In der Jugend mag uns das noch so vorkommen: Da wird gesimst und gechattet, was die Tastatur aushält. In den Pubertätsecken des Internet blühen die intimen Konfessionen wie einst im ‘lieben Tagebuch’: “Boaar, hastu den Kenny gsehn, ej! Den könnt ich fielleich – ej. Ir wist ja nix fon Liebe – ir Schlampn!” [Zeichensetzung halbwegs normalisiert] …

Das Internet – sagen wir’s, wie’s ist – steckt voller ‘Mist’: 99,9 % der Botschaften interessieren niemanden – nur den Absender. Das alte grundlegende Problem allen Schreibens bleibt im WWW erhalten: Man muss schon etwas zu sagen haben, damit man etwas schreiben kann – und es ist ein verdammt langer Weg vom Kopf auf den Bildschirm, und ein noch längerer von dort in den Kopf des Lesers.

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