Stilstand

If your memory serves you well ...

Schlagwort: Aphorismus (Seite 1 von 2)

Gebritzel

Manchmal funkt es bei mir im Kopf – und ein Wort schaut mich seltsam an. Ob das Resultat erhellt oder nicht, das mögen andere beurteilen. Seit einiger Zeit jedenfalls führe ich eine Textdatei, wo ich solche Einfälle aufschreibe. Hauptsache sie sind kurz. So entsteht eine Art ‘aphoristisches Wörterbuch’. Hier einige Auszüge:

Arbeitszeugnis: Arschwisch mit Löchern
Bildung: Wirksamstes Mittel gegen Langeweile, im Verkehr mit sich selbst wie mit anderen
Establishment: Jener Sehnsuchtsort, wo angeblich niemand je hinwollte
Event: Versuch, Schnittchen Bedeutung zu verleihen
Pegida: Das wird man doch noch nichtsagen dürfen!
Politiker: Ein Lügner, der sich selbst überzeugt hat
Provinz: Rückzugsraum der Vernunft
Religion: Etablierteste Form des Aberglaubens
Rente: s. a. ‘Marienerscheinung’
Schickeria: Treffpunkt arrivierter Bürger minderer Begabung
Student: Von studere ‚sich bemühen‘ (s. Arbeitszeugnis)
Tattoo: Der Versuch, sein idealisiertes Inneres nach außen zu tragen (vgl. a. ‚Socke, verkehrt rum‘)
Zukunft: Die Wurst für den Schlittenhund

Anschwellendes Hirnflöten (3)

Laut Selbstaussage ist die AfD „weder rechts noch links, weder konservativ noch liberal“. Sie ist, recht betrachtet, also gar nichts. Aber das laut.
– Bevor ich Putin einen lupenreinen Demokraten nenne, würde ich eher Banken als Dienstleister betrachten.
– Was bringt uns die Zukunft? – Den Tod.
– Nicht alle Maschinen, die uns versklaven, sind aus Stahl oder Silizium.
– Mit der Unterscheidungskraft wächst der Wortschatz.
– Wörter bezeichnen keine Dinge in der Welt, sie aktivieren Konzepte in unserem Kopf.
– Was immer ein Dualist vertritt, er will immer, dass es in der Welt nicht natürlich zugehen möge.
– Der Pazifismus ist eine kleine Idee, die unter Größenwahn leidet.
– Der Wahlkampf keltert Stimmen aus dem Volk.
– Jede Moral duldet keine andere neben sich.
– Ökonomie zeichnet sich dadurch aus, dass hinterher gar nichts stimmt.
– Wer Transzendenz sucht, dem gefällt es in dieser Welt nicht.
– Erst überkommt uns das Gefühl, dann kommen die Argumente.
– Die Dialektik ermöglicht es Dummen, schlau zu scheinen.
– Die Natur ist ein Heimwerker, kein Handwerker.
– Genie ist die Fähigkeit, zwischen weit Entferntem Analogien herzustellen. Weshalb den Monothematikern und Fernseh-Experten auch jedes Genie abgeht.
– In der Kultur wirkt Lamarck: Hier können wir Erfahrungen weitergeben. In der Natur wirkt Darwin.
– Irrtümer sind angegangene Wahrheiten aus der Vergangenheit.
– Fundamentalismus ist nicht so schlimm, Intoleranz ist schlimmer.
– Evolution ist nicht Mord und Totschlag, sondern Überleben. Mir fallen gerade einige Kandidaten ein, deren Zukunft mir fragwürdig erscheint …
– Journalisten seien ‚Industrieritter vom Geiste‘, sagt Karl Kraus. Das mit dem ‚Geist‘ hat er sicherlich nicht so gemeint.
– Wie soll ich am Wahltag bloß entscheiden, was das kleinere Übel ist?

Anschwellendes Hirnflöten (2)

Wahr wäre nur das, was wir erfassen könnten, bevor es zu Erkenntnis wird. Das aber können wir nicht …
– Aller Sinn beweist sich an der Verlässlichkeit seiner Voraussagen.
– Individualität heißt, die Welt nicht in den Beschreibungen fremder Leute zu erblicken.
– Der Wille entscheidet: Jeder könnte selbst hören und sehen, so er nur wollte.
– Ohne Beobachter gibt es auch keine Beobachtungen.
– Der Glaube verbirgt sich heutzutage im Portfolio.
– Ein Charakter ist immer das Resultat von Dogmen.
– Das Gras ist nicht deshalb grün, weil dies unser Auge erfreut.
– Jede Geschichte legt eine Schneise durchs Dickicht von Möglichkeiten.
– Die Liberalen häufeln ihr Geld und rufen ‚Freiheit‘.
– Gedankenkerker, die sprachlich verankert sind, fesseln uns weitaus stärker als Gitter aus Stahl.
– Wer Unterschiede sieht, dem wächst der Wortschatz.
– Monisten glauben, dass Geist aus Molekülen entspringt.
– Man darf seinen Augen nie trauen. Schließlich dreht sich die Sonne nicht um die Erde.
– Zufriedenheit ist der größte Feind der Kultur.

Anschwellendes Hirnflöten (1)

Hin und her: Man kann sich einer Sache hin- oder für Lügen hergeben.
– Nicht der Hund stinkt, sondern der, den er anpisst.
– Kaum habe ich einen Gedanken, verdeckt er schon eine neue Erkenntnis.
– Eine Regierung lässt sich nur von unten her bewerten.
– Man muss mit dem Schweif wedeln, um zu verkaufen.
– Man hat’s nicht dürfen dürfen, aber man hat’s müssen müssen – das ‚Kosovo-Dilemma‘.
– Mein Gedächtnis kann sich selbst aufrufen. Ich traue ihm auch deshalb nicht über den Weg …
– Buchstäblich jeder Trottel findet sich toll.
– Wie viele Artikel mögen deshalb nicht erschienen sein, weil sie diejenigen der Redakteure übertrafen?
– Eins ist mal sicher – Trampelpfade führen nie in die Zukunft.
– Lob wirkt auf Bessere, als hätten wir sie beim Onanieren ertappt.
– Die Wahrheit zu verteidigen ist auch eine Form des Egoismus.
– Moral – ein altbewährtes Wunderelixir aus Doktor Krauses Bauchladen.
– Ich möchte einmal einen Philosophen sehen, der sein eigenes System bewohnt.
– Spott ist der Prüfstein der Wahrheit.
– Wer nicht glaubt, dass er irren kann, der besitzt Know-how.
– Und wem der Schnaps ausgeht, dem bleibt die Politik.
– Die größten Zyniker sind Ärzte.
– Sie verbogen Gottes Wort, bis er ihre Sekte schuf.
– Masse und Führer – Paviane vor purpurfarbenem Riesenarsch.

Himmel und Hölle nochmal …

Die Hölle ist bekanntlich jener Ort, wo dereinst die zehn Gebote gnadenlos Anwendung finden werden. Weshalb alle Reichen lieber in den Himmel möchten. Was sie dabei stört, ist die Sache mit dem Nadelöhr. Das mit dem Kamel trauen sie sich schon zu …

Flatulentia

Die einzigen, die noch Wahlkampf führen, sind Zeitungen.

Ein ‘abgehalfterter Politiker’ – ein arbeitsames Bild, das suggeriert, dass jemand zuvor einen Karren zog.

Uiuiui – neunzehn Botschaften wurden geräumt. … Und? Ist schon was passiert?

Schon wieder, meine Damen und Herren, verweigert der scheue Wallach AOK unter Daniel Bahr den Krankengeldgraben …

Highlights auf Festivals sind meistens Funzeln.

Besen, Besen, sei’s gewesen: Der irre Rösler hat den ‘Neuen Markt’ heraufbeschworen …

Denk ich an Pofalla in der Nacht, hab ich ‘ne dolle Zeit verbracht …

Merkeliana (1): Formulieren sie eine Alternative zu ‘Ja’. “Öhm – meine Damen und Herren, nach reiflicher Überlegung ziehe ich durchaus einige Möglichkeiten in Betracht, die allesamt ihr Für und Wider besitzen, doch sollte eine positive Entscheidung in diesem Umfeld stets eine leichte Präferenz besitzen, weil wir dieses Land durch eine vorwärtsgewandte Politik dauerhaft auf den richtigen Weg bringen sollten.” Naja, richtig gut war das noch nicht, das geht viel schwurbeliger. Also ‘Zwei bis drei’ …

Kognitive Flatulenz

Um heutzutage noch links zu sein, benötigt man schon einiges an Intelligenz. Beim Rechtssein ist es in unseren Zeiten umgekehrt

Qualitätsmedien – und die Folgen:

Aha – unsere Reichen sind deshalb so reich, weil diese Gesellschaft ihnen solch ungeheure Lasten aufbürdet.

Prophezeien für Anfänger

Am Ende wird in Europa das eingeführt, wovon Frau Merkel als rückwärts gekehrter Wegweiser sagt, dass dies auf keinen Fall ginge.

An alle Populisten:

Wenn Probleme so einfach zu lösen wären, gäbe es keine.

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