Stilstand

If your memory serves you well ...

Schlagwort: Mariupol

Was nun, Frau Merkel?

Sind wir wieder mal ‘besorgt’ – oder sind wir schon ‘zutiefst besorgt’?

“At least 30 civilians were killed in Mariupol yesterday January 24 in a devastating attack from multiple Grad systems have been fired by Russian-backed forces in nearby Shyrokyne. At least 70 were wounded.”

Ach so, Frau Merkel – falls Sie wissen möchten, was Putins Pläne sind und was diese Donbas-Veranstaltung eigentlich soll, hier ist eine ganz gute Darlegung der Sachlage: “Pavel Felgenhauer, 63, is a leading independent Russian military analyst and commentator who is known for his publications critical of Russia’s political and military leadership.”

Gehirnwäsche in Mariupol

Das sind ja mehr Leute als hierzulande auf den machtvollen ‘Montagsdemos’. Sollten all diese desinformierten Gestalten nicht wissen, wie schön das Leben dereinst in ‘Novorossija’ sein wird? Also nee …

In Moskau sieht es derzeit übrigens ähnlich aus. Hunderttausend Menschen sollen dort inzwischen auf den Beinen sein – die ganze russische Hauptstadt schwimmt in einem Meer von blaugelb:

“Tens of thousands of people are marching in Moscow in protest against Russia’s involvement in the Ukraine conflict. People are chanting “No to war!” and “Stop lying!” Similar rallies are taking place in St Petersburg and other Russian cities.”

Der Info-War ist auch nicht mehr das, was er mal war … hier gibt es einen Lifestream:

Tscha – maidaneske Zustände im Herzen von Putins Eurasien … wie der kleine ‘Truther’ nun das bloß wieder unter einen Alu-Hut bringt? RIA Novosti entblödet sich übrigens nicht, von einer Demonstration von Bewohnern von DNR und LNR zu schreiben.

Mein Gott!

Welch überwältigende Unterstützung der russischsprachigen Bevölkerung für den großen Führer Vladimir Putin. Wie hier im umkämpften Mariupol …

Hier ein direkter Blick auf Putins Friedensplan … derweil kehrt der Gulag zurück:

“Nach dem Bericht von Human Rights Watch (HRW) zwingen die Separatisten in der Ostukraine Zivilisten zu mehrwöchigen Arbeitseinsätzen. Kleinste Verstöße gegen die öffentliche Ordnung würden als Vorwand genommen, um Zwangsarbeiter einzusetzen, berichtet die Menschenrechtsorganisation.”

Der Fachausdruck dafür lautet übrigens ‘Sklavenarbeit’. Oh, wie schön ist Novorossija!

Nun gut, diese Desperados verfügen dafür aber über eine seltene Prophetengabe:

“Two BBC journalists have just tweeted that they have received emails, apparently from separatist sources, inviting them to attend a press conference on Tuesday next week, the subject of which is Ukrainian violations of the ceasefire, which has only just (at 15:00 GMT) come into effect.”

Die E-Mail kam um 15.12 Uhr GMT … im Klartext heißt das: Der Bruch der Waffenruhe durch Russland erfolgt spätestens am Dienstagabend.

Auch das spricht für meine große Befürchtung, schließlich bin ich der geborene ‘Putin-Versteher’: Dieser geniale Vladischmierofix plant keineswegs die ‘Destabilisierung des Ukraine’ – ach, ih wo, er plant die ‘Destabilisierung des Westens’. Deswegen zündelt er neuerdings auch auf estnischem Territorium, denn Muddi Merkel spielt ihm ja in die Karten. ‘Russia Today’ röhrt uns dazu irgendwelche gequirlte Scheiße von der geplanten Invasion des großmächtigen Estland tief hinein ins wehrlose Russland … und alle Alu-Hüte rufen ‘Yeah!’. Wenigstens ist die Ukraine nicht mehr ganz allein …

Nützliche Oligarchen

German Mandrakov, who was once the commander of Mariupol’s occupied governmental building, told The Associated Press on Friday that his associates fled while he was “forced” to leave the government building they have been controlling for weeks. “Everyone ran away,” he said, using a vulgar Russian word to refer to them as cowards. “Someone is trying to sow discord among us, someone has signed something, but we will continue our fight.”

Tscha, diese Tapfersten der Tapferen – dass sie kämpfen sollen, hätten sie nicht gedacht. Ein paar sehnige Stahlarbeiterhände – und schon ist’s vorbei mit der selbsternannten Herrlichkeit – und es riecht streng auf ihren Wegen. Und jetzt haben sie auch noch die ‘Bolschewisten’ an den Hacken, die sich mit den ‘Plutokraten’ verbündet haben – schlimm ist das:

“Arbeiter erheben sich gegen Separatisten: Im Osten der Ukraine verdrängen Stahlwerk- und Minenarbeiter die prorussischen Separatisten. Wie die New York Times meldet, marschieren Tausende Arbeiter durch mindestens fünf ostukrainische Städte.”

Warum ich bei der anderen Seite von ‘Banditen’ rede? Vielleicht deshalb: “Man nahm mich gemeinsam mit meinem Kollegen Stefan Scholl von der „Südwest-Presse“ am Abend in einer Pizzeria fest.” Sehr lesenswerter Text und bei diesem Detailreichtum wohl auch kaum erfunden …

Mag es dem Akhmetov auch nur um sein Geld gehen – was er dort lostritt, gefällt meinem begrenzten Untertanenverstand. Immer noch lieber Oligarchen als Banditen und Mafia, und für Proletarierfäuste habe ich schon aus Nostalgie ein romantisches Faible … und diese Arbeiter dürften auch von den nahezu flächendeckenden Minenschließungen und der Massenarbeitslosigkeit im russischen Rostov, also in ihrer direkten Nachbarschaft, schon so einiges gehört haben. Ihre Sehnsucht nach der russischen ‘Muttererde’ ist da verständlicherweise begrenzt … und zur sozialen Lage in Russland unter dem wohltätigen Landesvater Vladimir Putin ist der unten verlinkte Text ganz erhellend. Sehnsucht nach einer Vereinigung entwickelt ‘der kleine Mann’ da sicherlich nicht:

http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/serien/lm/vwl_diskussionsreihe/273.pdf

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