If your memory serves you well ...

Schlagwort: SEO (Seite 1 von 2)

Der Sachverhalt ist einfach …

Warum lange herumdrucksen? SEO war mal eine nette Marketing-Idee, die eine Zeitlang sogar halbwegs funktionierte. Jetzt klappt’s eben nicht mehr: “Das langsame Sterben der Seo-Blogs.” Die Postkutsche hat jetzt ausgedient, das ist das ganze Geheimnis – da muss die Herde der Kauf-mich-Experten eben weiterziehen und uns das nächste ‘ganz heiße Ding’ verkünden. Im Grunde geht’s doch immer nur darum, den Leuten was zu verklickern und zu vertickern, was sie gar nicht wissen oder haben wollen …

Ich mach’ mir den ‘Traffic’ selber

Was diese SEO-Nasen sich einbilden, bleibt mir oft unerfindlich:

“Lieber Webmaster,
Ich habe Ihre Webseite stilstand.de gefunden, während ich im Internet unterwegs war, und würde gerne Links mit Ihnen tauschen. Ich biete Ihnen ein kostenloses, faires und vorteilhaftes Geschäft im Gegenzug zu einem Backlink an.
Auf [XYZ] finden Sie alles – von Anleitungen für Anfänger bis zu fortgeschrittenen Themen, die zu echtem Traffic auf Ihrer Seite führen. All das ist komplett kostenlos. Lassen Sie mich wissen, was Sie davon halten. Ich freue mich darauf, Links mit Ihnen zu tauschen.
Mit freundlichen Grüßen, [XYZ]”

Da wanderte also jemand im Netz so vor sich hin – und stieß rein zufällig auf den Stilstand. Du willst also wissen, was ich von solchen Ammenmärchen halte. Glaub’ mir, das willst du besser nicht wissen, junger Mann. Weil’s bei euch man bloß tröpfelt, kobert ihr euch mit eurer Linkschleuderei an andere ran – ‘völlig kostenlos’ natürlich. Tsss – mit solchen Methoden mir beibringen wollen, wie ich zu echtem ‘Traffic’ komme? Ich setze mir doch auch keine Läuse in den Pelz …

SEO ins Klo!

Mich hat es ja auch oft gewundert, wie mühelos ich als Schreiber im Listing an all den SEO-Strategen und Industrieton-Journalisten vorbeizog, die dort mit bunten Keywords wie mit Konfetti um sich warfen. Was diese bemühten Algorithmenenträtseler nämlich ewig nicht kapieren werden, ist der Konflikt unterschiedlicher ‘Geschäftsmodelle’. SEO-Leute und PR-Fuzzies möchten Doktor Murkes Hühneraugenelixir naturgemäß mit Hilfe ihrer Zauberformeln weit oben platzieren, und gegenläufig dazu muss Google darauf achten, dass der werte Nutzer nicht ständig ‘kommerzielle Angebote’ vorfindet, wo er valide Inhalte erwartet. Sonst wäre auch die große Zeit von Google nämlich ganz schnell vorbei:

“Mit ‘Gibberish Scores’ (Geschwafel-Auswertungen) will Google inhaltsleeren Content entlarven.”

Zum Thema unterschiedlicher Geschäftsmodelle, wie auch der Chancen, die daraus für uns als schreibendes Volk resultieren, habe ich vor einigen Wochen mal – in durchaus kommerzieller Absicht – ein Modell hingescribbelt. Ich habe dies Modul ‘Textwartung’ getauft und stelle den Inhalt hier einfach mal ein, zum weisen Gebrauch durch interessierte Schriftkundige:

“Eine Homepage lebt, sie ist kein statisches Produkt. Anders als eine Firmenbroschüre, anders als ein Gerichtsurteil oder ein beliebiges gedrucktes Medium stehen Veröffentlichungen im Internet immer in einem dynamischen und ‚fluiden‘ Zusammenhang. Um als Medium dort zu funktionieren, um also dort zwischen Sendern und Empfängern zu ‚vermitteln‘, müssen Veröffentlichungen im Netz veränderlich sein – und sie müssen kontinuierlich optimiert werden.

Die Ursache ist technischer Natur: Mehrmals in der Woche schauen die ‚Roboter‘ von Google und anderen Suchmaschinen auf jeder Netzplattform dieser Welt vorbei. Sie blicken dort vor allem darauf, ob sich seit dem letzten Besuch etwas verändert hat – und diese Veränderungen registrieren sie, indem sie primär Texte scannen und vergleichen. Diese Veränderlichkeit entscheidet dann über die Relevanz einer Seite. Statische Seiten rutschen in der Liste der Fundstellen kontinuierlich den Berg hinab.

Das neue Layout, der ‚neue Auftritt‘ – einst Lieblingsargumente von Agenturen bei der Kundenakquise – solche ästhetischen Fragen haben demgegenüber rapide an Bedeutung verloren. Wer im Netz Beachtung finden will – ob nun für das Gewinnen neuer Kundschaft wie auch ganz allgemein für das Durchsetzen seiner Ansichten – der muss seinen Texten mehr Aufmerksamkeit schenken. Die kontinuierliche Pflege der Textebene ist im Netz unverzichtbar geworden.

Der Abschluss eines Homepage-Projektes steht daher immer am Anfang einer fortan kontinuierlichen Arbeit am Text. Es geht um eine netzaffine und dauerhafte Optimierung der Textebene in Kooperation mit den Kunden – möglicherweise als bezahltes Dienstleistungsmodul.

Ein zweiter Grund kommt hinzu: Zur Verzweiflung aller SEO-Strategen stürzen keyword-optimierte Seiten im Ranking ungewohnt rasch ab. Das Interesse der Betreiber und ihrer Kunden, die ja gerade auf werbungsferne und kommerzfreie Fundstellen Wert legen, dieses Interesse deckt sich nicht mit demjenigen der Suchmaschinenoptimierer der ersten Generation. Stünden vorn auf den Seiten einer Suche ständig nur ‚kommerzielle Angebote‘, dann ließe das Interesse dieser Nutzer an ihrer Suchmaschine merklich nach. Bing und Yahoo könnten uns davon ein Lied singen – und Google hat gerade deshalb seinen Suchalgorithmus konsequent ‚antikommerziell optimiert‘ (zuletzt mit dem Hummingbird-Update) – zur Verzweiflung traditioneller Keyword-Optimierer. Google achtet neuerdings eben auch auf die ‚Tonality‘. Der superlativische Werbeton ist geradezu ein Ausschlusskriterium geworden.

Damit gewinnt der Stil, in dem Texte verfasst sind, an Bedeutung. Überlebt hat sich der atemlose Hypa-Tonfall, wo in einem Sechs-Worte-Satz möglichst siebenmal Worte wie ‚Kompetenz‘ oder ‚Kundenfreundlichkeit‘ untergebracht werden mussten. Kompetenz und Kundenfreundlichkeit ergeben sich künftig allein aus dem argumentativen Inhalt der Texte, nicht länger aus dem Etikett. Andernfalls schickt die Suchmaschine einen Text gleich wieder in den Orkus. Die Kunst besteht wieder im Schreiben, nicht im Keyword-Taggen …

Ein Modul ‚Textwartung‘ könnte für jenen ausgefeilten Stil sorgen, der zum Erfolg im Ranking beiträgt – beispielsweise durch ständig aktualisierte Newsleisten und Blogstrukturen, die mit ihrer reichen Sprache dann auch den Google-Roboter überzeugen. Weil der Auftritt von erfahrenen und netzaffinen Schreibern mit einem großen Wortschatz betreut wird.

Ein solches Modul ‚Textwartung‘ richtet sich folgerichtig an jeden, der im Netz publiziert, an Unternehmen und Rechtsanwälte, an Kammern und Einrichtungen, an die Politik wie an Initiativen und Interessengruppen … das Netz ist ein Medium, das eine intelligente und inhaltsreiche Textgestaltung konsequent belohnt.”

Statistik für Leser

Mäßig, aber regelmäßig – ein Blog ist nun mal kein Medium, das sich sprunghaft in ungeahnte Höhen entwickelt, das mit Vorgaben oder ‘Quartalszahlen’ zu fassen wäre, vor allem dann nicht, wenn in ihm die Medienkritik argumentativ immer mehr in den Vordergrund rückt, ein doch eher randständiges Thema also. Mich aber interessiert’s nun mal, weil der Journalismus aus sich heraus kaum inhaltlich-stilistische Kritik am eigenen Gewerbe produziert. Obwohl dies angesichts des grassierenden und schnellfertigen ‘Industrietons’ bitter nötig ist. Einige wissen – scheint’s – noch nicht einmal, wie ‘Argumentation’ zu buchstabieren wäre. Wer das ähnlich sieht, schlägt dann wohl hier auf.

Oder aber, ein Blog verschwindet auch schnell wieder – siehe das Auf und Ab in den Blogcharts, weil dessen Inhalt auf einen kurzlebigen Hype, auf ‘Special Interest’ oder auf einen Trend aufgesetzt hat, aufs neue iPhone oder auf veganische Ernährung bspw. Natürlich könnte ich mit Keyword-Gebolze, mit Rumtaggen und SEO-Optimierung mehr erreichen. SEO ist aber immer auch ein wenig ‘Betrug am Leser’. Ihm wird – damit’s ein Prachtkonsument wird – ein leckerer Fressnapf voll mit Pawlows Eintopf hingestellt, der bei inhaltlicher Betrachtung zumeist nur Placebos, Fastfood, Haltloses oder Wiedergekäutes enthält. Resultat: Leserunbefriedigung. Er riecht die ‘Verkaufe’ …

Im Kern ist es wohl so, dass Blogs ‘langsame Medien’ sind. Sie erfordern vor allem Geduld und Arbeit. So lange meine Leserschaft regelmäßig wächst, will ich daher rundum zufrieden sein:

Stilstand1

Hier übrigens ein Überblick über die Artikel, die in den letzten 14 Tagen ‘am häufigsten’ aufgerufen wurden:

Stilstand2

Getrolle, Schmähungen oder ‘Shitstorms’ halten sich durchaus in Grenzen, obwohl hier oft ein schärferer Wind weht. Es kommt schon mal vor, mehr aber nicht. Vielleicht haben sie ja auch einfach nur Angst, hinterfragt zu werden … denn hier wird noch geantwortet, in den Leserforen der Redaktionen wird allenfalls die Löschtaste gedrückt.

Muss Louis Vuitton sparen?

LV Damier Canvas Taschen Steckdose lassen Freunde nicht weit weg von Louis Vuitton auf Verkauf Sie sagte jedes Mal zu diesem Thema immer gedacht, der sich auf mehrere gute Freunde zu haben. Bier und Kegelspiel wirklich unzuverlässig, Louis Vuitton Outlet manchmal kann eine fantastische Rolle spielen, ist es Sie wissen lassen, Kumpels wirklich Freund, können Sie auch von Freund kann nicht weit weg von you.Louis Vuitton Handtaschen Verkauf euch vergossen hängen neben Beutel neben noch sehr viel sehr gute Freunde neben dir, mit dir, das ist, was Freunde wichtig sind, wird auch der entscheidende sein.”

Ja, Steckdose für machen Freund Robot Programmübersetzlichkeit! Aus einem gelöschten Spam-Kommentar von einem ‘wirklich Freund’. Höherwertigen SEO-Luxus kann sich eben nicht jeder leisten, zumindest schon mal nicht den gediegenen Luxus der Sprache …

Werbung ist für Doofe

Mein Ad-Blocker schützt mich relativ zuverlässig vor unerwünschter Handelsbebilderung, der Spamfilter sagt allen Ukrainern wie auch der Hongkong-Mafia, sie möchten bitte draußen bleiben. Kurzum, dieses Forschungsergebnis zum Netz-Marketing ist genauso, wie Klein-Kläuschen sich das immer schon gedacht hat.

Und komme mir jetzt keiner mit dem tränenreich barmenden Argument, dass ich diese Instrumente unbedingt wieder abschalten solle, damit sich die Netzaktivitäten des weltweiten Kommerzialismus endlich ‘rekapitalisieren’ könnten. Niemand hindert euch schließlich daran, dieses Neuland einfach aufzugeben, und wieder ‘Print’ zu buchen. Die Verleger würden es euch danken – die ‘kaufkräftigen gebildeten Schichten’ euch verfluchen:

“Nutzer mit einem höheren Bildungsgrad bzw. Einkommen klicken weniger oft auf Werbeanzeigen als Nutzer mit einem eher geringen Einkommen bzw. Bildungsgrad.”

Übrigens – schöne Headline dort …

Aus dem Tal der Ahnungslosen

Dabei weiß jeder heute: Was Google nicht auf den vorderen Rängen findet, existiert nicht.”

Oder – was nicht im Schaufenster steht, ist gar nicht da. Korrekt formuliert und journalistisch sauber ausrecherchiert lautet dieser Satz hingegen:

“Wenn ein SpOn-Redakteur etwas bei Google nicht gleich auf der ersten Seite findet, existiert es für ihn mangels Einblick nicht.”

Und wo erwirbt so ein eilfertiger Tippfinger sein Google-Wissen samt Scheuklappen: In der hauseigenen SEO-Kapelle natürlich. Tscha – und woher kam überhaupt dieser Lärm? – – – Das böse Google hat dem guten SpOn einfach die App-Preise erhöht. Oha, was erlauben sich Google! Ich bin je länger, je mehr für die Einführung eines Internet-Führerscheins, zumindest im medialen Bereich …

Textqualität im Netz

Wolf Schneider plus SEO – das ist grob gesagt die Formel, die uns Claus Hesseling auf seinem Blog ‘Onlinejournalismus’ für das bessere Schreiben im Netz anpreist. Da es sich um einen ‘Spickzettel’ im pdf-Format handelt, kann ich hier nur auf diese Fundstelle verlinken, nicht auf die einzelnen Zitate. Im Kern handelt es sich um die Transformation journalistisch ‘bewährter Methoden’ ins Netz hinein. Selbst wenn jetzt alle Netz-Eleven diesen Zettel hinter den Monitor klemmen würden, folgen daraus – wie ich fürchte – keine besseren Texte.

Zunächst einmal ist Hesselings ABC-Schule in sich wiedersprüchlich. So fordert Hesseling gleich anfangs, die “wichtigsten Informationen am Anfang des Textes” und vor allem gleich am “Anfang jeden Absatzes” zu bringen. Um wenig später dann den beliebten “Cliffhanger” zu fordern, damit aber auch eine ‘Verrätselung’ des Textes und einen ‘Informationsstau’, um Neugier und Lust aufs Weiterlesen zu erzeugen. Beides geht nicht zusammen: Entweder volle Aufklärung gleich im ersten Satz – oder aber die Verschiebung der Lösung tiefer in den Text hinein, so wie bei einem guten Kriminalroman. Der Leser steht ratlos davor – das ‘Navi’ sagt ihm: Fahren sie rechts und links …

Zweitens preist uns der Verfasser eine ‘Focussierung’ der Texte an, so wie in Markworts Faktenschleuder, ein Magazin, das bekanntlich dem Erfolg derzeit eher hinterherstratzt. Durch Infokästen und Tabellen sollen lange Texte nach dem “Sushi-Prinzip” aufgebrochen werden, es entstehen jene bunten ‘journalistischen Schlachteplatten’, die angeblich beiden, dem eiligen wie dem genauen Leser, gleichermaßen etwas zu bieten haben – das Resultat ist eine infolegende Narrationssau.

Die Abkehr vom Feuilleton empfiehlt uns Hesseling dann beim ‘Headlining’: “Sinnvolle statt witzige oder feuilletonistische Überschriften“, natürlich vollgepackt mit googlefreundlichen ‘Keywords’. Mal abgesehen von dem ewigen Missverständnis des Unterhaltsamen – dass also eine Headline, die ‘witzig’ ist, dies nur sein kann, wenn sie auf Sinn verzichtet – davon abgesehen, wird ein solch strohtrockenes Verfahren den Leser nur gähnen machen. Er denkt, er habe aus der Headline schon alles erfahren und düst weiter zur nächsten Station im Netz.

In die gleiche Kategorie gehört auch der Ratschlag, die Sätze “short & simple” zu halten, weil “niemand sich beschweren wird, wenn etwas zu einfach zu verstehen ist“. Tscha – warum lesen Erwachsene eigentlich keine Kinderbücher? Wir stoßen hier auf die ewige Unterschätzung des Lesers, die es jedem eher Schreibunbegabten erlaubt, seine Defizite auf den Rezipienten zu übertragen, nach dem Motto: “Der Leser will es doch so” (war das nicht ein schöner langer Satz?). Wahr ist förmlich das Gegenteil: Mit dem Hundetrab kurzer Sätze unterfordern wir den Leser und kegeln ihn aus dem Text. Die Regel lautet: Jeder Satz sei so lang wie der Gedanke, den er formuliert. Wirkt der Satz unverständlich, dann arbeite an deinem Stil. Unbequem? Klar ist das unbequem – für den Schreiber nämlich!

Auch der Hinweis, auf Adjektive und Adverbien zu verzichten, ist in dieser Absolutheit Blödsinn. Die dritthäufigste Wortklasse der deutschen Sprache dient dazu, emotionale und sinnliche Qualitäten zu benennen. Wer auf sie verzichtet, amputiert die Realität und seine Möglichkeiten. Das Problem sind ja nicht die Adjektive, sondern die ‘rundgelutschten Adjektive’: der ‘erfolgreiche’ Geschäftsmann, die ‘eingetretene’ Entwicklung, die ‘blutige’ Schlacht usw. Gleichen sie ausgetretenen Stanzenpantoffeln, zeigen uns Adjektive nur, dass hier ein Schreiber zu faul war, selbst etwas zu erleben. Zum Thema habe ich anderswo schon etwas geschrieben. Selbst der Verzicht auf Relativsätze ist nur demjenigen zu empfehlen, der den Umgang mit ihnen nicht beherrscht. Die weite Welt der Texte bevölkern berühmte Relativsatzvirtuosen en masse – man muss es aber können.

Vieles von dem, was Hesseling schreibt, ist wiederum völlig richtig. Der Gebrauch von Zwischenüberschriften kann sinnvoll sein, das Setzen von Hyperlinks ist ein Muss, via Kommentarspalte einen Dialog mit dem Leser zu führen ebenfalls. Publikumsfreundlich ist auch das Schreiben im Aktiv, ohne Fremdwörter und Politiker-Worthülsen.

Wesentliche Dinge fehlen mir wiederum – zum Beispiel der Hinweis auf rhetorische Stilfiguren, die einem Text erst jene Würze geben, die den Leser an unser Buffet lockt. Auch ein Satz zur Rhythmik von Texten hätte dem ‘Spickzettel’ gut getan. Wenn ich oben schrieb “so wie in Markworts Faktenschleuder“, dann doch nicht deshalb, weil ich hier ‘witzig’ sein wollte, sondern vor allem deshalb, weil so auf einen daktylischen Auftakt drei Trochäen folgen. Rhythmischer Wechsel bringt Bewegung in den Text, so erzeugen wir den Eindruck einer Straffheit, die den Leser bindet, hier fängt die Kunst dann an – weil sich der Leser in der Dynamik unseres Textes wiegen darf. Der Rhythmus kann sogar Unsinn plausibel machen – weitgehend sinnfreie Sprichwörter wie “Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen” oder “Das Leben ist kein Ponyhof” gelten doch nur deshalb als ‘wahr’, weil sie rhythmisch gebunden sind.

Eins ist jedenfalls klar: Gerade weil die Konkurrenz der Schreibenden im Netz so unüberschaubar geworden ist, führt nur noch Kunst zum Erfolg, dahergeklappertes Handwerk allein genügt nicht mehr. Und ‘Journalismus plus SEO’ ist auch kein Königsweg. Selbst ohne die große ‘Google-Optimierung’, wie sie SEO-Experten empfehlen, habe ich die Homepages von Kunden mit ihren ‘Kernbegriffen’ schon auf die Titelseiten von Google geführt. SEO wird ‘gehypt’ und überschätzt, der Zügel ist nicht das Pferd …

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