If your memory serves you well ...

Schlagwort: Killerspiele

Die Schnetzlaffs

Im Schüren der Ängste vor Killerspielen steht die ‘Welt’ weit vorn in Deutschland: “Computerspiele – CSU warnt vor Realitätsverlust”, “Aktion gegen Killerspiele verläuft schleppend”, “Der baden-württembergische CDU-Generalsekretär Thomas Strobl brachte im “Kölner Stadt-Anzeiger” Sperren für “Killerspiele” ins Gespräch”, usw., usf.

Ich bin ja auch der Ansicht, dass vom Metzeln der Orkhorden am Bildschirm kein gerader Weg hin zum Abschlachten von Mitschülern an einer deutschen Oberschule führt. Zumindest wären die Plasmagewehre und High-Tech-Schnetzelwaffen, die dort am Monitor zum Einsatz kommen, in der Realität selbst auf dem Schwarzmarkt kaum zu beschaffen. Schützenvereine sind da sicherlich biederer und zugleich probater. Wenn aber eine Redaktion, die sich auf den politischen Seiten dem Kampf gegen ‘Gewaltverherrlichung’ in den Zombie-Industries verschreibt, in ihren Spalten gleich nebenan – dort, wo nämlich die Anzeigen stehen – dann so etwas schreibt, liegt mir der Gedanke an ein ausgeprägt schizoides Denken nicht mehr fern:

“Zimperlich geht es in diesem Urlaub nicht zu: Die Möglichkeiten, untote Körper umzuarrangieren, sind üppig – und Blut kommt in diesem Spiel in fast so großer Menge vor wie Sand. Knochen lassen sich geräuschvoll brechen, Schädel vom Hals entfernen – und so manch ein Gegner verliert auch noch andere Körperteile. Und nun die schlechte Nachricht: Da wegen der Brutalität des Spiels eine Altersfreigabe von der USK nicht zu erwarten ist, veröffentlicht Koch Media “Dead Island“ in Deutschland gar nicht erst.”

Soll wohl heißen: Liebe Freunde des virtuellen Abmackelns und Niedermachens – nutzt daher die weltweiten Möglichkeiten des unzensierten Internets!

Das mediale Killerspiel

Ist das Killerspiel nun eines, das der Killer gern gespielt hat – und wenn es bloß ‘Mensch ärgere dich nicht’ wäre? Oder ist es eins, was aus den Spielern erst blindwütige Killer macht? Letzterer Ansicht scheinen derzeit die meisten Journalisten zuzuneigen, die damit mal wieder zeigen, dass sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, sich aber trotzdem gern an die Tastatur setzen. Denn zum ‘Amokläufer’ könnte man nach dieser Logik ebenso gut werden, wenn man Antidepressiva frisst, mit Pappi in den Schützenverein geht oder Pingpongbälle verhaut.

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