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If your memory serves you well ...

Russische Sanktionen?

Was heißt das jetzt? Kriege ich keine leckeren russischen Äpfel mehr zum Müsli, oder dürfen die armen Russen nicht mehr herzhaft in den deutschen Boskop beißen?

14 Kommentare

  1. Zum Glück sind wir bei Russisch Brot Selbstversorger:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch_Brot

    😉

  2. Es ist jetzt Eure patriotische Pflicht, schadstoffbelstete Äpfel zu verspeisen! Solltet ihr einen Hund oder eine Katze besitzen, so ist es Eure solidarische Pflicht, das Dosenfutter gegen polnische Äpfel zu eretzen! Zuwiderhandlungen werden ähnlich bestraft wie Ani Lorak in Odessa!

    Derweil geht es den Südamerikanern nach den Fußballniederlagen endlich wieder besser:

    Russian response to the sanctions in a [coco]nutshell 🙂 Bye, mushy Polish apples, yucky US meat… – HELLO BRAZIL! pic.twitter.com/qLuW189TB5— Valentina Lisitsa (@ValLisitsa) 6. August 2014

  3. Yep – und all den Caipirinha saufen sie ab jetzt selber – bätsch!

  4. Valentina Lisitsa wird sich die brasilianischen Lebensmittelimporte problemlos leisten können – aber auch der Ottonormalverbraucher in den russischen Städten?

  5. Die NachDenkSeiten lassen Kai Ehler zu Wort kommen…
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=22729

  6. Yep – der alte Traum von der Autarkie. Meines Wissens haben sie schon die Rentenkassen geplündert, um ihr Krim-Abenteuer zu finanzieren. Russland ist bei Lebensmitteln zu 60 Prozent auf Importe angewiesen. Das sind also Pfeifen im Walde, eine galoppierende Inflation sei ihr Lohn …

  7. Warum galoppiert die Inflation, wenn die Russen brasilianische, chinesische, kasachische, bulgarische anstelle polnischer Äpfel kaufen?

    @sol1: Die Russen haben genug zu essen; auch Äpfel. Das war zu Jelzins Zeiten noch anders.

    @Klaus Jarchow: Europa stellt insbesondere Luxusgüter her. Alle anderen Konsumgüter liefern die Chinesen. Und ich denke, wegen der Investionsgüter werden sich die Russen auf die Hinterbeine stellen. Es ist natürlich tragisch, wenn Schweizer, Deutsche, Schweden den Russen gern Maschinen verkauft hätten, die Russen gern von Schweizern, Deutschen und Schweden Maschinen gekauft hätten, dieses Geschäft aber leider verboten ist. Aber Deutschland ist ununmschränkter Herr im gemeinsamen Haus Europa (Formulierung Gorbatschows!) Da werden auf der zweit- oder dritt-höchsten Ebene sicherlich Dinge möglich werden, die eigentlich unmöglich sind.

  8. Weniger Anbieter auf dem Markt – steigende Preise (Wirtschaft für Anfänger, Band I). Die teuren Transportwege aus Brasilien sind auch sehr viel länger. Kasachstan ist Steppe, kein Obstanbaugebiet. Bulgarien ist Mitglieder der EU und damit auch von den Sanktionen betroffen. China ist selbst auf Einfuhren angewiesen: “Da Chinas Agrarflächen wegen der Umweltzerstörung – wie fortschreitende Verwüstung oder Wasserknappheit – stetig schrumpfen, kann die Produktion von Reis und Weizen mangels geeigneter Anbauflächen nicht beliebig ausgeweitet werden. Die Regierung in Peking wird darum nach Ansicht von Fachleuten noch mehr als bisher auf Lebensmittelimporte setzen müssen.”

    Dass bei den Konsumgütern der grenznahe ferne Osten längst eine chinesische Provinz ist – klar. Im russischen Fernen Osten leben längst mehr Chinesen als russische Staatsbürger … die wollen aber alle auch was essen. Die russische Versorgung mit Lebensmitteln wurde bisher vor allem von den USA und Kanada sichergestellt.

  9. Der russische Präsident hat immer wieder betont, dass die russischen Verbraucher von möglichen Gegenmaßnahmen nicht betroffen sein sollen. Doch das ist unmöglich. Russland importiert offiziellen Statistiken zufolge 40 Prozent aller Agrarprodukte und Lebensmittel aus dem Ausland, das meiste aus früheren Sowjetstaaten. In den großen Städten, vor allem in Moskau, ist der Anteil noch viel höher.

    Der landwirtschaftliche Sektor in Russland ist zu schwach, um die durch den Importstopp entstehende Lücke auszugleichen. Es fehlt in dem Bereich vor allem an Investitionen (Sicht der Vereinten Nationen auf Russlands Landwirtschaft).

    (…)

    Die russische Zentralbank habe bereits davor gewarnt, dass die hohe Inflationsrate durch ein Importverbot weiter steigen und die Kaufkraft der Russen sinken würde. Der russische Regierungschef Dimitrij Medwedew wischt diese Sorgen einfach weg: Die Preissteigerungen sollten durch regelmäßige Kontrollen verhindert werden. Wie genau die aussehen sollen, ist jedoch unklar.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/importstopp-fuer-lebensmittel-nach-russland-wem-putin-wirklich-schadet-1.2080421

  10. Oh, nein! Putin-Huylo hat schon wieder zugeschlagen! Da hilft nur noch Panzereinsatz, Panzereinsatz, Panzereinsatz!

    Die Hauptstadt Kasachstan hieß früher übrigens Alma-Ata, was “Vater der Äpfel” bedeutet. Diese Stadt heißt heute Almaty. Dort herrscht ein sehr angenehmes subtropisches Klima, ganz anders als in Zelinograd, das heute die Hauptstadt Kasachstans ist.

  11. Fundstück auf der Facebook-Seite der NachDenkSeiten:
    “Die Russen haben die Belagerung von Stalingrad 900 Tage lang überstanden und auch den 2. Weltkrieg allgemein, und das mit erhobenem Haupt. Wer glaubt, man könne dieses Volk mit ein paar Sanktionen gefügig machen?”

    Von Äpfeln alleine kann man nicht leben.

  12. Von Äpfeln alleine kann man nicht leben

    Man braucht auch Erdgas, russische Waffen, Raumfahrttechnologie, mineralische Rohstoffe und Absatzmärkte für deutsche Waren.. Wenn es böse läuft, bekommen die Chinesen all das wohlfeiler als die Europäer, was die Position Europas auf den Weltmärkten gegenüber Chinas schwächt.

    Weiter demnächst in Ihrem Theater: Noch mehr Bankenkrise in AU und CH wegen Kredit-Exposition in Osteuropa, Gewinnausfälle in Osteuropa, Inflation in UA zusammen mit Fremdwährungskrediten, die schon in Ungarn und auf dem Balkan in die Hose gingen. Das relative Erstarken Chinas gegenüber Europas wird Länder wie Griechenland und Italien am härtesten treffen. Die Ungleichgewichte in Europa nehmen zu, und damit auch die Fragilität der Europäischen Union, die Arbeitslosigkeit steigt überall, überall zieht die Rezession ein, Deutschland darf das alles natürlich wieder bezahlen. Und nunja, UA vergessen wir jetzt mal lieber, sonst überkommt einem der depressive Anfall.

    Und Putin, die alte Sau? Der regelt das alles irgendwie. Die Russen freuen sich auf neue Arbeitsplätze wegen Importsubstitution, erzwungenen Protektionismus. Die Opfer sind dabei mäßig, und werden in einem Jahr möglicherweise schon nicht mehr notwendig sein.

  13. …AT natürlich, nicht AU.

  14. Nun – ich glaube ja auch, dass Russland Schritt für Schritt zu einer chinesischen Kolonie heranreifen dürfte, das Gas samt neuer Pipeline müssen sie ja schon teurer produzieren als sie’s an Peking verkaufen … aber dem Westen hat’s der große Staatsmann damit ‘mal so richtig gezeigt’.

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