If your memory serves you well ...

Spinnen im Weckglas

Die bisherigen Anführer der Separatisten von Donezk wurden von einem gewissen Sergei Zdriljuk abgesetzt, der sich als die „Rechte Hand“ des Kommandierenden der Kämpfer im Donbass Igor Strelkow (Girkin) bezeichnet. … Bekanntermaßen verbirgt sich hinter dem Pseudonym „Strelkow“ … der Oberst des russischen Militärgeheimdiensts GRU Igor Girkin.”

Abgesetzt? Das ist wahrlich eine euphemistische Beschreibung des Sachverhaltes – der selbsternannte Volksgouverneur von Luhansk, Valeriy Bolotov, liegt bereits mit schweren Schusswunden im Krankenhaus. Die Machtfrage wird dort jetzt ausgeballert nach dem Prinzip ‘Last Man Standing’ – und die Konterrevolution frisst ihre Kinder, die nützlichen Idioten immer zuerst. Kommende Schauprozesse, wo sich arme Würstchen als ‘Handlanger der trotzkistischen Faschisten in Kiev’ bezeichnen müssen, würden mich da auch nicht sonderlich wundern.

Währenddessen bastelt Akhmetov – nach dem, was man so hört – an einer eigenen Privatarmee aus Stahlarbeitern in Mariupol. Les dieux ont soif – und Chicago liegt heute am Schwarzen Meer …

Nachtrag: Gute Frage übrigens, wonach – gemäß unserer ‘russophilen Mainstream-Presse’* – am unvollständigen ‘Round Table’ jetzt Kiev schuld tragen soll, weil es diese armen Ostukrainer nicht eingeladen habe: “How many of the foreign representatives present would have agreed to sit at the table with men in masks and armed Kalashnikovs?” Naja, vielleicht wäre dieser russische KGB-Offizier, der Commander Strelkov, ja in Zivil getarnt dahergekommen …

* Um auch mal auszukeilen wie ein ‘Querfrontler’ …

21 Kommentare

  1. Saiz

    Wäre der Druck von außen, wegen der bevorstehenden Wahlen die Situation im Osten in den Griff zu bekommen, nicht so groß, könnte man sich fast entspannt zurücklehnen und beobachten, wie die Herren dort das Ganze unter sich “klären”.

    Leider ist es aber so, dass man im Westen immer mehr Konzessionen macht, in der Hoffnung durch einen Dialog mit den Separatisten zu einer “friedlichen Lösung zu kommen”. Da arbeiten deutsche Wirtschaftsvertreter (!) einen 10-Punkte-Plan zur Lösung der Krise aus, mit Forderungen an die Kiewer Regierung.
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-05/ukraine-runder-tisch
    Deutsche Politiker fordern den Dialog mit den Führern der Separatisten und blenden dabei Entführungen, Folter und Morde aus. Dass die Separatisten selbst die Regierung nicht anerkennen und sich bisher auch geweigert haben, mit ihr zu verhandeln, spielt auch keine Rolle. Geschweige denn die Rolle Russlands. Und dass Achmetow sein ganz eigenes Spiel spielt, sollte zwar bekannt sein, hindert aber nicht daran, ihn als Gesprächspartner an den Tisch zu bitten. Eigentlich müsste inzwischen sogar die Regierung in Kiew die Schnauze voll haben von der europäischen “Unterstützung”.

    Eine Leseempfehlung habe ich noch: Timothy Snyder über die Rückkehr des Faschismus (ich weiß, new republic ist nicht wirklich toll, aber der Artikel ist dennoch erhellend).
    http://www.newrepublic.com/article/117692/fascism-returns-ukraine

  2. Klaus Jarchow

    Was sollen sie machen? Kiew ist der einzige ‘Player’, der mit ihnen noch nach europäischen bzw. diplomatischen Regeln spielt. Notfalls würden sie sich aber auch mit den Abenteurern, den Gangstern und den russischen Nazis an einen Tisch setzen. Nur dass diese ostukrainische Mafia sich nicht mit ihnen an den Tisch setzt, sondern ihnen nur den Stinkefinger zeigt.

    Snyders Text ist eine großartige Synopse der ukrainischen Geschichte, die dort nicht erst, wie bei unseren historisch Unbeleckten, mit dem ‘Maidan-Putsch’ beginnt, worüber sie dann zumeist noch eine Prise ‘Bandera’ verstreuen – wovon sie aber auch nicht mehr wissen, als dass er ein ‘Faschist’ war. Snyder aber kennt sich aus (s. ‘Bloodlands’).

    Den Wahltermin halte ich absolut illusorisch, aber was erwarten wir schon noch von unseren Illusionisten? Die werden dann eben weiterhin an Putins Nasenring durch die Manege geführt … Hauptsache, unsere ‘marktkonforme Demokratie’ ((C) Angela Merkel), wird in ihren Wirtschaftsinteressen nicht durch banale Politik gestört. Bei dem Wort ‘Wertegemeinschaft’ muss ich immer lachen …

  3. hardy

    [..] Leider ist es aber so, dass man im Westen
    [..] immer mehr Konzessionen macht

    ich weiss nicht recht, was ihr zwei euch vorstellt, wie man mit der sache “richtig” umgehen sollte.

    was sollen wir bitteschön machen?

    “die russen” zur demokratie zurückbomben??

    man muss frieden dummerweise immer mit seinem “feind” machen und deshalb finde ich zb., daß sich die regierung in kiew _saudämlich_ verhält, da habe ich nun wirklich zero sympathie für.

    [..] weiterhin an Putins Nasenring

    leute, nichts für ungut, aber diesen nasenring haben “wir” als “der westen” uns doch selbst angelegt und putin doch geradezu flehentlich darum gebeten, uns durch die manege zu führen.

    darüber, daß die strategie, die ukraine an die eu zu binden, nicht funktioniert und zu diesen verwerfungen geführt hat, jetzt zu jammern und “die russen” alleine dafür verantwortlich zu machen, daß wir da sind, wo wir sind, ist – imho – peinlich, fast so peinlich wie das, was sich die csu da gerade abhält.

    und noch mal: was stellt ihr euch denn bitte vor, wie man es jetzt “richtig” machen soll?

    kopf durch die wand?

  4. hardy

    ach ja, ich schiebe mal einen podcast nach zum thema “finnlandisierung”

    wir müssen neben allem, was einem sofort ins auge springt, auch die “flurschäden” (für russland) sehen. nüchtern betrachtet ist es doch wohl eher so, daß putin ein klima des mißtrauens gegenüber seinem land erzeugt hat, das _von ganz alleine_ dafür sorgt, daß es kein “appeasement” gibt.

    ich glaube, ihr empfindet das nur so, weil ihr _ungeduldig_ seid und zu sehr auf das naheliegende starrt.

  5. Saiz

    @hardy
    Ich hatte dir beim Thema Sarkasmus einen Kommentar und Leseempfehlung hinterlassen.
    Zum Thema hier: ich sehe eigentlich nur, dass Putin einen Sieg nach dem anderen einfährt, die Isolation seines Landes ist ihm egal, wenn nicht sogar nützlich. Nein, eine Lösung weiß ich bestimmt nicht. Es wirkt halt auf mich, als würde man versuchen, einem Straßenräuber zu überzeugen, dass Gewalt keine Lösung ist, und ihm nacheinander Portemonnaie, Handy, Schuhe, etc. zu geben, in der Hoffnung auf Einsicht. Die Verachtung, die auch aus der neudeutschen Verwendung von “Du Opfer” spricht, ist die Verachtung von Kompromissbereitschaft als Zeichen von Schwäche. Wie geht man damit um? Was soll Kiew machen? Erst die Krim, dann der Donbass, was kommt dann? In den russischen Medien und sozialen Netzwerken ist man gerade nicht sehr bescheiden. Natürlich kann man das von außen betrachten und sagen, das war’s halt mit der Ukraine. Ich kann das nicht, weil familiär und freundschaftlich verbandelt, und die Stimmen kann ich nicht überhören. Deshalb mag ich in deinen Augen paranoid wirken, denn ich habe tatsächlich eine Heidenangst.
    Bei deinen Podcasts hänge ich noch ziemlich hinterher, bin eher Leser, aber ich bemühe mich.

  6. hardy

    [..] ich sehe eigentlich nur, dass Putin einen Sieg
    [..] nach dem anderen einfährt

    siehst du, saiz, genau das sehe ich nicht so. sieg? naja, pyrhus hat ja auch ständig gesiegt … ich denke eher, er hat das dämlichste gemacht, was er machen konnte, weil ihm jetzt ausser den bei uns notorischen puntingroupies keiner mehr so richtig traut … und heute leben wir eben nicht mehr von der macht unserer waffen, wir leben davon, daß andere uns vertrauen.

    zum finnland pod: schon okay, ich bin da einfach anders gepolt. ich will die leute hören. lesen ist so unpersönlich und führt oft dazu, daß man ja doch nur liest, was man vorher schon wusste.

    konkret geht es im beitrag darum (es gibt leider keinen textlink, es ist eine reportage), daß jetzt auch die finnen am liebsten in die NATO möchten. also, dämlicher hätte putin sich wirklich nicht anstellen können.

    [..] Erst die Krim, dann der Donbass, was kommt dann?

    nichts.

    so einfach ist das. wir sind uns hoffentlich bewust darüber, daß das, was dann passieren würde, _krieg_ bedeutet, oder?

    ich sehe das auch nicht so, daß man ihm seine beute jetzt lässt. im gegenteil. und wenn, dann wohl eher aus dem grund, den klaus hier gestern in photos gezeigt hat: verschluck dich dran, waldi!

    [..] ich habe tatsächlich eine Heidenangst.

    oh, du denkst hoffentlich nicht, daß ich die nicht habe, au contraire, mon cher, ich denke immer noch, daß wir alle in eine katastrophe schliddern und bin eigentlich für bedachtsamkeit der politisch handelnden dankbar, also wenn etwa uvdl die polen ein bißchen von der palme pickt oder die kanzleröse sich vorsichtig statt auftrumpfend verhält.

    an der stelle bin ich für frauen in der politik dankbar 😉

  7. Klaus Jarchow

    Man muss erst einmal die Strategie erkennen – und da sage ich nach wie vor ‘Alexander Dugin’. Der sitzt als weißer Rabe auf der Sessellehne von Putins Thronsessel und flüstert ihm ins Ohr. Das Ganze verläuft wie aus dem Drehbuch dieses bösartigen Regisseurs, und es geht längst nicht mehr nur um die Ukraine. Russland macht auch nicht im Donbass halt, das ist bloß schon wieder so eine Diplomaten-Illusion. Man sollte Dugin lesen, lesen, lesen, seinen “eurasischen Gedanken” ernst nehmen – gerade weil er ein Wahnsinniger und ein veritabler Neofaschist ist! Und wenn man dann die Gefahr erkannt hat, dann muss man sagen: Scheiß auf Siemens, Volkswagen und unsere Wirtschaftsinteressen – wir müssen notfalls Russland ganz und gar aus dem gemeinsamen Wirtschaftsraum ausschließen und unter Quarantäne stellen. Sonst wird das nie im Leben etwas … auch wenn das für uns Härten bedingt.

  8. hardy

    ach ja: also, ich gehe hier und überall ja seit ewig und drei tagen mit ein paar dingen hausieren. das erste ist dieses wirklich schöne florian illies “1913” buch. das wort, das darin so gut wie nicht vorkommt: “krieg”.

    die “schlafwandler” (clarke & klaus zuliebe auch broch) sollte ja, nachdem selbst die merkelsche zugegeben hat, daß sie es gelesen hat, mittlerweile jeder “intus” haben.

    was ich aber persönlich an der stelle empfehlen würde, es leider aber nicht gibt: vor ca 12 jahren lief mal zwei wochen lang im zdf immer nach den nachrichten “august 1939 – 11 tage zwischen frieden und krieg” (ich hab’s mir unlängst von einem video gekratzt und noch mal geguckt).

    na gut, die “14 tagebücher aus dem WK1”, die grade bei arte und demnächst geschnitten (heul) bei der ard laufen, geben ja vielleicht auch einen eindruck davon, wie ratzfatz die dinge ggfl. gehen werden. hinterher war’s dann keiner ..

    einziger trost: am ende hängen die idioten an einer laterne oder geben sich die kugel.

    das ist das eigentliche problem: alle denken immer nur an das naheliegende.

  9. hardy

    klaus,

    [..] gerade weil er ein Wahnsinniger und
    [..] ein veritabler Neofaschist ist

    ich erwähne nicht noch mal mein thule dingens 😉

    mir ist klar, daß es dugin gibt und ich bin auch leidlich vertraut mit seinen plänen – einmal abgesehen, daß du mich ja mit den infos versorgst – und so wie ich weiss, welche rolle durchgeknallte germanenorden-mitglieder bei der NS-ideologie spielten und was dabei herauskam, so kann ich mir vorstellen, daß du da definitiv nicht unrecht hast …

    aaaaaber: bitte, halte doch die ruhige art, mit der “die unseren” damit umgehen, nicht für appeasement zugunstend er wirtschaft. es ist nur der versuch, nichts “über’s knie zu brechen”, zu vermeiden, massenhaft material an die “ostfront” zu schicken etc.

    und: wir unterscheiden uns an dem punkt wirklich radikal – du bist von diesem krimskrams, den der waldi da veranstaltet _beeindruckt_. ich halte ihn für einen rohrkrepierer und finde, _du_ gehst dem waldi “auf den leim” 😉

    “die unseren” können deshalb so gelassen damit umgehen, weil sie einerseits wissen, daß der riese nur ein solcher zu sein _scheint_ und weil sie (muss man wohl, wenn man den job macht) sehen, daß sie im moment mit dem faktischen leben müssen, á la longue sich aber “nur” die frage stellt, wie hoch der schaden sein wird, den er anrichten kann, _bevor_ er die rechnung serviert bekommt.

    as geht uns (“hier unten”) nicht schnell genug, schon okay, ich verstehe, so ist das, wir wissen (hier oben) auf der tribüne immer besser, wen der trainer jetzt unbedingt sofort einwechseln sollte, aber … naja, wir müssen ja auch nicht über den platz laufen.

    mehr geduld & mehr gelassenheit: waldi hat schon längst verloren, er weiss es nur noch nicht. oder er weiss es eben doch und macht nur “den dicken”.

    das blöde: ich kann nicht einschätzen, wie dick er sich noch machen wird bevor er – und was dabei sonst noch so – _platzt_.

    ansonsten: geschichte im entstehen. wir wissen aus den ersten “staffeln” wie’s ausgehen wird, oder?

  10. Klaus Jarchow

    Krieg ist eigentlich immer ein ‘Platzen’ solcher Figuren. Lies als ‘Antidot’ zu Clarke auch mal ‘Die Büchse der Pandora’ von Jörn Leonhard (gerade erschienen). Das Problem war eben nicht nur ein allseitiges ‘Hineintaumeln’ in den Krieg, sondern auch, dass eine ganze Reihe von Leuten damals unentwegt und ganz bewusst am Status Quo gesägt haben. Die Wahrheit liegt immer in der Mitte … also zwischen ‘Fischer-These’ (Leonhard) und ‘Blindheit’ (Clarke). Der Schlieffen-Plan wurde ja nicht erst nach Kriegsbeginn ausgeheckt, auch der Kriegsjubel damals kam ja nicht von ungefähr – und gucke dir Russland nach dem jahrelangen Trommelfeuer einer gelenkten Presse heute an … hierzulande gibt es auch eine Masse von Leuten (s. Foren), die ENDLICH den großen Kladderatsch erleben wollen, wo dann die verfluchte EUSA in Schutt und Asche versinkt (oder was immer diese krummen Figuren sich sonst noch so herbeisehnen mögen). Ich fordere übrigens keinen Krieg, sondern die Isolation eines Brandstifters, statt immer nur hier mal zehn und da mal zwanzig besonders schlimme Finger auf eine ominöse und unwirksame Sanktionsliste zu setzen, während das Haus schon lichterloh brennt. Aus diesem Grund wäre ich übrigens auch dafür, dass der giddelige Akhmetov am runden Tisch Platz nimmt, selbst wenn er nur ein überlebender Gangsterboss ist. Aber gerade, weil er das ablaufende Last-Man-Standing-Spiel kennt, weiß er vielleicht auch, wie man es auf bewährte Art beendet. Und er ist bestimmt auch nicht dafür, dass ihm jetzt Putins Oligarchen seine Stahlwerke und TV-Sender klauen. Da liegt die Sollbruchstelle. Du musst mit dem Lehm bauen, der vorhanden ist, und darfst nicht auf einen Mahatma Gandhi hoffen. That’s politics … leider.

    “Illarionow warnte davor, Putins Absichten zu unterschätzen. Es gehe nicht um eine Krise in der Ukraine, sondern um „einen russisch-ukrainischen Krieg“, der wiederum nur ein Kapitel eines viel größeren Konfliktes sei. Putins Strategie bestehe darin, „den Westen in einen kontinentalen und einen angelsächsischen Teil zu spalten – Russland und Kontinentaleuropa auf der einen Seite, die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die sogenannten Frontstaaten (die drei baltischen Länder und Polen) auf der anderen Seite.“ Diese Strategie habe sich bewährt.” Sagt jemand, der lange zu Putins engstem Führungszirkel gehörte … und in dem Punkt bist du, hardy, dann auch ein ‘Schlafwandler unserer Zeit’.

    Akhmetovs derzeitige Ansichten sind übrigens gar nicht so blöd, nur widersprechen sie konträr Putins Zielen:

    “I believe there are four scenarios.

    Scenario 1: Everything remains as it is. Kiev has all the power, while regions develop on the leftovers. I am strongly convinced that this way has already run out of steam and is not right for the future.

    Scenario 2: The Donetsk People’s Republic. Nobody in the world will recognise it. However, our economy is based on coal, steel, energy, heavy engineering, chemical industry, agriculture and all the business areas related to them. We will face huge sanctions and will not be able to sell or produce. It will result in suspended production, unemployment and poverty.

    Scenario 3: Joining Russia. I strongly believe that neither Russia nor Donbass need it. And neither Russia nor Donbass will benefit from it. We will face huge sanctions and again will not be able to sell or make our products. It will result in an economic downturn, unemployment and poverty.

    Scenario 4: The only right way, in my view, is to amend the Constitution and decentralize government. It is when Kiev gives authority to the regions. It is when regional governments are not appointed but elected. And it is when local authorities are responsible to the people in the present and future. I strongly believe that Donbass can be happy only in a united Ukraine.”

  11. jo

    @hardy
    > die “14 tagebücher aus dem WK1″, die grade bei arte und demnächst geschnitten (heul) bei der ard laufen

    Wenn Du schnell bist liegt die Arte-Version noch bei http://www.OnlineTVRecorder.com (idR speichern sie für 14 Tage, aber lies nochmal nach). Premium-Status kost wenig, und Du kriegst rückwirkende Aufnahmen und HD dafür. (Disclaimer: ich habe keine andere Beziehung zu OTR als dass ich mir dort sehenswertes Zeug auf Vorrat hole.)

  12. Johy

    He, wieso killt der meinen halben Namen!?

  13. Klaus Jarchow

    Wie meinen? 😉

    Ach so – jetzt hab’ ich’s. Du hingst im Filter fest … warum, weiß ich auch nicht. Vermutlich lag’s am Link zu einer ‘Bezahl-Seite’, die beäugt der Spam-Bot immer besonders kritisch.

  14. Johy

    >Vermutlich lag’s am Link zu einer ‘Bezahl-Seite’, die beäugt der Spam-Bot immer besonders kritisch.

    Das macht ihn mir sehr sympathisch.

  15. hardy

    ha!

    mit leonhard wäre ich die tage um die ecke gekommen, da warst du jetzt schneller als ich – ich kenne ein paar sehr begeisterte besprechungen aber den text selbst noch nicht …

    [..] Du musst mit dem Lehm bauen, der vorhanden ist,
    [..] und darfst nicht auf einen Mahatma Gandhi hoffen.
    [..] That’s politics … leider.

    ich hoffe nicht auf ghandi, ich (elendes wort) vertraue darauf, daß alle etwas gelernt haben in der zwischenzeit. ansonsten setze ich mal drauf, daß du nicht in meine richtung projezierst: ich bin ja nicht hier und halte händchen, weil ich deine argumentation für propaganda halte, sondern weil ich in einem historischen rahmen denke und mich da besser aufgehoben fühle in einem umfeld, in dem diskutiert und nicht herumgepoltert wird 😉

    [..] schlafwandler

    sehe ich nicht so klaus, ich denke eher, ich sei ziemlich wach und im rahmen des möglichen brauchbar informiert (was du dummerweise nur nachvollziehen könntest, wenn du mal ne woche mit meiner playlist gehen würdest, auf der gestern zb. auch ein beitrag stand, der auch dein interesse gefunden hätte, die schlüsselfigurender separatisten in der ostukraine).

    ich versuche, distanz zu wahren, die geschichte nicht überzustrapazieren und möglichst nicht in panik zu geraten.

    was putins absichten betrifft, streite ich nicht lange mit dir herum, aber im gegensatz zu dir, denke ich halt, er hat sich verspekuliert und wird, ja muss sogar scheitern, weil ich – auch im gegensatz zu dir – den “hühnherhaufen”, den ich am anfang konstatierte, als das krokodil sich das huhn schnappte, langam zugunsten einer sehr wohl geordneten gruppe zusammentut … die nicht ganz so blöd ist, sich von den amerikanern für _deren_ strategie (die haben ja auch eine, die mir nicht sypmathischer ist als die von putin, sie kommt bloß freundlicher daher) einwickeln zu lassen.

    das was, du für schwäche hälst, sind die mechanismen demokratischer gesellschaften und einer gegenwart, die eben nicht mehr “hau drauf” ist, womit ich ganz gut leben kann und an der du ein bißchen zu verzweifeln scheinst.

    wir unterscheiden uns also in der bewertung in drei punkte: ich halte putin für ein würstchen (1), dessen plan nicht aufgehen wird (2), weil das wird ein bis dahin wohlgeordneter westen verhindern wird (3).

    den rest der show sehen wir wohl ziemlich identisch.

    @jo

    hättest du hier die tage mitgelesen, wüsstest du, wie ich das handhabe: digisat mit usb, ich bin mein eigener OTR. ich hab’ so was halt gerne auf wohl geordneten festplatten in einer von mir festgelegten qualität, die auch bei unserem tv-gerät noch mitmacht, ohne daß man merkt, daß das jetzt nicht live ist. kostenpunkt: 0€, projectX zum schneiden und demuxen der .dv-streams, ffmepg zum muxen und handbreak zum umrechnen 😉

    ich bin geduldig genug, die beiden ersten folgen in der wiederholung abzuwarten. bis dahin habe ich die 6 teile, die parallel zu arte in swr2 wissen freitags morgens liefen (je eine halbe stunde) …

    14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs

    1 der abgrund
    2 der angriff
    3 die verwundung
    4 die sehnsucht
    5 der aufstand
    6 das ende als anfang

    aber danke für den tipp.

  16. Klaus Jarchow

    Die ‘Amerikaner’ werden in den einschlägigen Foren überstrapaziert – aus ideologischen Gründen (‘Antiamerikanismus’). Die haben im Moment wenig Interesse an der Ukraine. Die sind derzeit vor allem in Ostasien engagiert.

    Ob sich Putin verspekuliert hat, das hängt vor allem von den Reaktionen Europas ab.

  17. hardy

    klaus,

    auch wenn’s nervt: man kann den ton in der stimme des separatistenführers nur hören und verstehen, wenn man ihn … eben … hört:

    Bei den Separatisten in Donezk (*)

    sorry, du kannst mir nicht erzählen, daß jemand als gewinner durchgehen kann, wenn er sich mittlerweile panisch und von waldi im sich gelassen fragt, was bloß alle haben, er hat doch nichts gemacht, wieso soll er plötzlich ein terrorist sein?

    das _muss_ man gehört haben, diesen weinerlichen ton … oder die nette dame, die sich beschwert, daß jetzt die oligarchen auch mitmischen wollen … so sieht die revolution aus, äh, so hört sie sich an.

    nicht die auf dem papier … das chaos vor ort.

    klaus, ich buchstabiere da eher r.o.h.r.k.r.e.p.i.e.r.e.r. der könig ist nur so angezogen, wie man ihm das andichtet, ich finde, waldi ist ein nackerter dackel 😉

    das mit den amerikanern habe ich übrigens erst seit ich diese doku über den geheimen krieg vor ein paar monaten in der ard gesehen habe. seitdem halte ich obama für einen mörder und ich war mal “the last fan standing”. das ist kein “antiamerikanismus”, so wenig wie mein link bei mir zuhause auf den katholischen ordenspriester in israel “antisemitismus” ist. das sind einfach dinge, die ich nicht akzeptieren kann, ohne daß ich die drecksäcke drecksäcke (bibi) und die mörder mörder (barrack) nennen würde.

    selbst mein amerikanischer blutsbruder hier vor ort, ex gi, bluegrassadept & sechstelindianer, fragt sich mittlerweile, was die “zuhause” sich eigentlich denken und ob ihnen nicht mal die idee kommt, daß in 10 jahren in NYC drohnen herumfliegen, die auf knopfdruck der anderen leute wegpusten.

    (*) ich finde, florian kellermann macht einen guten job, er hat mich jetzt wirklich mit allem an stimmen versorgt, was ich so zur meinungsbildung brauche und das “systemmedien”- und “propaganda!”-mäßige kann ich da irgendwie nicht erkennen.

    vor allem, ich wüsste nicht, wie er das in schriftform so hinbekommen könnte.

  18. Klaus Jarchow

    Ich bin der letzte, der jubelnd mit einem Uncle-Sam-Fähnchen durch die Gegend läuft. Wer aber geglaubt hat, der Obama könne im ‘State of the Rich’ mal eben den Einfluss der Lobbys und die überbordenden Geheimdienste – die für die ‘dirty jobs’ ja hauptsächlich verantwortlich sind – kurzerhand abschalten und den ‘neuen Kennedy’ geben, der ist dann eben auch nur ziemlich naiv. Obama kann blendend reden, aber schlecht umsetzen, dazu fehlt ihm so einiges. Der Präsident in den USA ist ferner nur noch scheinbar mächtig, ganz unabhängig von Personen, in der Realität wird er zwischen Senat, Kongress und TV-Shows stets gnadenlos aufgerieben. Und da gilt längst: ‘The stupidest takes it all’ – siehe Medienphänomene wie Sarah Palin usw.

    Das Problem ist ferner, dass die Amerikaner sich einerseits für so herrlich frei und individualistisch halten, in der Realität sind sie aber andererseits gnadenlos technik- und staatsgläubig, wenn’s um die ‘eigenen Jungs’ geht. Wenn jetzt – dank der Drohnen – nur die ‘anderen’ noch dran glauben müssen und keine Särge mit amerikanischen Flaggen mehr aus Flugzeugen getragen werden, ist das für sie ‘fein’. Seit Nine-Eleven haben sie darüber hinaus einen andauernden Dachsparren, was ihre Sicherheit betrifft. Da ist dann auch die NSA für sie keinerlei Problem. Dass jährlich mehr Menschen durch die ‘Freiheit, Waffen zu tragen’ umkommen, als in diesen zwei Türmen starben, will ihnen nicht in den Kopf. Ein miserables Bildungssystem, eine religiöse Macke der Auserwähltheit, ein latenter und auch offener Rassismus, und eine Medienlandschaft, die von A bis Z von ‘Privaten’ dominiert ist, also von einigen wenigen Superreichen, kommt noch hinzu (Koch Bros. und so). Und jede Menge ‘Think Tanks’, die immer nur das ‘wissenschaftlich’ herausfinden dürfen, was Multimilliardären und ihren Geschäftsinteressen nützt, die gibt es dort auch (s. ‘Ökologismus’, ‘Klimaskepsis’ etc.). Da also hast du meinen ‘Antiamerikanismus’.

    Das ‘Herz der Finsternis’ sieht dennoch anders aus. Und zum Niveau von ‘Russia Today’ ist es selbst für ‘Fox TV’ noch ein weiter Weg. Und dass den Amerikanern die Ukraine derzeit ziemlich am Mors vorbeigeht, bleibt nichtsdestotrotz richtig. Deswegen können sich all die Hirnverwirrten, die in Kiew überall nur noch CIA-Agenten herumkrauchen sehen, sich ihren Bullshit gern in die Haare schmieren …

    Zu den ‘Separatisten’: Wer hätte denn dort am runden Tisch sitzen sollen? Die Frau von der Straße? Das Problem ist doch, dass es sich bei den ‘Köpfen’, die sich dort vor den Kameras zeigen, um gleich mehrfach verkrachte Geschäftsleute, um dubiose Hütchenspieler und Glücksritter, um getarnte Speznas-Agenten oder Mitglieder der örtlichen Mafia handelt. Politisch motivierte ‘Separatisten’ und ‘Leute aus dem Volk’ habe ich da noch nicht gesehen …

  19. Johy

    @hardy
    (jo = Johy)
    Sorry, hab Dein Setup einfach überlesen. Dieses WWW ist einfach TMI (too much information) für mich. 🙂
    Nutzt Du auch von andern erstellte und hochgeladene Schnittlisten zum Entfernen von Werbeblöcken? Das find ich angenehm bequem (lade natürlich auch meine Listen hoch). Und natürlich, dass ich auch Aufzeichnungen bekomme wenn hier ein schweres Gewitter den Empfang stört (Mietshaus, schlechte Anlage).

    @Klaus
    >Und dass den Amerikanern die Ukraine derzeit ziemlich am Mors vorbeigeht…

    Vielleicht in der offenen Politik. Die Wirtschaft drückt sich in jeden offenen Spalt und setzt sich fest, zB:
    http://www.commdiginews.com/world-news/conflict-of-interest-hunter-biden-son-of-vice-president-joins-ukrainian-gas-company-17472/

    Mit eigenem Besitz vor Ort hätte man auch ein Äquivalent zu russischen Pässen.

  20. Klaus Jarchow

    @ Burisma ist bisher einer der eher kleinen und privaten ukrainischen Gaskonzerne, geführt von einem Oligarchen, der bereits unter Janukowitsch hohe Protektion genoss (Nikolaj Slotschewskij). Es ging damals, bei dieser ‘Privatisierungswelle’ unter Janukowitsch, vereinfacht gesagt, wohl darum, den Einfluss des Staatskonzerns Naftogaz zu stutzen, indem er die ‘neuen Schiefergasvorkommen’ ausschließlich Privaten – also seinen ‘Buddies’ – zuschanzte.

    Dass die Burisma sich – aus Geschäftsinteresse – einen bestens in weltweiten ‘Networks’ verankerten Rechtsanwalt einer großen New Yorker Kanzlei holt, um Absatzmöglichkeiten zu finden und zu expandieren, wäre für mich aus Sicht dieses Oligarchen bloß klug. Dass es sich bei dem Rechtsanwalt um Biden’s Sohn handelt, ist in meinen Augen weniger bedeutend, es geht wohl eher um Kontakte. Denn das Geld fließt ja – Hunter Biden hin oder her – anschließend nicht in dessen Taschen oder in die Portfolios der Wallstreet, sondern in diejenigen der ukrainischen ‘Bizziniss Men’, denen Burisma heute gehört. Außerdem ist das auch nicht sonderlich viel: 2013 produzierten die gerade mal 11.600 Barrel Öläquivalent, 2014 wollen die ihre Produktion um sagenhafte 35 % Prozent steigern. Du musst eben immer diesen diskreten Weg des Geldes verfolgen und nicht nur das Kasperletheater oben auf der Bühne gucken, den Amerikanern ‘gehört’ da nun mal gar nichts … zumindest nicht im Fall der Burisma. Ansonsten hat anderswo ‘Chevron’ wohl noch ein paar Explorationsrechte. Weitere Schürfrechte stünden zum Verkauf, das Potenzial ist groß, allerdings nur, wenn man Fracking mag, heißt das. Und da bieten dann China, Russland und auch unsere Bundesrepublik gewiss noch mit … so ist das eben in einer ‘weltweiten Wirtschaft’.

  21. hardy

    @klaus

    siehste wohl, da sehen wir schon wieder einiges ziemlich gleich.

    es ist schwer, antiamerikanismus zu entwickeln, wenn man gleichzeitig bluegrass mag und sozusagen blutsbrüderschaft mit einem ex-gi pflegt, der sich so’ne sätze anhören muss, die mit “ihr amerikaner” anfangen. dabei lebt brad seit 20 jahren hier und ist mittlerweile so “antiamerikanisch” wie ich dank meiner stetigen indoktrination 😉

    nein, das sehen wir schon alles ziemlich gleich, ich habe nur auf dieses “in den foren verbreitetete” reagiert: ich bin definitiv ich und denke, daß 90% der leute in foren unterinformiert sind, während ich mir selbst – schnöselig, wie ich nun mal bin – für ganz gut informiert halten würde und mit dir rede, weil du eben noch dinge hinzufügst, die mir sonst entgingen.

    in punkto obama: ich hab’s halt aufgegeben, ihn zu entschuldigen, er ist der chief in command, er trägt die verantwortung, ich kann ihn nicht mehr – was ich wollte, bei mir gibt es eine unveröffentliche post mit dem titel “the last fan standing” – “in schutz nehmen”. er ist ein verbrecher. putin ist auch einer und bibi ein drecksack, den wir bloß nicht so nennen dürfen. aber immerhin muss er jetzt die schiffe vollständig bezahlen. keine ahnung, wie weit das, was der ordensmann da erzählt, mit zu beiträgt …

    zu biden hätte ich auf meiner gestrigen playlist einen interessanten beitrag, aber ich versuche mal ohne audiolink auszukommen 😉

    [..] Und dass den Amerikanern die Ukraine derzeit
    [..] ziemlich am Mors vorbeigeht

    ich unterscheide da zwischen “den amerikanern” und denen, die “wind machen”. “die” amerikaner wissen in der regel nicht, wo die ukraine liegt, wozu auch. bei den windmachern ist wie bei uns mal wieder der kalte krieg ausgebrochen, das ist eine vertraute “figur” und das macht es um so schwerer, vernünftig darüber zu reden. ich hatte ja das interview mit karl schlögel verlinkt, der für mich die sache auf den punkt bringt. das ist der historische rahmen, der mich schon zu seltsamen emails an clinton und zu einem einverständnis mit der befreiung kuweits brachte. warum sollte ich das jetzt anders sehen.

    und deshalb: bitte nicht in meine richtung “projezieren” 😉

    obwohl ich natürlich mich eigentlich gestern von platzeck am besten vertreten fand, der darauf hinwies, daß wir uns zu sehe mit fragen aufhalten, die im gestern spielen und wir uns lieber mal um das morgen kümmern sollten, probleme also lösen statt ständig rechnungen bis zum erbrechen durchzudiskutieren, weil … naja, das hat ja dann helmut schmidt gesagt

    “Ich halte nichts davon, einen dritten Weltkrieg herbeizureden, erst recht nicht von Forderungen nach mehr Geld für Rüstung der Nato. Aber die Gefahr, dass sich die Situation verschärft wie im August 1914, wächst von Tag zu Tag.”

    eben.

    @johy

    TMI. das sagst du was, was ich so ähnlich sehe, wahrscheinlich sogar noch viel strikter: ich höre radio und _dann_ gucke ich was nach. “das” internet, sein gezwitschere und geknuddele gehen mir sowas von …

    [..] schnittlisten

    nein. ich verbringe ca 10 minuten am tag mit dem schneiden in projectX (kompilierte version), das ist – ich mache das mit dem aufnehmen, seit man es kann (also einem philips kassettenrecorder, dem mit diesem einen knopf) und habe wohl so ziemlich alles ausprobiert, was es jeweils so gab (bis hin zu videobändern, auf denen 8 stunden nur audio, musik oder hörspiele drauf sind) – ein kinderspiel und ich kontrolliere halt gerne alles selbst. wenn mir mal ein gewitter alles versaut, bin ich eben geduldig.

    mein setup ist in hart erarbeiteter “state of the art” 😉

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