Stilstand

If your memory serves you well ...

Schlagwort: Krim (Seite 1 von 2)

Nun dreht er am Rad

Auf der Krim liege, so der Präsident, der geistige Ursprung der großen russischen Nation. Die Krim sei für Russland, was der Tempelberg in Jerusalem für die Juden sei. Putin sprach von einer ewigen „heiligen Bedeutung der Krim“ für sein Land.

Was mag er meinen: Die Piraterie der Krimtartaren? Als der Kiewer Rus, als Litauen, als Novgorod längst mächtige Staatenbünde waren, da regierten die Moskowiter ein unbedeutendes Fürstentum im Sumpf an der Moskwa. Und auf der Krim herrschten Tartaren und Kosaken. Und der ‚Tempelberg‘ Russlands liegt wohl eher im lauschigen Workuta, wahlweise auf Sachalin. Vielleicht spendiert ihm jemand mal ein historisches Seminar …

So schön ist Sevastopol!

Kommt mit uns ins Wunderland, dorthin, wo Milch und Honig fließen. Naja, zumindest können sich die Leute das, was nicht da ist, noch leisten.

Aber auch in Donezk sind die machtvollen pro-russischen Demonstrationen völlig überlaufen. Glücklicherweise sind Putins Invasionstruppen derzeit voll und ganz damit beschäftigt, diese unbotmäßigen Insurgenten im Donbas niederzukartätschen:

„The Gubernator of the Lugansk Oblast, Gennadiy Moskal, said that an armed clash between the self-proclaimed „Lugansk People’s Republic“ and Russian soldiers occurred on the territory of the region. This was written in a message posted on Sunday, October 5th on the website of the head of the region.“

Interessanter Plan

Wenn’s denn stimmt, was der ‚Independent‘ da schreibt, dann stiege unsere Madame Mim erheblich in meiner Achtung. Allerdings müsste Onkel Vladi seinen Leuten daheim noch so allerlei erklären – und auch in der Ukraine dürften die Wogen erst einmal hochgehen:

„Germany and Russia have been working on a secret plan to broker a peaceful solution to end international tensions over the Ukraine. The Independent can reveal that the peace plan, being worked on by both Angela Merkel and Vladimir Putin, hinges on two main ambitions: stabilising the borders of Ukraine and providing the financially troubled country with a strong economic boost, particularly a new energy agreement ensuring security of gas supplies. More controversially, if Ms Merkel’s deal were to be acceptable to the Russians, the international community would need to recognise Crimea’s independence and its annexation by Russia, a move that some members of the United Nations might find difficult to stomach.“

Andererseits – die Krim endgültig hergeben, von der wohl derzeit niemand weiß, wie diese Annexion ohne offenen Krieg jemals rückgängig zu machen wäre, und dafür ein massives russisches Wiederaufbauprogramm für die Ukraine einzuhandeln … keine ganz blöde Idee. Bleiben zwei Fragen: Wie soll ein wirtschaftlich erschöpftes Russland eine solche zusätzliche Last überhaupt stemmen, und darf man diesem Onkel Vladi noch über den Weg trauen? Jeden politischen Kredit hat der doch verspielt …

Für die These eines Zurückruderns spricht auch das, was Putins Chef-Kolumnist Kolosnikov dort jetzt schreibt:

„If at some point it becomes evident that the insurgents had some connection to this [MH17], that would radically change [Putin’s] attitude toward them — even if it was a fatal mistake,“ Kolesnikov wrote. „Children who died for nothing, as well as adults and elderly people, this is a red line he will not cross. He will not cover up for those who did this if he knows they did it. He will not have this sin on his soul.“ Kolesnikov’s argument should by no means be taken at face value. Who really believes that Putin is suddenly shocked that the separatists he has been sponsoring could have shot down a civilian airliner? And does anybody really believe civilian deaths are a red line he will never cross? But Kolesnikov doesn’t write anything by accident. And it’s safe to assume he doesn’t write anything that is not Kremlin-approved. So with his July 29 column, he is clearly either floating a trial balloon or delivering a message from Putin to the elite that a change of policy is imminent.“

Die Trauer über die Kinder muss man bei einem eiskalten Zyniker wie Putin wohl nicht allzu ernst nehmen. Vor allem, wenn man sich erinnert, dass seine medialen Pudel ja schon immer im voraus wussten, dass es die bösen Ukrainer waren. Was sich aber äußert, ist fast die Hoffnung, dass die Briten jetzt herausfinden möchten, dass es die Rebellen gewesen seien. Darauf ließen sich jene rhetorische Figuren aufbauen, die es ihm gestatten könnten, einerseits seinen möglichen Sinneswandel den Babushkas im Land zu erklären, und andererseits zugleich allen ‚Blame‘ auf die Desperados zu wälzen, die sonst zu einer innenpolitischen Gefahr für sein System würden. Wie schreibt Kolosnikov:

„The policy of the relations with the fighters of the resistance will be reexamined forever. Yes, Vladimir Putin will refuse to work with them.“

Apropos – irgendwie nehmen die Einwohner von Donezk ihre Dalton-Bande wohl nicht so ganz ernst. Am besten gefällt mir der Kampfzwerg ‚Motorola‘ mit Räuberbraut … dem und den anderen geht’s aber wohl nicht so gut. Das ‚DPR-Military-Bulletin‘ dürfte sie kaum froh stimmen:

„During the night the enemy fully occupied Avdiivka with a force of 8 tanks and a „Right Sector“ battalion. The enemy is trying to surround Gorlovka with their armor. The settlement of Pavlogradskoe (West of Mospino) was attacked from the South-West by the „Azov“ battalion with tank and UA support. Up to 70 units of enemy armor are taking part in the assault. Ongoing fighting. Heavy Fighting continues between Shahtersk and Torez. In the course of the battle 1 enemy tank was destroyed and 2 BMPs captured, one of them is fully functional. In the same area an enemy supply column was destroyed with artillery fire. Three Ural trucks carrying munitions were destroyed. From the north another enemy column is approaching, 40 units of armor. In the area of Saur-Mogila heavy fighting is taking place. After a fight Stepanovka and Marinovka were left (by the rebels). From damage sustained in the retreat we were forced to blow up two tanks and one BMP. Enemy continues to develop the offensive in an attempt to unite with their Southern battleground.“

Auch Luhansk ist inzwischen komplett eingeschlossen. Es gibt aber einen humanitären Korridor, den jeder benutzen kann, der ohne Waffen ist und eine weiße Binde um den Arm trägt. Mal schauen, wie viele Desperados jetzt das Bettlaken als Waffe ihrer Wahl wählen werden … nebenbei bemerkt – diese ‚Selfies‘ sind auch zu und zu blöd:

„A goofy, selfie-loving Russian soldier might have supplied the best proof yet of Moscow’s direct support of Ukrainian rebels — and potential role in the downing of Malaysia Airlines Flight MH17.“

 

Fake-Holidays

Auf Putins Befehl langweilige Urlaubstage auf der Krim verbringen, dort, wo niemand hinwill? Ach was – in Russlands virtueller Welt sind weiterhin Tage mit karibischem Flair und allem westlichen Komfort auch außerhalb von Dugins Soljanka-Eurasien möglich:

„Crimea businessmen work exclusively over the Internet. They offer a full package of documents to the Russian businessmen that confirm that they had indeed spent several weeks on Crimean beaches.“

So’n Service kostet allerdings was … und die Betten bleiben ja auch leer. Derweil werden die ukrainischen ‚Faschisten‘ immer raffinierter. Sie versuchen schon mit gebrochenem Bein aus den Folterkellern dieser einzig wahren Piepels Repapplick zu entkommen, und dürfen sich dann doch nicht wundern, wenn sie ‚auf der Flucht erschossen‘ werden:

“Today I lost my close friend Oleksandr Reshetnyak. After two days of tortures inside the SBU building and a final shot into his back, Sasha had been fighting for his life in Lyhansk regional Hospital. The gunmen of Luhansk People’s republic tortured him in attempt to receive information about the locations of Ukrainian army forces and patriotic battalion “Aidar”. After ineffective interrogation, rebels shot him in his back. In their report killers wrote that [Sasha] was wounded in attempt to escape. At that moment Sasha had a broken leg and could walk only with the help of crutches! What kind of escape [are they talking about]? I’m speechless…”

Im Rostov-Oblast bewegen sich aktuell übrigens große russische Truppenverbände in Richtung Grenze. Vermutlich alles ‚Freiwillige‘ mit Panzern aus dem Obi-Markt … und wer sich fragt, was derzeit der Akhmetov treibt, bekanntlich keine ganz einflusslose Figur, die auch den Janokowitsch höchstpersönlich zum Staatsmann schminkte und den Pauperismus im Donezk-Becken verewigte – dieser milliardenschwere Raffzahn mit der Mafia-Vergangenheit muss wohl glauben, dass er in einem bösen Traum feststeckt:

„Denn nun muss [Akhmetov] nicht Kiew, sondern eine Lumpen-Welle besiegen, die das Donezbecken überspült und mit der viele seiner Landsleute heimlich und offen sympathisieren – weil sie die Reichen hassen, alles aufteilen wollen und über einen Staat träumen, in dem die Brötchen auf Kiefern wachsen und ganz genau wissen, dass der Mensch, der weiß, wie man solche Brötchenbäume anbaut, Putin heißt. … Also hat Achmetow keine leichte Aufgabe: Er muss das besiegen, was er selbst geschaffen hatte. Er selbst hat diese Menschen zu diesem niederen Zustand geführt und gibt sich nun ratlos, warum sie so sind. … Und es gibt überhaupt keine Garantien, dass man einen Golem besiegen kann, der durch den eigenen gierigen Atem erschaffen wurde. Und umso weniger, wenn dieser Golem mit einer Kalaschnikow und einem Chip des russischen Fernsehens im Kopf durch die Gegend spaziert.“

Oh wie schön ist Crimea!

Crowds of pensioners siege the post office every day, they are given their pensions in roubles, but in the Ukrainian amount (if I did not overlook anything). Prices on everything are growing by the minute. The utility bill that came was 4 times bigger than the previous ones, all the utilities have become several times more expensive. The kindergarden – twice as expensive. Sources of revenues are closing down. Money transfer and payment of bills is ridiculously difficult, everywhere there are lines with lists starting at 6 a.m. … Establishments demand payment in roubles, the exchange points steal more at reverse conversion. There are no more happy shouts of “we are finally in Russia!” to be heard. They have gone quiet.“

Schöne neue Welt … aber Onkel Vladi macht das schon. ‚Risikoinvestoren‘ aus dem großen Mutterland teilen sich jetzt die Beute – nein, nicht mit der Bevölkerung, Dummerchen! – und an den Stränden wachsen überall die Mauern, um den minderen Pöbel von den Besäufnissen der Haute volée fernzuhalten. Jener darf ersatzweise Krimtartaren verhauen.

Jetzt gehen – scheint’s – die ‚Bandidos‘ und ‚Hell’s Angels‘ auch in Luhansk aufeinander los. Volksherrschaft, pffft! Und jetzt behaupten die wahrheitsliebenden Nashibots, das wäre eine Bombe gewesen, welche die perfiden ATO-Truppen vom Himmel her hinab geworfen hätten. Klar – solch eine Bombe trifft ein Gebäude dann ja auch immer vorn an der Fensterfront und sieht haargenau wie ein artilleristischer Volltreffer aus. Siehe auch das verlinkte Video, wo der Abschuss aus dem Park heraus deutlich zu sehen ist …

Auf der Satrapie

Der Zar beehrt die frisch erworbene Provinz mit seiner erlauchten Anwesenheit: „Putin besucht erstmals die Krim nach der Annexion.“ Die örtliche Oligarchie fühlt sich geschmeichelt …

Derweil herrscht in der Ostukraine ‚business as usual‘: „The separatists arrived by trucks, most of them carried guns and Kalashnikovs. Some of them also have hand grenade launchers.“ Wahrscheinlich fürs Flaschenpfand im nächsten Supermarkt erstanden … und derweil fordert ein Schäfchen namens Ludwig Greven in der ‚Zeit‘: „Kiew muss mit Separatisten reden.“ Meines Erachtens müsste jedem Gespräch wohl erst einmal ein Waffenstillstand vorausgehen, sonst sind alle Gespräche bloß lebensgefährlich. Da aber die Insurgenten bis Sonntag genügend Wahllokale – egal ob ausgebrannt oder nicht – beisammen haben müssen, ist so etwas, sagen wir mal, zur Zeit arg blauäugig. Die wollen doch bei ihrem geplanten Schmu noch nicht einmal die OSZE-Wahlbeobachter dabei haben, obwohl die längst im Land sind …

Zum propagandistischen Verfahren: Ruptly TV ist bekanntlich der Youtube-Arm von ‚Russia Today‘. Im Netz findet sich jetzt ein Filmchen ( https://www.youtube.com/watch?v=abkG1wB9qwk ), das den schönen Titel trägt „Kiev Forces open Fire on Civilians in Mariupol City Center“. Das einzige, was auf dem Video dann nicht zu sehen ist, ist das, was diese Headline beschreibt: Eine rote Mauer ist zu sehen, ein Schützenpanzer fährt, einige Leute schimpfen … das war’s auch schon. Für Aufreger im Kommentariat dürfte es auch so völlig reichen. Die posten einfach die Headline und wissen immer schon im voraus, dass „solche Entführungen, Folterungen, Morde“ doch nur von den ‚Faschisten in Kiew‘ begangen werden.

Manchmal frage ich mich ja, ob die SZ deshalb noch immer eine halbwegs korrekte Berichterstattung zum Thema bringt, weil bei ihnen ‚Russia Today‘ und die Querfront noch nicht ins Kommentariat einrücken konnten, weil’s dort schlicht keins gibt …

Im Falle der Rot-Kreuz-Mitarbeiter scheint es sich weniger um eine Entführung gehandelt zu haben, eher schon war es ein Raubüberfall. Vielleicht hatten einige Mitglieder der örtlichen Mafia ja Aua. Und der Herr hier kennt vermutlich die ausgefüllten Wahlzettel schon:

„Wjatscheslaw Ponomarjow, Anführer der prorussischen Milizen in Slowjansk, erwartet, dass 100 Prozent der Bewohner seiner Stadt bei dem Referendum für eine Loslösung von der Ukraine stimmen werden.

Bestimmt alles nur ‚Faschisten‘ …

Weil nach Ansicht unserer Putin-Versteher einzig und allein auf Moskauer Seite das Recht und die Moral und die Vernunft zu suchen seien:

„Ein russischer Soldat hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Ukraine auf der Krim einen ukrainischen Marineoffizier getötet. … Nach Informationen ukrainischer Aktivisten sei ein weiterer ukrainischer Offizier „brutal zusammengeschlagen worden“.

Nachtrag: Und jetzt erklärt eine Handvoll bewaffneter Sturmtruppen ohne jedes Mandat die Region Donezk selbstherrlich für ‚unabhängig‘, bevor noch ein Referendum über diese Unabhängigkeit überhaupt stattgefunden hat. Naja, das Volk wird eben immer zuletzt befragt. Und der weise Marschall Putin wird sich durch solche Unlogeleien an seinem Einmarsch sicherlich nicht hindern lassen.

Und prompt hat dieser ’spontane Volksaufstand‘ auch schon einen wikipedia-Eintrag für seine schicke neue ‚Republik‘ …, sogar auf Englisch. Wie doof muss man sein, um nicht die lang vorbereitete Planung dahinter zu erkennen?

Und für ‚Eingeborene‘ aus Charkiw spricht das auch nicht gerade: „Eine Gruppe von Demonstranten wollte das Rathaus stürmen und den Bürgermeister aus dem Gebäude jagen, berichten örtliche Journalisten. Die 15 jungen Männer stürmten jedoch nicht das Rathaus, sondern das Oper- und Ballett-Theater der ostukrainischen Stadt.“ Tscha, so etwas erinnert mich eher an eine Operette als an einen Volksaufstand, wenn’s nicht so ernst wäre. Vermutlich kamen die desorientierten ‚jungen Heißsporne‘ ja aus Omsk oder Tscheljabinsk …

500 Dollar sind natürlich auch viel Geld für einen russischen Hooligan. Hoffentlich bezahlen die Auftraggeber auch: „Party of the Regions MP #Landik says participants of the storm of #Luhansk SBU office are payed $500 each.“ Die ‚Partei der Regionen‘, das ist eigenartigerweise die Janukowitsch-Partei. Naja, vermutlich will der führende Mann dort auch nicht, dass ihm sein erräuberter Besitz so zappzerapp von den Russen weggenommen wird …

Derweil rücken die ‚Befreier vom Faschismus‘ immer näher: „Der US-Vertreter bei der OSZE, Daniel Baer, sagt, Russland habe Zehntausende Soldaten nahe der ukrainischen Grenze zusammengezogen.“

USA immer fieser!

Die Fastfood-Kette McDonald’s zieht sich von der Krim zurück. Die drei Filialen in Sewastopol, Jalta und Simferopol sind bereits geschlossen.“

Und wovon sollen die armen Krim-Russen sich jetzt ernähren? Wo sollen ihre unschuldigen Kinder Geburtstag feiern?

Die Inversion

Mit meinem Bruder, der Mathematiker ist, habe ich mich oft über die Anwendung mathematischer Logik auf gesellschaftliche oder politische Sachverhalte gefetzt. Mein Standpunkt war, dass dies nicht möglich sei. Die logischen Systeme der algebraischen Welt und der Sprachwelt seien himmelweit unterschieden. So gelte in der Mathematik beispielsweise der Gleichheitsgrundsatz, wonach immer auch die Umkehrung (‚Inversion‘) eines Sachverhalts aus einem Gleichheitszeichen unwillkürlich folge: Wenn A gleich B, dann B gleich A.

Ich sagte ihm dann beispielsweise, dass alle Heuchler zwar immer Moralisten seien, dass ich daraus aber keinesfalls ableiten dürfe, dass alle Moralisten Heuchler wären. Oder um ein aktuelles Beispiel zu verwenden: Laut russischen Medien sei die Abspaltung der Krim von der Ukraine völkerrechtlich so zu betrachten wie die Abspaltung des Kosovo von Serbien. Nur – und das zertrümmert dann dieses scheinbare Gleichheitszeichen – habe doch gerade Russland diese Abspaltung des Kosovo völkerrechtlich nie anerkannt, sondern immer als einen Rückfall in Wildwestmethoden verteufelt. Das Land wende also höchstselbst hochgehaltene Standards auf das eigene Vorgehen nicht an: Die Krim sei sozusagen ‚gleicher‘ als das Kosovo, weil es sich im einen Fall um ‚russische Brüder‘ handele, im anderen Fall bloß um Albaner, was wohl der nationalistische Kern dieses angelegten Doppelstandards sei …

Voilà – unser scheinbares Gleichheitsargument entpuppt sich auch hier mal wieder als zutiefst heuchlerisch. Da ist kein Gleichheitszeichen weit und breit, sondern nur Rhetorik und Diplomatenrabulistik. Schon trollt sich der kleine Mathematiker wieder in seine Schmollecke, weil alles eben nicht so einfach ist …

Hat einen gewissen Charme

Zumindest könnte man diese Methode mal probehalber anwenden, denn der Mann weiß, wie die Eliten ‚ticken‘. Alles, was Putin schwächt, ohne das gemeine Volk zu treffen, ist in meinen Augen eine gute Wahl. Und der neue Zar hätte prompt die eigenen Großkopferten an den Hacken. Was wollen die EU und die USA sonst machen? Etwa Russland vom ‚European Song Contest‘ ausschließen?

„Sie müssen gezielt die russische Elite treffen, deren Konten einfrieren und deren Reisefreiheit einschränken. Viele der oberen vielleicht 300 Russen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten an dem Land bereichert. Gleichzeitig ist ihr Misstrauen gegenüber dem eigenen Land so groß, dass sie ihr Geld in den Westen, etwa in die Schweiz oder nach London, gebracht haben. Anders als im Kalten Krieg können sie die Elite also heute direkt treffen. Und wenn Sie dann noch die Einreise nach Sardinien oder an die Coté d’Azur verbieten, haben sie das Land innerhalb von zwei Wochen am Boden.“

Ganz lustig auch das: Die NPD, unser toitsches Fähnlein in Odins Afterwind, sieht sich in Osteuropa nicht länger an der Seite der ‚Svoboda‘, sie steht jetzt stramm an der Seite Putins …

„Eine bemerkenswerte Position, hatte die NPD doch vor nicht einmal einem Jahr noch selbst eine Delegation aus der Ukraine in Dresden empfangen. Die NPD stellt sich damit … gegen die bisherige Linie der NPD.“

Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muss ich fort … ach, auch stramme Nationalisten haben es schwer. Ständig dieses ‚Kompanie, kehrt!‘.

Apropos – wovon träumt der Mann eigentlich nachts? Gestörte Wahrnehmung kann man das ja schon gar nicht mehr nennen:

‚Gestürzter Präsident: „Wenn es die Umstände zulassen, kehre ich nach Kiew zurück.“

Auf solche ‚Umstände‘ kann er lange warten … er gleicht eher einem ‚Dead Man Walking‘. Das Schönste aber ist, dass endlich Putins ‚fünfte Kolonne‘ in den Foren auch mal Kontra bekommt, zumindest steht’s – Stand heute – in etwa unentschieden. Dieses Dichtspammen aller erreichbaren Threads mit den dämlichsten Behauptungen – von Blackwater in Simferopol bis zu den Hunderten brennender orthodoxer Kirchen – war ja kaum noch zu ertragen … you can fool some people some time, but not all the people all the time.

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