If your memory serves you well ...

Schlagwort: Robert Misik

Misik bringt’s auf den Punkt

Beide hängen eingebildeten Identitäten an: Hier die Dschihadisten-Identität, die sich eine Geschichte zusammenfantasiert, die bis zum Propheten und seinen Gefährten zurückreicht, da die christlich-europäischen Identitätsfreaks, die sich in die Türkenkriege zurückfantasieren; überhaupt die Vorstellung eindeutiger Identitäten; Antimodernismus und völlig geschlossene Weltbilder, die in einem regelrechten Tunnelblick enden. Sie sollten nicht gegeneinander demonstrieren, sondern miteinander.

Yep – wer hat sie denn schon nötig, diese Krücke der ‘Identität’? Ich müsste rätseln, fragte mich jemand nach meinem ‘deutschen Wesen’. Ich krieche in kein Backförmchen.

Robert Misik ist in meinen Augen einer jener Journalisten, die – wie alle guten unter ihnen – einst linksaußen begannen, ohne deshalb irgendwann unter dem Rock der Friede Springer zu landen. Er hielt Kurs, anders als viele andere im Gedenken an die näherrückende Altersvorsorge. Misik ist – mit einem Wort – das Gegenteil eines Renegaten. Natürlich wäre er seit Jahren ein Kandidat für den Ludwig-Börne-Preis, ein echter Tucholsky-Nachfolger, statt des kompromisslerischen Zwergwuchses, der ansonsten rituell mit den Medaillen der Publizistik behängt wird.

Kann Pegida doch sprechen?

Mit euch ins KZ” und “Waffen SS”: Unbekannte sind auf den Rohbau einer Moschee geklettert und haben die Mauern beschmiert.

Zumindest wirken diese braven Bürger wohl als ‘Muntermacher’ … treffender Video-Kommentar jedenfalls vom Robert Misik:

“Die offene Gesellschaft verteidigt man nicht, indem man vor den Feinden der offenen Gesellschaft den Schwanz einzieht und ihnen das Gefühl gibt, ihre Anliegen wären schon irgendwie berechtigt.”

Herr Misik!

So gern ich Ihren Auslassungen sonst auch folge, einen ‘Wirtschaftsnobelpreis’ gibt es bis heute nicht, nur eine Dotierung, welche die Schwedische Reichsbank aus purem Erbarmen und als Gegengewicht zum neomarxistischen Diskurs in der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre ausgesetzt hat. Dieser Muckefuck-Preis wird zeitgleich mit den Nobelpreisen verliehen, was jährlich einer ganzen Reihe von Journalisten das Gehirn verwirrt.

Der Alfred Nobel hat damals das Gebiet der Ökonomie nicht einfach nur vergessen, er hat unseren Wirtschaftsöchsperten in voller Absicht nichts rüberwachsen lassen, weil er ihre Disziplin sein Leben lang für blanke Scharlatanerie und Kaffeesatzleserei hielt. Insofern ist das Gerede von einem ‘Wirtschaftsnobelpreis’ auch nichts als Verbal-Chichi oder PR für eine nicht sonderlich ‘noble’ Non-Science. Und falls Sie sich fragen, woher die vielen unterschiedlichen Ansichten auf dem Gebiet der allgemeinen Profitmaximierungslehre kommen – es liegt genau an solchen dickleibigen Traktätlein aus den Reihen der Zeugen Mammons:

“Man muss nur „Der Weg zur Knechtschaft“ des Wirtschaftsnobelpreisträgers Friedrich von Hayek aus dem Jahr 1944 lesen …”

Muss man nicht …

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