If your memory serves you well ...

Schlagwort: CSU (Seite 1 von 2)

Immerhin!

Wenn die CSU sich mit ihren Konzepten absehbar mal wieder selbst versenkt, dann tut sie das allemal mit fliegenden Fahnen. Räschpäkt!

“Mit scharfen Worten reagiert die CSU auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zur Pkw-Maut. Es sei “so grundfehlerhaft, dass es sofort zum Altpapier gehört”, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Montag im Bayerischen Rundfunk. Er forderte, den Verfasser nicht länger zu beschäftigen.”

Da hat der arme Kerl bei der geforderten ‘Wissenschaftlichkeit’ im Wissenschaftlichen Dienst wohl etwas falsch verstanden. Er hätte mehr auf das Wörtchen ‘Dienst’ achten sollen …

Wieder ein Doktorspielchen

Gerd Müller von der CSU, seit wenigen Monaten Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat … über die JU und ihren “Beitrag zur politischen Jugend- und Erwachsenenbildung” geschrieben.”

Viel interessanter als diesen -zigten Plagiatsvorwurf fände ich, ob unser forscher Doktorant als waschechter Regensburger auch das örtlich wie thematisch naheliegende Wirken von Thomas Fürst, von Tobias Fritz und anderen Helden der Jungen Union so rein als Typus mal ausgiebig zu würdigen wusste … wie auch deren Aufstiegsbedingungen in einem burschenschaftsnahen CSU-Parteirahmen, wo’s immer leicht nach Bierdunst und Weihrauch duftet. Falls ja, wäre es Wissenschaft, sonst vermutlich nur PR …

Die Mischung macht’s …

CSU-Ortsvorsitzender Altstadt, Stv. CSU-Kreisvorsitzender, TC Rot-Blau, KDStV Rupertia, Kolping-Jäger, Fischer und Musikant” – sowie Rechtsanwalt, das sollte ich wohl noch hinzufügen zu all der dokumentierten Herrlichkeit mit Wichs und Salamanderreiben, zum Jäger-Halali, der Blasmusik und dem pattexierten Parteiklüngel. Im seligen Bierdusel kommt es da schon mal zu Verwerfungen, die über den üblichen, akzeptierten und milieutypischen ‘Vorwurf einer Insolvenzverschleppung’ noch weit hinausreichen:

“So soll Fritz beim letzten „Weihnachtskommers“, „nachdem er sich zuvor offenbar bereits einige Stunden lang dem Alkoholkonsum hingegeben hat“, wie es im Protokoll heißt, einen „Fux“, also einen Nachwuchs-Bruder, aufgefordert haben, ihm Zigaretten zu holen. Als dieser die fünf Euro für den Automaten verlangte, soll ihm Fritz „ohne erkennbaren Grund mit der flachen Hand ins Gesicht“ geschlagen haben, so dass „dieser vor Schmerzen aufschrie“. Im Protokoll heißt es: „Der körperliche Angriff auf einen Bundesbruder stellte einen schweren Verstoß gegen die Prinzipien der Verbindung, insbesondere das Amicitia-Prinzip dar.“ Bei dieser Weihnachtsfeier, so die Vorwürfe, soll Fritz auch einen weiteren „Cartellbruder“ gewürgt haben.”

Zum CSU-Stadtratskandidaten langt’s trotz – oder wegen – solcher Raufszenen im oberen Promillebereich allemal. Das zählt dort zur Folklore. Wollte man jeden, der nach der zehnten Maß jedes Maß verliert, gleich diskreditieren – wo sollte das hinführen? Die Parteiprominenz lässt sich daher als Eskorte des weiteren Lebenswegs nicht lange bitten:

“Als am 30. November 2013 das „7Reasons“ im Südwesten von Regensburg offiziell seine Pforten öffnete, war von der Jungen Union so ziemlich alles gekommen, was Rang und Namen hatte. Selbst der Oberbürgermeister-Kandidat der CSU schaute vorbei, um seine Aufwartung zu machen. … Ein tolles Team sei es, das da an den Start gegangen sei. Und die Leute, die dabei im Hintergrund stünden, seien ihm als sehr integere Persönlichkeiten bekannt.”

Jaja – vermutlich gab’s ja Freibier unter Rupertingern. Und heute ist all diesen CSU-Jüngelchen der Staatsanwalt dicht auf den Fersen. Wie gesagt, die Mischung macht’s, nicht nur in derartigen Männerbünden unseres bajuwarischen Kulturlebens. Gastronomische Erfahrung ist da entbehrlich. Dabei wollte dort im Grunde, seinem Aussehen trotzend, nur ein dschunger Mann auf den kulturüblichen Wegen nach oben … und wer glaubt, solch appetitliche Verbandelungen wären der gedruckten Lokalpresse heute noch zu entnehmen, der irrt. Die muss weithin längst zum Jagen getragen werden. Die Aufklärung hat sich eher in den digitalen Raum verlagert.

Apropos – das Personal wechselt dort in diesen Milieus, die Muster aber wiederholen sich:

“Thomas Fürst ist 35 Jahre alt, Mitglied der katholischen Studentenverbindung “Rupertia” sowie der “Marianischen Männercongregation”. Er will hoch hinaus. Seit 2002 sitzt er im Regensburger Stadtrat, aber “von der Sacharbeit her hat er noch keine besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen”, sagt Fraktionschef Schlegl.”

‘Noch keine Aufmerksamkeit auf sich gezogen’ – das wäre doch fast schon eine Empfehlung dort im schwarzen Dunstkreis am Regensburger Dom. Jeder themenverlegene Romanschriftsteller stößt hier auf eine Bonanza: Hinterzimmer-Milieus, Katholen-Mief, exotische Schauplätze, Saufgelage, Polit-Intrigen … allenfalls ‘ein Guter’ müsste auf fiktionalem Weg installiert werden, ein Kommissar vielleicht oder ein Buchprüfer, da das Publikum ja immer einen ‘Helden’ will.

Ich bitte auch um die Beachtung der Kommentare bei regensburg-digital. Man gewinnt doch einiges an Einblick in die Funktionsweise der CSU-Spezerl-Wirtschaft … mitten im Kommunalwahlkampf.

Nachtrag: Und so kommt’s, wie’s kommen musste. Der OB kommt von den Sozzen. Und auch die CSU liegt bei der Listenwahl nur auf dem zweiten Platz.

Hoppla, ein Fettnapf!

Unser Geistesriese aus dem tiefen Süden, der HaPe Friedrich, kann einem solchen Anblick einfach nicht widerstehen. Schon springt er hinein, schon rutscht er aus … und darf sich prompt über seine Pensionierung freuen. Wo unser Bayern-Horschtl nur immer diese Leuchten hernimmt – und wer soll jetzt bloß die Franken-Quote erfüllen? Das CSU-Potential ist doch absolut überschaubar …

Nachtrag: Mein kabarettistisches Bedürfnis trägt Trauer. Er ist tatsächlich ratzfatz gegangen worden … keine logischen Unfassbarkeiten mehr, keine atemberaubenden Argumentationen. Ohne dieses überflüssige Wörtchen ‘mehr’ hätte der Stern übrigens mal eine richtig gute Headline geklöppelt: “Friedrich versteht die Welt nicht mehr.”

Alles Gutti 2.0

Der neue CSU-Generalsekretär tritt in Deutschland als „Dr. Andreas Scheuer“ auf. Dabei hat er in Prag nur ein sogenanntes kleines Doktorat erworben.”

Tschaja – und sogar das noch inklusive eines plagiatorischen Anfangsverdachts. Die CSU und ihre gelfrisierten ‘Polit-Stars’ … da stößt meinem Hirn doch glatt ein Zitat des Heimito von Doderer auf:

“Die bayrische Bevölkerung zerfällt in zwei Teile, einen kleineren und einen zweiten größeren. Den ersten bilden die, welche von Beruf Metzger sind. Den zweiten, grösseren, jene, die nur so aussehen.”

Was jetzt, Horschtl? Wer betrügt, der fliegt?

Nachtrag: Wie nennen wir ihn jetzt bloß? Dr. Andreas Scheuer? “CSU-Generalsekretär Scheuer will auf Doktortitel verzichten.”

Wie tickt die CSU?

Zu den kongenialen Schreibern, welche die Lektüre der FAZ gelegentlich noch zu einem Genuss machen können, zählt Albert Schäffer, der sich vor allem mit den Mythenmetzen bayrischer Provenienz auseinandersetzt. Jetzt hat er einen Text des neuen Generalsekretärs Andreas Scheuer zu fassen, der einst folgendes ganz nonchalant in die Tastatur klimperte:

„Die starke Verschränkung und Durchdringung von Politik und Lebenswelt ist gerade für Bayern typisch, ja sprichwörtlich und hat zur Ausformung eines Modells politischer Kommunikation geführt, in dem die Rede über ‚Politik am Stammtisch‘ noch nicht zu einem Naserümpfen selbstgerechter Parteifunktionäre führt, die sich in metareflexiven Diskursen von dieser Bodenständigkeit emanzipiert glauben, in Wahrheit jedoch genau damit gegen Geist und Auftrag des Grundgesetzes polemisieren.“

Tscha, die Selbstgerechten sind immer die anderen. Lässt man all das pseudowissenschaftliche Geschnörkel mal beiseite, dann will uns die krachlederne Kurzfassung dieses Glaubenssatzes ungefähr folgendes sagen: ‘Nur wo Stammtisch, da auch Demokratie’. Noch schlichter ausgedrückt: ‘Wir quaken doch bloß, um uns am Echo zu erfreuen’. Und nicht etwa, um Politik zu machen. Hoast mi?

Tschüß, Bayern …

Ohne die CSU wäre diese Regierung doch auch ganz nett: Die Mehrheit wäre noch immer gegeben, es gäbe auch ein paar untaugliche Figuren weniger im Kabinett, und wir müssten uns nicht ständig das apolitische Krakeelen dieser wildgewordenen Weißwürstchen anhören, sondern könnten das habituelle Hintergrundgezeter unter ‘AfD und Sonstige’ einfach abhaken. Die CDU müsste sich nur endlich mal trauen.

It’s a Ramsauer …

Selten wurde wohl ein Verkehrsminister so ausgezählt, wie gestern der Peter Ramsauer bei der Anne Will. Aus allen Richtungen ‘bekam er Kattun’, wie’s alte Weltkriegsoldaten wohl ausdrücken würden, und selbst sein ewiges Lächeln wirkte am Ende nur noch stark lächerlich:

‘Am direktesten hat es in der Sendung ADAC-Chef Peter Meyer dem Verkehrsminister ins Gesicht gesagt: „Das Konzept ist völlig unausgegoren“.’

Da ich aber ein netter Mensch bin, mache ich hier mal einen Gegenvorschlag, der seinen Plan eines Ausländergesetzes vielleicht sogar retten könnte: Der große Rottmeister aller Brücken und Schlaglöcher in diesem Lande sollte eine PKW-Maut, die dann von allen Nichtbayern bezahlt würde, ernsthaft prüfen lassen. Eventuell könnte ihm die EU so etwas unter Haushaltstiteln wie ‘Folklore’ und ‘Förderung der Regionalkultur’ durchgehen lassen. Und in den Augen der Bayern bezahlten dann tatsächlich ‘alle Ausländer’ diese Maut, vor allem aber die Saupreißn. In München gäbe es dann auch wieder mehr freie Parkplätze …

Wording

Es ist CSU-Parteitag – eine leere Bühne in strahlendem Königsblau, dann eine Stimme aus dem Off: “Freuen Sie sich auf interessante Erfolgsgeschichten aus dem Chancenland Bayern.” Danach Disco-Rummtata und Einmarsch der Gladiatoren …

Von allen Adjektiven ist ‘interessant’ so ziemlich der profilärmste und totgerittenste Zossen, der noch frei herumlaufen darf. Eine ‘Geschichte’ erzählt natürlicherweise nur etwas, was immer schon vergangen ist. Wahrscheinlich dachten sie ja an den Uli Hoeneß. Und ‘Chancenland’ ist ein Retortenbegriff aus der Wortklempnerei von PR-Strategen, der keinem vernünftigen Menschen je über die Lippen käme, der aber mit Sicherheit hohe Rechnungen verursacht. An die Mieter in München dürften sie dabei kaum gedacht haben, eher schon an ihre Amigos. Kurzum: Haltloses, ideologisches Kasperletheater … wer darauf anspringt, über dessen geistige Verfassung mache ich mir so meine Gedanken.

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