Stilstand

If your memory serves you well ...

Schlagwort: Ulli Hoeneß

Blöde Fragen

Nun gilt Uli Hoeneß in der öffentlichen Diskussion vor allem als Steuerbetrüger. Wie konnte das passieren?”

Ja, wie wohl?

Herr Ober, zweierlei Maß!

Besondere Menschen kann man nicht mit den gleichen Maßstäben messen. Es gibt nun mal Leistungsträger, die aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten, ihres Engagements, sozusagen natürlichen Überlegenheit, für uns andere aus der Masse der Mehrheit, Wohlstand und Erfolg erringen. Und damit diese nicht die Motivation verlieren, ihre besonderen Fähigkeiten, letztlich zum Allgemeinwohl, einzusetzen, muss man sie pflegen. … Der beste Weg gegen Steuerhinterziehung ist es, diese zunächst für unsere Elite so weit zu senken dass deren natürliches Gerechtigkeits-empfinden damit harmoniert! … Ein Arbeitnehmer dessen Talent und Energie nie ausreichten, um mehr zu schaffen als eine simple Ausbildung, sagen wir mal zum Altenpflegehelfer, und der uns sofort auf der Tasche liegt, wenn er seinen Job verliert. muss natürlich seinen Obolus strikt entrichten, um für solche Fälle Vorsorge zu treffen. Mit diesem Maßstab kann man unsere Leistungsträger in Wirtschaft und Management aber doch nicht messen.” (Kommentar No. 5)

Mann, Mann, Mann – der Leser beachte hier die einwandfreie Orthographie bei aller zynischen Banalität dieses Denkens – es klingt in meinen Ohren alles nach einem Mann mit einer gehobenen Mittelschichtsfunktion, der zudem der Ansicht ist, auch er wäre als Kind mal in das Fass mit jener ‘natürlichen Überlegenheit’ gefallen – vermutlich meint er ja Tante Friedas Erbschaft. Möglicherweise ist er auch ein Anlageberater oder so etwas. Wer sich jemals wunderte, wo die verbliebenen FDP-Stimmen herkommen, hier liegt die Quelle.

Wir lernen: Man kann formal ‘gebildet’ sein und sich der Maßstäbe des gemeinen Plebs enthoben dünken, und trotzdem fern aller intellektuellen Satisfaktionsfähigkeit daher delirieren. Bin ich befugt, solche Schlichtheit der Gedankenführung hier aufzuspießen? Ich habe es getan, um das entgleiste, sklavenmoralische Denken gewisser Schichten in unserer Zeit dauerhaft zu archivieren. Denn dieser – oops! – aufgeflogene Herr mit seiner verspäteten Selbstanzeige führte bis dato doch nur zwei bayrische Würstchenbuden, eine davon – zugegebenermaßen – mit etwas größeren Würstchen. Und nach Ansicht des Diskutanten dort oben sollten wir deshalb grenzenlose Nachsicht üben, ihn gebührend hegen und ‘pflegen’, also ihm vermutlich die Füße schlecken oder so etwas, damit er sich rundum wohl fühle in Deutschland und hier brav noch weniger Steuern zahle.

Solch Manager-Job in einem Fußballverein also macht einen Menschen für gewisse Gehirne schon ‘besonders’? Und was soll dieses unanschauliche Beiwort ‘besonders’ denn eigentlich bedeuten? Geht’s um den Kontostand? Für mich bleibt festzuhalten: Dieser kollernde Rotkopf konnte weder an Goethe noch an Max Planck jemals klingeln … und einen wichtigen Elfmeter hat er auch mal versemmelt.

Litotes des Tages

Gäbe es keine Schlaumeier wie den Ulli Hoeneß, bräuchten wir auch keine Steuererhöhungen.

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