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Schlagwort: Oligarchie

Oligarchie

Von ‘einem Oligarchen’ zu sprechen, so wie es jetzt viele angesichts des ukrainischen ‘Schoko-Königs’ tun, macht logisch keinen Sinn: Ein Einzelner kann nicht zugleich Wenige sein. Der Begriff kennt gar keinen Singular, man sagt auch nicht ‘ein Leut’ oder ‘ein Elter’, weil’s auch Bullshit wäre. Im Wortsinn meint Oligarchie schlicht eine ‘Herrschaft der Wenigen’, ein Begriff, der annähernd dann doch eher auf das Janukowitsch-Regime zutraf, wo sich einige wenige ‘Familien’ die ganze Macht und den ganzen Reichtum eines Landes unter den Nagel gerissen hatten.

Auch ist der Begriff ‘Oligarchie’ nicht notwendigerweise mit Reichtum verbunden. Ein ‘Triumvirat’ wäre bspw. die kleinste Organisationform einer ‘Oligarchie’, geschichtlich aber war bspw. das Triumvirat nach dem Sturz der Jakobiner keine Veranstaltung von Reichen, und selbst Napoleon, Teil dieser ‘Minimal-Oligarchie’, hat sich zu der Zeit noch vorwiegend am Ruhm ‘bereichert’.

Wer also eine ‘Herrschaft der Reichen’ meint, der möge bitte den korrekten Begriff einer ‘Plutokratie’ wählen. Das Wort ist nazistisch kontaminiert – ich weiß. Wer es benutzt, ist deshalb immer gleich in schlechter Gesellschaft. Wie wär’s mit den ‘Happy Few’?

Ach wat?

Der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, kritisierte die Basisbeteiligung der SPD mit harschen Worten. “Dass das Schicksal unseres Landes in den Händen einiger zehntausend SPD-Mitglieder liegt, ist eine Perversion des Ergebnisses der Bundestagswahl.”

Aber wenn das Schicksal des Landes in den Händen einer kleinen Klüngelrunde von vielleicht zwölf SPD-Mitgliedern läge, das wäre dann wohl keine ‘Perversion des Ergebnisses der Bundestagswahl’? Was sich dort so herr-im-hause-mäßig artikuliert, das zeigt uns nur eine oligarch gepolte Auffassung von Demokratie, wo der Ekel vor einer möglichen ‘Pöbelherrschaft’ alle Synapsen in Reih und Glied kommandiert. Man könnte auch sagen: Das ist jener CDU-Stil, der unseren karnevalesken Kanzlerabnickverein durchweg in der Wolle färbt: Keine eigene Meinung – aber die wird laut und deutlich herausgetrötet …

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