If your memory serves you well ...

Schlagwort: Litotes

Endlich sagt’s mal einer!

Es gibt im Internet keine Angebote, die den Umsatz der Verlage nennenswert mindern, indem sie Urheberrechte verletzen. Zumindest sind die Verlage in den vergangenen Jahren nicht in der Lage gewesen, auch nur ein einziges Beispiel für einen solchen Fall zu nennen.”

Schreibt jemand aus dem Verlagswesen an eine darob höchst erstaunte Öffentlichkeit. Das ist aber noch längst kein Grund, nicht trotzdem ein Leistungsschutzgesetz für null Gramm geklauter Leistung zu fordern (Litotes). Wer könnte ein wenig Extraprofit, erschlichen durch eine verlogene Argumentation, in diesen harten Zeiten denn nicht gut gebrauchen (rhetorische Frage)? Nach dem Springer’schen Motto: Friede, Freunde, Eier kochen (Vetustas) …

Das Frage-Nichtantwort-Spiel

Politiker dürfen fast alles – vor allem nicht auf Fragen antworten, die ihnen gestellt werden. Damit ihr notorisches Nichtantworten auffällt, muss man ein feines Ohr mitbringen. Journalisten lassen, meist aus Resignation, die Wortflüchtigen auf ihren Kabinettsesseln gewähren und nehmen ihnen auch die Unantworten ab. Hier ein Beispiel:

Bekanntlich geht in der Landeshauptstadt Kiel derzeit alles drunter und drüber, dem Land droht wegen der steuergeldverschlingenden HSH-Nordbank sogar der Staatsbankrott, und das macht sich schlecht, wenn zu dem Zeitpunkt, wo das endgültig auffliegen würde, auch noch Wahlen vor der Tür stehen. Auch deshalb, vermuten viele Beobachter, wollte der Ministerpräsident, ein Käpt’n Blaubär von der Waterkant namens Peter Harry Carstensen, unbedingt einen früheren Wahltermin im meerumschlungenen Kabarett an der Förde vom Zaun brechen. Damit er im Windschatten der Bundeskanzlerin zum Sieg segeln kann und erst einmal gar nicht mehr zur Wahl steht, wenn die politische Stinkbombe platzt und die Grausamkeiten beginnen.

Als in dieser Situation der Chef der mitregierenden Opposition im Lande, ein cholerischer SPD-Fliegenträger namens Ralf Stegner, sagte, dass er von den millionenschweren Sonderzahlungen an einen landeseigenen Banker namens Jens Dirk Nonnenmacher – übrigens ein höchst seriöser Mann mit einer absolut vertrauenserweckenden Entenschwanzfrisur – als also Stegner sagte, dass er von den landesväterlichen Geldrausschmeißereien absolut nichts gewusst habe, da schien dem graumelierten Ministerpräsidenten mit dem treuherzigen Augenaufschlag der Zeitpunkt für einen Neuwahl-Coup gekommen.

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