If your memory serves you well ...

Schlagwort: Tschetschenien

Putin hat jetzt die IS im Land

Nicht in seinem Land, sondern in dem besetzten Satrapenstaat Tschetschenien. Tschaja, die Beförderung des Separatismus in der Ostukraine lässt auch anderswo ihm die separatistischen Probleme über den Kopf wachsen – nach dem bewährten Zauberlehrlings-Modell (oder war’s Pandoras Konservendose?):

“We have entered the city (Dzhokhar) by order of Emir Khamzat. There are battles under way now. We are also under oath to Emir Abu Mukhammad of the Caucasus Emirates A lot of mujahideen have come into the city. This is an act of Revenge for the fact that the murtadi (apostates) dared to oppress Muslim women, our sisters. This is an operation of Intikam (revenge), a Shahid (martyr) operation and we will battle until the death. There are already results. Allah has destroyed them through our hands. We have destroyed many cars, military convoys, and many trophies are seized. We cannot take everything away. Allah will help us. We have spread out through the city, battles are underway and none of us are even wounded, and we have destroyed many. Allah says in the Koran – battle them and I will punish them through your hands, and they will be humiliated…and I will give you victor…. Allah forgives all signs. We see this…That’s our situation here…This is our life…Allah Ahbar!”

Vermutlich eine CIA-Aktion, ausgeführt vom rechten Sektor, werden unsere Alu-Hüte sagen. Das Allah- und Koran-Gebrabbel wäre nur eine False-Flag-Operation … und außerdem wären das ja nur drei Leute, die bei einer Straßensperre aufgefallen wären. Das wiederum sagt ‘Russia Today’. Vermutlich einer der Gründe, weshalb diese drei Männeken als erstes das Pressehaus stürmten. Nachtrag: Wollte der famose Herr Kadyrov nicht morgens alles wieder im Griff haben? Jetzt heißt es, das sollen – oops! – doch 100 bis 400 Kämpfer sein, und der russische Armeestützpunkt dort brennt munter vor sich hin. Wo sind denn Ihre heroischen Tschetschenen-Kämpfer, Herr Kadyrov? Ach, alle im Donbas zugange? Zu dumm aber auch …

“The news site said that there were claims circulating locally that 400 militants had entered the city.

Und dabei wollte der Onkel Vladi doch gerade solch eine hochbedeutende Rede halten. So sieht das Pressehaus übrigens heute morgen aus. Was drei Männeken doch alles anrichten können … und die russischen Spezialtruppen (Speznas) sind auch gerade anderswo engagiert. Wobei man sich natürlich fragt, was die dort machen, wo sie – laut russischen Medien – doch gar nicht sind:

“An officer of the Russian armed forces and three employees of the Federal Security Service of the Russian Federation (FSB) have been killed in the Donbas. … Earlier, is was reported that more than 50 militants had been killed at the Donetsk airport — half of them members of Russian special forces.”

Die Speznas werden auch gern mal überschätzt …

Ein älteres Modell

Russian Defense minister P. Grachev: “I’m not aware about that and not really interested, since Russian troops don’t take any part. I saw on TV that some soldiers were captured there. Those are most likely mercs. In case Russia was involved we would take the city with only one airborne regiment in just two hours”

Klingt irgendwie zeitgemäß? Tscha, das waren offizielle Äußerungen, als die Russen vor ziemlich genau zwanzig Jahren in Tschetschenien einfielen und die Stadt Grosny dem Erdboden gleichmachten.

Und – oops – das wird ja immer mehr:

“Russland und die Populisten: Front national soll 40-Millionen-Kredit aus Moskau bekommen.”

Während Moskaus treuester Freund, die Donbas-Mafia, endlich mal aufhören soll, systematisch die ‘humantitäre Hilfe’ aus Russland zu plündern. Nicht das man generell etwas gegen ein wenig Plünderung hat, darauf beruht schließlich der russische Staat. Aber das wird ja sonst zu peinlich, das große Verhungern der Bevölkerung in Novosomalia …

Ach ja – ob der noch weiß, was er sagt, frage ich mich seit längerem: “Using terrorists for regime change is unacceptable – Lavrov.” Ach, ja? Ach, nee! Ach, doch …

Kämpfer aus dem Kaukasus

Dass der angebliche ‘Volksaufstand’ in der Ostukraine – mangels Beteiligung – zu einem Söldnerkrieg mutiert ist, bestreiten noch nicht einmal die Söldner selbst:

“Our president [Ramzan Kadyrov] gave the order. They called us and we came,” one of the fighters, a 33-year-old named Zelimkhan, said. He added that the unit was called the “dikaya diviziya”, or savage division. The men said one of their group had been killed and four seriously injured in the Ukrainian military’s air strike on the Donetsk airport on Monday as government forces sought to recapture the facility from separatists “They’ve killed one of our guys and we will not forget this,” said Magomed, a 30 year-old Chechen fighter with a wolf tattooed across his chest. “We will take one hundred of their lives for the life of our brother.”

Tscha, Magomed, ein muslimischer Angeber mit orientalisch angehauchter Phantasie – und wer wären diese ‘they’, von denen dieser ‘call’ kam? Interessante Frage – was mich gleich auf eine zweite Frage bringt, weshalb es ausgerechnet Muslime aus dem schönen Tschetschenien sind, die hier diesen russisch-orthodoxen Christen zu Hilfe eilen? Die Antwort: Vermutlich Geld, Weiber und Beute …

Dazu muss man ein wenig weiter ausholen: Nachdem Russland unter Jelzin und Putin zwei Nahezu-Ausrottungskriege gegen Tschetschenien geführt hat, installierte es in Grosny einen gehorsamen Satrapen, den Ramsan Kadyrow, der – glaubt man amnesty international – dort auf russischem Boden eines der blutigsten und sadistischsten Regimes dieser Welt ungestört aufbauen konnte – in Erbpacht. Unter der Parole ‘Kampf dem Islamismus’ hat er jetzt geostrategisch den ‘Bauch des russischen Bären’ am Kaukasus vor den ‘Djihadisten’ zu schützen. Dafür darf er ungestört und nach Gusto die Restbevölkerung kujonieren – unter einer Bedingung: dreimal in der Woche muss er der russischen Regierung die Kimme schlecken. So ungefähr jedenfalls … und täte Kadyrow das nicht, wäre er schneller weg vom Fenster, als er ‘Piep’ sagen kann. Diplomatischer ausgedrückt: Russland sichert seine muslimische Südgrenze mit Hilfe eines Schreckensregimes.

Die Instrumente dieses Regimes sind – ähnlich den ‘Chaptern’ einer Rockerbande – jene Milizen, von denen sich eine dort oben als ‘Savage Division’ vorstellte. Es sind also keine russischen Truppen, sondern Kadyrows ‘Privatarmee’. Bezahlt wird die Vostok-Truppe wohl entweder weiterhin von Kadyrow oder vielleicht auch von Viktor ‘Ohneland’ Janukowitsch. Dass Russland die Knall-Chargen direkt bezahlt, kann ich mir hingegen kaum vorstellen, die sind derzeit doch eher auf Diskretion bedacht. Außerdem wären da ja noch Technik, Weiber und Wodka – wie es sich beim militärisch völlig sinnlosen Abfackeln des Eishockeystadions in Donezk zeigte. Erst wurden die Plasma-Bildschirme, die Computer und alles, was das kleine Söldnerherz begehrt, herausgetragen, dann erst brannte die Hütte …

Kurzum: Wir haben es wohl mit einem klassischen ‘Stellvertreterkrieg’ zu tun. Weil Kräfte in Russland es nicht als opportun erachten, direkt militärisch einzugreifen, werden kaukasische Söldnertruppen vorgeschickt, deshalb, weil diese feigen ‘Ostukrainer’ sich nicht für ein niegelnagelneues ‘Novorossija der alteingesessenen Mafia’ schlagen mögen. Prompt geraten die Zugewanderten sich mit den örtlichen ‘Chaptern’ in die Haare. Neue Sympathien in der Ostukraine wird den Veranstaltern dies sicherlich nicht eintragen, denn die ‘Schwarzen’, also die Kaukasusbewohner, sind im slawischen Raum ähnlich beliebt wie bei uns Sinti und Roma. Immerhin haben sie Geschmack, sie residieren gern im besten Haus am Platz:

“A group of Chechen terrorists set their positions in “Ramada” hotel in Donetsk. Witnesses claim that there are lots of Chechen gunmen inside the hotel and a coupe of snipers on the roof of the building.”

Hier noch ein sehr abgeklärtes Interview mit einem ‘Eingeborenen’:

“Ich bin sicher, dass mindestens die Hälfte von denen nach wie vor Unterstützung von Russland bekommt. Die anderen sind Kriminelle, die die Gelegenheit genutzt haben, um an Waffen ranzukommen. Jetzt plündern sie die Städte und setzen Gebäude unter Feuer wie den Sportpalast am Dienstag in Donezk. Aber natürlich behaupten sie immer noch, sie wären Separatisten, die edle Ziele haben, es gehe ihnen um Freiheit und so weiter.”

Ach so – wer sich jetzt fragt, wo die angedrohten weiteren Sanktionen bleiben, angesichts all der bezahlten Söldner, die ohne Kontrolle die russische Grenze überqueren, der frage getrost beim BDI nach. Ich habe gehört, dieses Instrument würde dort ‘gewartet’ …

Nachtrag: Onkel Vladi ist übrigens gerade anderweitig beschäftigt: Er muss Abchasien heim ins Reich holen, wo’s mit dem Donbas schon nicht so recht klappt.

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