If your memory serves you well ...

Schlagwort: Denglish (Seite 2 von 2)

Das Denglishe im Englischen

Es gibt schon geniale Adressen Internet: Eine von ihnen ist das Urban Dictionary. Wer dort hineinschaut, wird feststellen, dass das Amerikanische daheim bei Uncle Sam schneller mit Anglizismen geflutet wird, als ein wortwilliger Marketingabsolvent sie sich bei einem ‘Meeting’ jemals notieren könnte. Vor allem aus dem Bereich des ‘Downtown’ amerikanischer Innenstädte stammen die neuen Pferde im Stall – und aus den Jugendkulturen, dort, wo das Pidgin der Sprachen brühwarm entsteht. Ein paar Beispiele für bildkräftige und durchsetzungsfähige Wortprägungen, die den Alltag ins Sprachbild setzen:

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Mit Puschkin voran!

Ach, was wünschte ich mir, unsere Stilakrobaten und Sprachnörgler würden sich gegen die zahllosen Manierismen und Gespreiztheiten im industriellen Sprachgebrauch, gegen die unvermeidlichen Fatzkes aus Werbung, Marketing und PR mal so wehren, wie gegen die zugewanderten Anglizismen! Doch hierzulande kämpft der Spießer eben auch auf sprachlichem Gebiet einzig und allein ‘gegen die vielen Ausländer’.

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Neue Wörter liebt das Land

Im Beitrag zuvor hatte ich mich ein wenig lustig gemacht über jene Retro-Sprachler, die in ihrem Kampf gegen das ‘Denglishe’ immer nur auf Vorhandenes und ‘Bewährtes’ zurückgreifen möchten. Dabei produziert die Sprache, auch die deutsche, ständig neue Wörter. Woher kommt also dieser Irrglaube, man dürfe der Flut der Anglizismen nur mit Vorhandenem aus der Zeit Hermann des Cheruskers begegnen? Ich vermute mal, aus einer generell wertkonservativen Grundhaltung heraus, die nibelungentreu den eigenen Wortbestand unter Naturschutz stellen möchte.

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Da muss ich jetzt durch!

Wenn einige Sprachpfleger, deren Wollen das Können weit übertrifft, wenn die sich ‘Verein für deutsche Sprache’ nennen, wenn sie unter dem schönen Titel ‘Lichtblicke’ ihre fragwürdigen Erfolge auch noch akribisch auflisten, so dass mir beim Blick in dieses grelle Licht glatt das Sprachgefühl erblindet, dann werde ich misstrauisch:

Die Firma Olivenöl-Kontor verzichtet mit Rücksicht auf den VDS kein ‘Weihnachtsspecial’ an, sondern ein ‘Weihnachten-ist-ja-nur-einmal-im-Jahr-Angebot’“. Ja, was ist das denn? – Eine grammatische Schlachteplatte? – Wie heißt dieser Verein? – Verein für deutsche Sprache? – – – Gott sei mit euren Mühen, ihr Müffels, und lang lebe das sprachnationale Prekariat!

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Kein Kopp, aber Kopien!

Wenn ich mich bei der Aktion lebendiges Deutsch anmelde, dann bekomme ich allmonatlich von der Stiftung Deutsche Sprache einen schnieken Neuigkeitselektrobrief mit einer pdf-Datei zugesandt, worin mir die verdorbensten Wortkandidaten zum Zwecke einer sprachlichen Re-Arisierung vorgestellt werden. Samt Statistik und einem Dossier über das üble Treiben der Zwangsumtäuflinge, insbesondere über ihre lüsternen ödipal-muttersprachlichen Absichten. Gegen diese Welt voll denglisher Bastarde kämpft die Stiftung Deutsche Sprache.

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Denglish ist nicht das Problem

Diejenigen Leute, die auf jeder Party gegen das ‚Denglish’ wettern, die treffen in meinen Augen nicht den Punkt: Es gibt nämlich ein ‚Denglish’, das ganz ohne englische Lehnwörter auskommt. Allerdings wächst es auf den gleichen Wurzeln: Dem Wunsch nämlich, bewusst pretiös, unverständlich, wissenschaftlich, seriös und/oder abgehoben zu wirken. Die Rede ist von ‚Abstrakta’, denjenigen Wörtern, die aus dem Wissenschaftsbereich in die Alltagssprache übergeschwappt sind.

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