If your memory serves you well ...

Schlagwort: The European

Über die eigenen Beine …

Ätschbätsch, ich habe ihn trotzdem gefunden. Der da sprach nämlich Folgendes – und stellte seinen Text prompt ‘ins Internet’, vermutlich, um wegen der Überlänge dort dann nicht gelesen zu werden:

“Warum sollte man nicht sagen, dass man es bedauerlich und bedenklich findet, wenn im Netz kaum Artikel gelesen werden, die eine Länge von etwa 5.000 Zeichen haben, dass also ein typischer Zeitungsartikel wie etwa dieser Text nicht internettauglich sei?”

Tscha, warum sollte man das nicht sagen, wenn’s denn wahr wäre? Überall diese Denkverbote! Holterdipolter, schon bricht weiteres Vorwissen aus ihm heraus: Alle Internetnutzer seien zwischen 20 und 25 Jahren alt, auch wenn jede Statistik anderes behauptet. Damit seien diese Milchbubis auch völlig irrelevant. Die Auflagen der Zeitungen brächen faktisch gar nicht ein, sondern die blöden Verlegerkaninchen würden nur angstvoll durch die Lupe auf eine impotente Blindschleiche starren, während das verführte Publikum sich schon bald angewidert von all diesen ‘Info-Schnipselchen’ im Netz abwenden werde, um reumütig in die Holzwerkstätten des Altjournalismus zurückzukehren. Kurzum, der typische Prophetengestus: Alle liegen falsch, außer Pappi.

So etwas Apartes nennt sich heutzutage dann ausgewiesener Philosoph – fühlt sich also als ein Mann, der die Weisheit liebt. Was will man da machen? Er pflegt halt hingebungsvoll seinen Hang zur Sumpf-Metaphorik, wo – hassenichgesehn – die Blindschleichen plötzlich zu Unken mutieren, wo alle dann nicht nur wie festgenagelt auf die Schlange starren, sondern gleichzeitig und ständig irgendeinem Sumpfgeist hinterherrennen, während sie dabei wohl ihre Lupe schwenken – oder so ähnlich. Höhere Bildwelten also, mein Vorstellungsvermögen übersteigend:

“Es wird Zeit, dass der gute Journalismus sich vom Blick der Blindschleiche löst und seine eigenen Stärken selbstbewusst betont, statt den lauten Unkenrufen hinterherzurennen.”

Tscha, dieses untrügliche Mittel wird dem Journalismus ratzfatz wieder auf die Beine helfen. Mir liegt übrigens ein lateinisches Zitat auf den Lippen, aber das sag’ ich euch nicht …

Die Füllwort-Queen

Kaum jemand verstreut so verschwenderisch Füllwörter zwischen den Zeilen, wie die Jennifer Nathalie Pyka. Dadurch gewinnen ihre Texte jenen unwiderstehlich verschwurbelten Charme eines Smalltalks am Pool im Barbie-Haus, den sie zu ihrem Markenzeichen machte. Hier ein Satz als Beispiel für das Verunklaren alles Klaren durch unaufhörliches Pseudo-Präzisieren und Pseudo-Einschränken. Ich entnahm ihn ihrem jüngsten Oeuvre, drüben beim ‘European’:

“Allmählich glaube ich ja, dass der immer komplexer werdende Alltag viele Menschen überfordert.”

Hier dasselbe mit gekennzeichneten Entbehrlichkeiten:

Allmählich glaube ich ja, dass der immer komplexer werdende Alltag viele Menschen überfordert.”

Tscha, mein Meinen ist mein Chateau Platitude – Hauptsache, die Aussage steht erst im Nebensatz. Hier das redigierte Resultat, wo ich mir die Mühe machte, das große Geschwurbel auf den Kern der Aussage einzudampfen:

“Der Alltag überfordert die Menschen.”

Schon wären wir im Reich unhaltbarer Behauptungen angekommen. Alle sind nämlich überfordert, außer Barbie:

“Also, weißt du, Ken, mir ist so langweilig. Selbst das Shoppen bringt mir keinen Spaß mehr. All die Labels und Etiketten – da blick’ ich gar nicht mehr durch. Ist doch eigentlich egal, was da drauf steht, der Fummel muss zu mir passen. Das ist doch schließlich die Hauptsache. Meinst du nicht auch? Der Handel wird doch wohl wissen, was er macht. Alle meine Freundinnen sagen das auch. Im übrigen, da bei Gucci, da habe ich gestern ein Kleid gesehen … och, Ken. Bitte bitte!”

Nebenbei: Füllwörter sind nicht grundsätzlich abzulehnen, ein Schreiber sollte sie kontrolliert einsetzen. ‘Aus den Synapsen frisch auf den Bildschirm’ ist sicherlich nicht der richtige Weg. Näheres hier …

Jennifer, die Retro-Maid

Zu einem Artikel der Holzschnitt-Lady Jennifer Nathalie Pyka haben ich beim ‘European’ einem gewissen ‘Markus’ geantwortet. Da der Text zu schade ist, um in einer Foren-Ecke Patina anzusetzen, weil er auch Grundsätzliches verhandelt, stelle ich ihn auch hier nochmals ein:

“Eine Zeitlang konnte man im Journalismus tatsächlich etwas werden, wenn man aus der rechtspopulistischen Ecke kam. Siehe bspw. Dorothea Siems, Andrea Seibel, Ulf Poschardt, Henryk M. Broder usw. Das war so Anno 1990. Diese Leute sind allesamt längst im publizistischen Museum bei der ‘Welt’ gestrandet.

In den Blogs beim ‘European’ spielt die JNP heute die Rolle der Provokateuse aus diesem leicht modrig duftenden, hayek-infizierten Bereich, mit einem dicken Klacks Netanjahu-Anhimmeln obendrauf – so wie’s in der ‘Achse des Guten’ eben auch geschah. Sie darf – soweit ich das überblicken kann – ja nur ‘Blog-Texte’ schreiben, um so (mittels ihrer angestrengten Effekthascherei) verlegerisch erwünschte Klicks zu generieren. Weil selbst eher schlichte Leute sich über diese schlichte Thesenbastelei schlicht aufregen.

Mir dient JNP eher zur Bestätigung dessen, was ich über solche Egomanen eh schon denke, die da glauben, ihre unermessliche Weisheit wäre mindestens schon seit Anno Aristoteles unerhört (s. auch Schirrmachers Buch). Auf eine wirklich exponierte Ebene aber hat sie’s meines Wissens nie geschafft.

Derartige Texte klingen um so dissonanter, je mehr deren Zeit vorbei scheint … s. z.B. Zustand der FPÖ in Österreich, die Wilders-Bewegung in NL usw. Diese ganze akklamatorische, im Kern aber unpolitische Ebene ist auf breiter Front heute wieder nach links geschwenkt, selbst die Angela Merkel schwenkt zusehends mit – derzeit liegt die Zukunft jedes Populismus eher auf der Beppe-Grillo-Linie – er muss also direktdemokratisch gegen ‘das System’ und damit gegen ‘die Eliten’ gerichtet sein, will er Erfolg haben. Weil unsere Führungsschichten erheblich abgewirtschaftet haben.  Von diesem gesellschaftlichen Grundbeben spürt JNP nicht einen Hauch, sie sitzt auf ihrem Maulwurfshügel und verklugfidelt uns die Schönheit einer alten Welt, die gerade hinter dem Horizont verschwindet.

Der von Ihnen erwähnte ‘Cicero’ trat einst an, um sozusagen die ‘Transatlantic’ des dritten Jahrtausends zu werden. Zusehends aber hat er sich unter Michael Naumann in die Langweiler-Ecke des Mainstreams manövriert und der politische wie der Kulturbegriff richten sich in etwa am Horizont der Zahnwaltsgattin aus (Feministinnen, verzeiht mir!), die sich deshalb schon ‘elitär’ dünkt, weil ihr Mann ihr eine teure Perlenkette schenkte. Dahin passt JNP wiederum ganz gut. Das neoliberale Töchterchen erklärt der Eislaufmutti das Weltgeschehen. Intellektuell gesehen bleibt’s aber ein Ponyhof – oder Kaffeeklatsch …

Generell haben manche Schreiber noch immer nicht kapiert, dass ‘liberal’ und ‘neoliberal’ heute eher Gegensätze sind. Freiheit im liberalen Sinn heißt ja eben nicht ‘Egoismus’ und ‘pfeif auf die Gesetze’ und auf jedwede ‘Regulierung’ und hinterziehe weiter brav deine Steuern – der Liberalismus sprach vom ‘größtmöglichen Glück für die größtmögliche Zahl’. Lesen Sie mal Friedrich Naumann! Davon weiß der Neoliberalismus nichts – er setzt seine Ideologie mit dem Egoismus – oder ‘dem Markt’ – schlicht gleich. Sollte allerdings jemand das Konto solch egomaner Leute plündern, wären die allemal die ersten, die nach mehr ‘Regulierung’ schreien. Auf ein solches retardiertes Publikum sind diese Holzschnitt-Texte berechnet. Der Rest zielt mit einem abgelatschten Stiefel auf die Hühneraugen anderer Leute …

Wenn Sie JNP gern lesen – ja, Herrgott, was sollte ich denn da machen? Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Lady Jennifer Gaga

Wer noch Zweifel hegte, dass Journalismus nur wenig mit Fakten, aber viel mit Erfindung zu tun haben kann, der muss nur mal Jennifer Nathalie Pyka lesen, um letzte Gewissheit zu gewinnen. In ihrem Neuesten schrub uns das journalistische PI-Gewächs im hochseriösen ‘European’:

“Nach dem 11. September 2001 ist Osama bin Laden insgeheim zu einer Ikone avanciert in Deutschland.”

Warum – außer Frau Pyka – hat das bloß niemand bemerkt? Ja, verdammt noch mal, das steht doch da: Das alles ist ‘insgeheim’ geschehen! So macht man das im ‘modernen Qualitätsjournalismus’, wenn man Widerreden im Keim ersticken will. Man erfindet eine versteckte Monstranz, die angeblich jeder erblickte und niemand sah, und instrumentiert hilfsweise einige Füllwörter, die als ‘Bierdeckel’ dem wackligen Tisch dieser Argumentation untergeschoben werden. Genauso wie gleich danach ein unauffälliges “zweifellos” jedes Löcken gegen die folgende haltlose Feiertagsbehauptung unterdrücken soll:

“Zu den Feiertagen, die trotz fehlender gesetzlicher Verankerung von immenser Bedeutung sind, gehört zweifellos der 11. September.”

Ah – ja? Es war ja damals auch gaaanz, gaaanz schlimm bei uns in der Bundesrepublik, wo eine indoktrinierte Bevölkerung aus lauter irregeleiteten Gutmenschen geschlossen den Attentätern applaudierte, statt endlich mal den Israelis zur Atombombe zu gratulieren:

“Hierzulande [rieb man sich] mit einem „Geschieht den Amis recht!“ auf den Lippen schadenfroh die Hände”.

So rappelt das weiter – völlig intelligenz- und faktenbefreit (“Völkerrecht ist keine spannende Angelegenheit und interessiert hierzulande höchstens dann, wenn die Israelis es brechen”), bis das Publikum, sofern noch nicht geflüchtet, es schließlich resigniert aufgibt, in diesem Buchstabenhäufchen noch nach Vernunft zu suchen. Es ist eben ‘Jenny’s Welt’,  ein wild zusammengeleimtes Traumland ohne Kohärenz und Korrespondenz, bei dessen Anblick der Leser sich fragt, wie solch ein Tanja-Anja-Kram in ein Medium gelangen kann, das sich doch so gern mit ‘Seriösität’ schmücken würde …

Kein Text ist übrigens zu blöd, um nicht irgendwem in den Kommentaren damit eine Freude zu bereiten:

“Als Liberaler freut man sich ob der Meinungsbildung, zumal der Kommentarbereich als unfreiwillig repräsentativer Querschnitt der Verneiner, der von Frl. Pyka gekonnt als Fehdehandschuh in die Runde geworfenen Thesen und Analysen (und Ihrer Person) wirkt.”

Da redest du wohl Kninden von der Farbe, du Knödel …

Verkörperungen welcher CDU?

Als Personifikationen der modernen Großstadt-CDU bleiben Ursula von der Leyen und Peter Altmaier.”

Na – hier dreht Alexander Görlach, Ex-Pressesprecher der Unionsfraktion, doch ein wenig stark am Partei-Kaleidoskop, er verzeichnet die Sachlage tief ins kunterbunt Psychedelische hinein: Mit Großstadt, Latte Macchiatto und Gucci hatte vielleicht der Röttgen am Rande noch etwas zu tun, bei Mutti wird das schon zweifelhaft, und vollends bei Peter Altmaier denke nicht nur ich an ‘Die Kanzlerin und ihr Nilpferd’, um illustrierend einen alten Bud-Spencer-Titel heranzuziehen. Es färbt auch nicht ab, wenn der Herr Görlach diesem schwerblütigen Mann mit Ursula von der Leyen den Typus ‘Gutsbesitzerstochter’ zur Seite stellt, eine Frau, bei der wir doch eher Gerte und Reitstiefel vermissen, nicht aber die urbane Umgebung.

Andererseits sorgt ein gedankenloser Ich-bin-gaga-und-stolz-darauf-Journalismus mit fast jedem Nebensatz noch dafür, dass einem die Lektüre der angeblich ‘seriösen’ Publizistik in Deutschland täglich mehr verleidet wird.

Die dreifache Negation

Keine Keule ohne Antisemit”, möhrt es uns aus einem Artikel der Jennifer Pyka entgegen, die sich hier schon mal vorhalten lassen musste, dass die eiernde ‘Achse des Guten’ auch von ihr nur selten mit Intelligenz oder Sprachwitz geschmiert wird – und daher stets gar lästerlich daherquietscht. Für die Langsammerker unter uns habe ich den rhetorischen Sündenfall mal explizit aufgedröselt: Keine(1) Keule ohne(2) Anti(3)semit“.

Satzlogisch bietet das Konstrukt jetzt folgende Möglichkeiten der Sinnbewahrung, lösen wir von den drei Negationen jeweils zwei auf – frei nach der alten Prämisse ‘Zweimal Minus ergibt Plus’:

Jede Keule mit Antisemit – das aber ist höherer Blödsinn, weil auch schon ganz harmlose Menschen ohne rassistische Hirndefizite Keulen geschwungen haben sollen. Zum Beispiel bei der rhythmischen Sportgymnastik …

Jede Keule ohne Semit – auch das verletzt die Intelligenz, weil Semiten – so es sie tatsächlich geben sollte – wohl schon mal eine Keule in die Hand genommen haben. Last not least:

Keine Keule mit Semit
– auch nicht besser, siehe Absatz zuvor.

Nicht nur in der Headline hat Frau Jennifer Pyka uns mal wieder einen Text zusammengehäkelt, der absolut keinen Sinn ergibt, wie auch immer man ihn liest …

Bild-Ersatz

Das verschwundene ‘Bild-Girl von der Seite 1’ ist bei ‘The European’ wieder aufgetaucht, gleichfalls auf der ‘Seite 1’. Ob die Redaktion dort ihre bildbegleitenden Texte auch ausschließlich von Frauen zur Druckreife handstreicheln lässt, bleibt unerforscht. Das Lead zuvor durfte jedenfalls noch ein echter Oh-Männo-Mann häkeln. Er trägt den schönen Namen Lars Mensel, was hiermit für alle Zeiten festgehalten sei.

Statt um ein Bild-Revival könnte es sich natürlich auch um eine Variante des Klaus-Röhl’schen Konkret-Marketings handeln, um jene altbewährte Mischung aus Titten und Weltrevolution, auf deren Vorlage hin ein männlich-linksbürgerliches Publikum in den frühen 70er Jahren dem Klassenfeind stets angeregt ins Gesicht spritzen konnte. Nur dass der ‘European’ heute so revolutionär und links ist, wie eine Chinesin naturblond. Jedenfalls kann jetzt immer ‘die Griechin von der Seite 1’ im ‘European’ von den Problemen ihres Landes berichten, sofern sie nur blank zieht.

Trotzdem, ich kann mir nicht helfen – zumindest bei der Bildunterschrift deutet für mich alles auf frauliche Redaktionskünste hin, lauscht man diesem wohlbekannten Sound. So lasziv haucht kein Mann in die Tasten – und Thessaloniki hat unsere Tessa schließlich auch falsch geschrieben:

Diese Kurven passen unter keinen Rettungsschirm: Kein Wunder, dass die rassige Stephania (18) aus Tessaloniki nichts von den Sparplänen ihrer Regierung hält: “Wir Bürger gaben das letzte Hemd!” Unser Triple-A-Rating ist ihr jedenfalls sicher.

Womöglich aber ist das alles auch nur vorgekaute Ironie an Intellektualtünche, also Journalistenhumor – und ich habe mal wieder rein gar nichts verstanden …

Pykareskes

Unerhört ist das: Da schreibt Frau mal den einen oder anderen israelunkritischen Text für die berüchtigte ‘Achse des Guten’, wo bekanntlich der Inhalt nur selten hält, was der Name verspricht, und prompt wird sie rechtsextremer Verbindungen verdächtigt! Und das nur, weil sie im redaktionellen Umfeld der von sich selbst – also von allerhöchster Stelle – erleuchteten Muslimophoben schreibt. Sogar von Rupert Polenz, dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, gab’s dessenthalben schon was auf die Glocke, woraufhin die Verteidiger der Schnuckelmaus ihr wiederum die moralischen Schaumteppiche ausrollten:

Können Sie sich vorstellen, was passiert, wenn potentielle Personalchefs die junge Dame googlen und dabei auf derartige „Berichte“ stoßen? Noch dazu, wo nun ein namhafter Politiker wie Sie solch haarsträubende Behauptungen mit dem „CDU-Gütesiegel“ versehen hat?

Naja, wie ich deutsche Personalchefs kenne, hindert es Karrieren nicht, wenn man gelegentlich mal auf der ‘Achse des Guten’ durchs Leben gerollt ist. Wie aber kam es zu diesem Konflikt unter Jüdinnen? Nun – die eine Jüdin unterstützt aus Gründen der Aussöhnung einen israelisch-arabischen Waldorf-Kindergarten namens Ein Bustan dort unten im Unheiligen Land. Dort also, wo derzeit der Netanjahu regiert, gestützt auf rabbizophrene Talmud-Rechtsausleger, die von einem Groß-Israel träumen. Die andere Jüdin, also unsere Pykadora hier, die regte sich mitsamt ihrer Mutti* über einen solchen Kindergarten in Israel maßlos auf und betrieb in sozialen Netzwerken das, worüber sie jetzt im ‘European’ zetert. Für Sympathisanten der ‘Achse des Guten’ wiederum ist diese Opfer-Täter-Doppelrolle kein ganz atypisches Verhalten – ‘bin ich nicht Jekyll, dann bin ich der Hyde’.

“Wenn man sich für „Ein Bustan“ einsetzt ist man nicht nur als Nichtjude schnell ein Antisemit, sondern, wenn man das Pech hat israelischer Jude zu sein, ja dann ist man sogar ein Staatsfeind und jüdischer Antisemit zugleich und wenn man ein ganz gewöhnlicher nichtjüdischer Deutscher ist, ja dann ist man ein antisemitischer propalästinenscher Nazi.” [Ich bitte, auch die Giddel-Kommentare unter diesem Text zu beachten]

Das, worüber unsere tippselnde Ballerina sich hier gekonnt zu echauffieren versteht, das muss natürlich gleich die ganze Antifa sein – unter dem tut sie es nicht. Ein paar Hanseln wären ihrem Anspruch nicht genug. Erst die imaginierte Größe des Gegners hebt einen Kampf mit Windmühlen ins Mythologische:

“Die Antifa ist irgendwie auch nicht mehr das, was sie mal war. … Heute … sitzt sie mit dem Mac auf dem Sofa und fantasiert sich liebevoll einen imaginären Feind herbei, der sich in der Regel nicht durch das Tragen von Glatzen und Springerstiefeln, sondern lediglich durch eine nicht Antifa-konforme Meinung auszeichnet.”

Warum bloß könnte ich jetzt schwören, dass die Schreiberin noch nie einen Antifa-Aktivisten aus der Nähe sah? Egal – mancher würde sogar sagen, dass die Frau Pyka sich hier eine Antifa herbeideliriert. Weshalb aber der ‘European’ der wirren Deern seine Spalten freiräumt, das interessiert mich dann doch. Möge sie doch ins heutige Jerusalem reisen, um dort im Bus bei den anderen Weibern ganz großisraelisch und züchtig verhüllt auf der Hinterbank zu sitzen …

* dies ist die Mutti mit dem übermäßigen Mitteilungsdrang, die beim WDR als ‘Frau Maltzahn’ anrief – in Töchterchens eigenen Worten: “Ankündigungen zufolge [wurden] sogar eigens Musikanten des WDR-Sinfonieorchesters engagiert, wovon der zuständige Intendant allerdings nichts wusste – zumindest teilte er dies meiner Mutter mit, als diese sich dort erkundigte.” Kurzum – wäre da nicht der Kindergarten, müsste man diesen intellektuellen Kindergarten gar nicht ernst nehmen …

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