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Schlagwort: Paradox (Seite 2 von 2)

Leiterfunktionen

Mit der Steigerung, oder der Klimax, lassen sich verblüffende rhetorische Wirkungen erzielen. Auch Witz und Paradox gedeihen an den steilen, meist dreistufigen Hängen dieser Stilfigur.

Ein Klassiker der Werbung lautet: “Gut. Besser. Paulaner“. Dieser Weißbier-Slogan ist das wohl bekannteste Beispiel für ‚die Leiter’, was die Übersetzung des griechischen Wortes ‚Klimax’ ist. Ein Begriff wird über seinen Komparativ gesteigert, weshalb der Leser als drittes Moment dann den Superlativ erwartet, eine Stelle, die an prominenter Position dann ein Produktname besetzt. Gewissermaßen ist dies das Schwarzbrot des Werbetexters. Und natürlich des Ironikers: “Gut. Besser. Pofalla“.

Wahrhaft durchschlagende Wirkungen erzeugt die Klimax, wenn sie auf diese Weise Erwartungen ‚enttäuscht’, wenn wir also die dritte Stufe mit einem an sich leiterfremden Begriff besetzen, der an dieser Stelle zunächst deplaziert erscheint: “Er war ein Idiot. Ein totales Schwein. Ein richtiger Alphajournalist“. So etwas sorgt in der Folge immer für Alarm beim Adressaten. Deswegen ist Vorsicht geboten, denn mit gut plazierten rhetorischen Stilfiguren kann man sich auch dauerhaft Feinde schaffen. Oder den Eingang in die Aphorismenkammer mit ihren Klassizismen erzwingen: “Es gibt Feinde, Todfeinde und Parteifreunde …“.

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