If your memory serves you well ...

Schlagwort: Spam

Das russische Dilemma

Schon wahr, die Russen könnten jetzt Twitter blocken, ganz legal auf einer selbstgebackenen gesetzlichen Grundlage. Sie könnten so eines der letzten ‘Outlets’ für oppositionelle Stimmen in Russland stopfen. Aber aus welchem Loch sollten dann ihre Trolle noch so hirnerweichend flöten?

Die Sache mit den ‘Phosphorbomben’, über die Russland barmt, die ist natürlich ‘ganz ganz schröcklich’. Nur fand das alles an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit und bei einer ganz anderen Gelegenheit statt. Bester Herr Lawrow, auch wenn Sie beim größten Bullshit immer so tierisch ernst bleiben können, Sie sollten Ihre Propaganda allmählich mal ein wenig intelligenter gestalten. Denn Sie strullen ja nicht nur Ihre Desinformationen ins Internet hinein, die Ladung kommt auch oft genug aus dem Internet zurück, und dann direktemang ‘in your face’:

“Russia’s Foreign Minister Sergei Lavrov should really do a Google check before proposing urgent UN Security Resolutions on the situation in Ukraine. Five minutes on the Internet would for example, clarify that the ’evidence’ he claims for Ukraine’s use of phosphorous bombs in fact dates back to Iraq in 2004.”

Ha, ob Irak oder Luhansk, ob 2004 oder 2014 – das ist doch völlig unerheblich. Ein paar Trottel werden es schon glauben, nicht wahr? Wer’s genauer wissen will, was da vor sich geht – ein ehemaliger Putin-Berater sollte doch wohl wissen, was seinem Ex-Chef durch die Denknuss spukt:

“First, he said, what is taking place is not a Ukrainian issue but “a war of Russia with Ukraine. Or more precisely, Putin’s war against Ukraine.” …

Das hier gefällt mir übrigens: Die Flüchtlinge aus der Ostukraine, die doch angeblich alle ins Reich des Guten und Russischen fliehen, finden jetzt in Onkel Janukowitschs kleiner Datscha Unterschlupf – und pinkeln dort in seine güldenen Klobecken:

https://twitter.com/KyivPost/status/477047841576480768/photo/1

Neues Media-Meter?

Dank der Hilfe fleißiger Astroturfer während der Ukraine-Krise lässt sich auch eine Skala der imaginierten Bedeutung deutscher Medien erstellen. Wo bei ‘ARD’, ‘Spiegel’, ‘Zeit’ oder ‘Standard’ die Threads binnen Minuten überlaufen, sobald nur das Wort ‘Vodka’ fällt oder ein Redakteur mal nicht die ‘faschistische Gefahr’ in Kiew beschwört, da wird das Kommentariat beim ‘Stern’ schon wesentlich schreibfauler, während der großmächtige ‘Cicero’ noch gerade mal zwei einschlägige Kommentare einfährt. Das könnte aber auch an den Perlen des metaphorischen Sprachgebrauchs dort liegen – die machen den härtesten Astroturfer wohl ratlos:

“Zwischendurch spuckt Wladimir Putin Friedenstauben.”

Ich mach’ mir den ‘Traffic’ selber

Was diese SEO-Nasen sich einbilden, bleibt mir oft unerfindlich:

“Lieber Webmaster,
Ich habe Ihre Webseite stilstand.de gefunden, während ich im Internet unterwegs war, und würde gerne Links mit Ihnen tauschen. Ich biete Ihnen ein kostenloses, faires und vorteilhaftes Geschäft im Gegenzug zu einem Backlink an.
Auf [XYZ] finden Sie alles – von Anleitungen für Anfänger bis zu fortgeschrittenen Themen, die zu echtem Traffic auf Ihrer Seite führen. All das ist komplett kostenlos. Lassen Sie mich wissen, was Sie davon halten. Ich freue mich darauf, Links mit Ihnen zu tauschen.
Mit freundlichen Grüßen, [XYZ]”

Da wanderte also jemand im Netz so vor sich hin – und stieß rein zufällig auf den Stilstand. Du willst also wissen, was ich von solchen Ammenmärchen halte. Glaub’ mir, das willst du besser nicht wissen, junger Mann. Weil’s bei euch man bloß tröpfelt, kobert ihr euch mit eurer Linkschleuderei an andere ran – ‘völlig kostenlos’ natürlich. Tsss – mit solchen Methoden mir beibringen wollen, wie ich zu echtem ‘Traffic’ komme? Ich setze mir doch auch keine Läuse in den Pelz …

Jüdische Vermächtnisse 2.0

Was wurde eigentlich aus den jüdischen Vermächtnissen der hessischen CDU? Nun, sie sind heute der Trash-Köder der vereinigten Spam-Mafia dieser Welt und sie werden weltweit durch den Wolf dubioser Übersetzungsprogramme gedreht:

“Wie gehen Sie heute und Ihre Familie? Ich hoffe fein, ich bin Herr Michael Webster, der stellvertretende Direktor von Credit Suisse-Bank hier in London, England. Ich trete mit Ihnen was zu einen Geschäftsantrag, der von einem unermesslichen Nutzen zu beiden von uns ist und weniger die privilegierten betrifft in Verbindung. Seiend die stellvertretender Direktor London- mit AußenbezirkenZweigniederlassung, entdeckte ich eine Summe von GBP £16,500,000.00 (sechzehn Million fünfhundert britische Pfund Sterling-) in einem Konto, das bis eins unseres Auslandskunden späten Herrn Moises Saba Masri gehört. Er war ein jüdisches Geschäfts-Mogul von Mexiko, das auf einem Hubschrauberabsturz starb. Herr Saba war 47 Years-old, als seine Frau, sein nur Sohn Avraham (Albert) und seine Schwiegertochter starb in einem Hubschrauberabsturz. … “

Apropos – zum verräterischen und völlig überflüssigen ‘Herr’ in “Herr Michael Webster” – denn eine Anrede schreibt man sich nie selber zu: In der Grundschule kannte ich damals einen Mitschüler, dessen Vater, ein Lotse, bekanntermaßen eine sehr lockere und schwere Hand führte. Als das arme Würstchen dem Lehrer mal eine Entschuldigung für sein Fernbleiben vom Unterricht liefern sollte, strickte der sich aus blanker Angst dies Dokument selbst – und er unterzeichnete es kalligraphisch in schönster Grundschulschrift mit “Herr Saxe”. Prompt – und nicht nur deshalb – flog das Falsifikat auf. Dieser arme Siegfried erschien am nächsten Tag grün und blau geschlagen in der Schule. Auch eine Form schwarzer Pädogogik, dieses Denunziatorische, was unser wehrmachtgestählter Lehrerbürokrat damals so fühllos betrieb. Recht geschah’s diesem Eleven, er hätte ja nicht fälschen müssen – die ewige Logik der Selbstgerechten …

Muss Louis Vuitton sparen?

LV Damier Canvas Taschen Steckdose lassen Freunde nicht weit weg von Louis Vuitton auf Verkauf Sie sagte jedes Mal zu diesem Thema immer gedacht, der sich auf mehrere gute Freunde zu haben. Bier und Kegelspiel wirklich unzuverlässig, Louis Vuitton Outlet manchmal kann eine fantastische Rolle spielen, ist es Sie wissen lassen, Kumpels wirklich Freund, können Sie auch von Freund kann nicht weit weg von you.Louis Vuitton Handtaschen Verkauf euch vergossen hängen neben Beutel neben noch sehr viel sehr gute Freunde neben dir, mit dir, das ist, was Freunde wichtig sind, wird auch der entscheidende sein.”

Ja, Steckdose für machen Freund Robot Programmübersetzlichkeit! Aus einem gelöschten Spam-Kommentar von einem ‘wirklich Freund’. Höherwertigen SEO-Luxus kann sich eben nicht jeder leisten, zumindest schon mal nicht den gediegenen Luxus der Sprache …

Tölpel jagen

Sehr gehrter Kunde! Unsere Bank hat eine Generalьberholung, die oder rutschen Fehler unterzogen. Bitte laden Sie den Anhang und nett zu Ihren Daten und Kontoinformationen sicher zu aktualisieren. Wenn Sie unsere Leistungen gab, ignorieren Sie bitte diese Nachricht. Danke. Wir alle kennen und respektieren Sparkasse.”

Wenn’s keinen Erfolg hätte, würden sie’s ja nicht versuchen. Wenn’s Erfolg hat, frage ich mich, wie’s in gewissen Köpfen wohl aussieht. Wie dem auch sei, von praxistauglichen Übersetzungsprogrammen sind wir immer noch Lichtjahre entfernt …

Ein Medium für jedermann?

In der Jugend mag uns das noch so vorkommen: Da wird gesimst und gechattet, was die Tastatur aushält. In den Pubertätsecken des Internet blühen die intimen Konfessionen wie einst im ‘lieben Tagebuch’: “Boaar, hastu den Kenny gsehn, ej! Den könnt ich fielleich – ej. Ir wist ja nix fon Liebe – ir Schlampn!” [Zeichensetzung halbwegs normalisiert] …

Das Internet – sagen wir’s, wie’s ist – steckt voller ‘Mist’: 99,9 % der Botschaften interessieren niemanden – nur den Absender. Das alte grundlegende Problem allen Schreibens bleibt im WWW erhalten: Man muss schon etwas zu sagen haben, damit man etwas schreiben kann – und es ist ein verdammt langer Weg vom Kopf auf den Bildschirm, und ein noch längerer von dort in den Kopf des Lesers.

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So sieht er aus, der Content!

Rechtschreibung? Zeichensetzung? Logik? – – – Ja, Pustekuchen, wer sollte das denn wohl bezahlen? Folglich sieht’s dann so aus – das Textbewusstsein im Marketing 2.0. Auch dieses Beispiel von zwanghaftem Doppelsabbel und Keyword-Gebolze, vermute ich mal, schrieb wohl ein Mensch, am Ende gar ein SEO-Lohnsklave für satte 3 Cent die Zeile, der einst im jugendlichen Überschwang beschloss, ‘irgendwas mit Medien’ zu machen:

Das Textgefühl liegt jenseits der Nachweisgrenze.

...

Textgefühl jenseits der Nachweisgrenze.

Spamdeutsch

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre E-Mail-Adresse hat den Betrag von 500.000,00 Euro (fünfhunderttausend Euro) in ein Internationales E-Mail-Programm Gewinnspiel gesponsert von Cisco Network International, Microsoft Systems Corporation und der Sultan von Brunei am 11. Oktober 2008 in den Niederlanden. Wir schreiben, um offiziell Sie über diese Auszeichnung und Sie werden beraten, wenden Sie sich an Ihren Anspruch Agent.”

Oder aber: die Crux mit den Übersetzungsprogrammen …

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