, 330 Kollegen entlassen.”

Und trotz dieses Personalschwundes wurde das mediale Konzentrat immer noch nicht begeisterter gelesen? Die fremdelnden Leser gingen noch viel rascher vor einer bloß noch behaupteten Vielfalt und Ortsnähe stiften? Wie konnte das denn bloß passieren? Sind die Leser denn tatsächlich nicht doof?

Die Entlassung von Ulrich Reitz liegt jetzt immerhin auf dieser begonnenen ‘großen Linie’ verlegerischer Weisheit – wieder einer weniger. Nur macht man mit McKinsey nun mal keine Zeitung …

And the Beat goes on …

Oha – lauter Medien mit ‘Sanierungsbedarf’. Da dürften aber viele abgeWAZte Journalisten bald neu auf den eh schon überfüllten Markt für Freie und Prekäre drängen. Und jetzt alle im Chor: Es ist nicht das Internet, es sind eure Verleger …

“Springer-Verlag verkauft “Hamburger Abendblatt”, “Berliner Morgenpost”, “Hörzu”.”

“Charleston was once the rage
History has turned the page …
And the beat goes on, the beat goes on
Drums keep pounding a rhythm to the brain …”

WAZ-Geschäftsführung:

Bald haben wir die strategischen Ziele unserer Agenda 2020 erreicht, schon bald kann bei uns ‘niemand mehr schreiben’.

Ruhm und Ehre Bodo Hombach!

Aus der Mitarbeiterversammlung der Westfälischen Rundschau heraus wurde bekannt, dass die Redaktion der Westfälischen Rundschau abgewickelt wird.”

Während seiner Ägide wurde der organisierte Abstieg der WAZ-Gruppe erstmals erfolgreich ‘Strategie’ genannt. Die Austauschbarkeit im bundesdeutschen Wiesenhof-Journalismus schreitet seither – seinen Fußstapfen folgend – massiv voran:

“Die Mantelthemen der WR sollen künftig komplett im Content Desk der WAZ erstellt werden, die Lokalteile werden von anderen verlagseigenen und -fremden Titeln (ja nach Verbreitungsgebiet) übernommen.”

Ischa modernen Verlagsmanagern letztlich auch egal, wer ihre Resterampen füllt, solange man ihnen nur die Nummer mit dem ‘Qualitätsjournalismus’ noch glaubt …

Nachtrag: Wir müssen Nachsicht üben – die WAZ-Gruppe fuhr 2012 nur noch eine wahrhaft erbärmliche Rendite von 14 % ein. Das wiederum ist eine Zahl, die man nur in Blogs findet, nicht im Gedrucksten …

Qualitätsjournalismus marschiert

Wie der “Kontakter” berichtet, sollen 20 Prozent der Kosten [bei der WAZ-Gruppe] im kommenden Jahr eingespart werden.”

Die einen nennen es Kosten, die anderen Personal …

Verlegersprech

Angesichts dramatisch wegbrechender Erlöse insbe-sondere im nationalen Anzeigengeschäft und deutlich geringerer Vertriebseinnahmen hat sich die Geschäftsführung entschlossen, die Kostenstruktur aller deutschen WAZ-Bereiche auf diese auch in den nächsten Jahren zu erwartende negative Erlösentwicklung auszu-richten.”

Anders ausgedrückt: Schleicht euch endlich, ihr zweibeinigen Kosten-strukturen …

Verlage können alles

Naja, fast alles. Außer Internet: ‘Aus für das WAZ-Portal “Der Westen.”‘

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