Oha, dieser offene Brief deutscher Schriftsteller holt selbst bei der FAZ den Göbelpöbel aus seinen Löchern, obwohl es dort im Forum doch – verglichen mit der ‘Welt’ – zu normalen Zeiten halbwegs gesittet zugeht. Was mir wiederum zeigt, dass offenbar auch bei gestandenen Konservativen die Nerven blank liegen – und Intellektuelle doch noch etwas bewirken können, und sei’s nur den Herzinfarkt bei der einen oder anderen Knallcharge:

“Das hat uns nicht Merkel angehängt, sondern nach Brandt auch Schmidt und Schröder. Wer hat uns also verraten? Sozialdemokraten!”

“Dieses affektierte Aufregen ist doch bloß wieder eine inzinierte Kampagne, weil man als Opposition mit der Realität nicht argumentieren kann. Die sieht nämlich ganz übel aus bei Rotgrün.”

“Rot-Rot-Grünes Geschmiere. Wahlkampf. Diese Damen- und Herrschaften plädieren, wenn an der Macht, für die Abschaffung jeder Privatheit. Das haben sie so an sich, die Staatsgläubigen. Sie wollen den Staat nicht abschaffen, sondern nur selbst an die Tröge.”

Kurzum – Festival der Invektiven, und immer noch hat der ‘Vaterlandsverräter’ Willi Brandt schuld, wenn deren Klopapier alle ist. Nach Kultur klingt’s jedenfalls nicht gerade. Ich frage mich, wo’s solche haltlosen Weisheiten eigentlich zu kaufen gibt. Bei Tengelmann am Grabbeltisch? Solche Figuren haben Kompassfinger, die zeigen unbeirrbar Richtung Rotgrün: Wieso Pofalla? Der Trittin war’s doch!