Stilstand

If your memory serves you well ...

Problematik von Vergleichen

Es geht um den geplanten Auftritt des großen Bruders Putin auf der Krim, also um die Siegesfeier auf dieser zurückgewonnenen Scholle ‘heiliger russischer Erde’. Ein Vergleichsweiser schreibt uns im Kommentar dazu folgendes:

“Tatsächlich? Worin besteht der Unterschied zum damaligen Bush-Auftritt ‘Mission accomplished’ auf einem Flugzeugträger im persischen Golf?”

Ob ihm tatsächlich nicht auffällt, dass er damit sein großes Vorbild ausgerechnet mit Schorsch Dabbeljuh Bush auf eine Stufe stellt?

Nebenbei: ‘Russia Today’ labelt jetzt ihre Ukraine-Berichterstattung mit ‘Heimatfront’ (via fefe). ‘Heim ins Reich’ ist da nicht mehr fern … und die Berichterstattung hat fast schon Querfront-Format – Jazenjuk muss deshalb ein Faschist sein, weil er ein Jude ist und dergleichen graukrauses Zeug mehr : ““Sex-Furien, Nazi-Erben, Pseudo-Ärzte: Die zehn dreistesten Lügen der Putin-Krieger.” Der ‘Focus’ bedient sich bei seiner Zusammenstellung übrigens klammheimlich bei ‘fakeorg’, also bei der ukrainischen Journalistenschule. Könnte er ja ruhig mal erwähnen …

8 Kommentare

  1. for the records: wir nehmen mal zur kenntnis, daß putin heute für eine verschiebung des referendums trommelt.

    der riese ist so was von scheinriese und seit gut zwei wochen auf der suche nach einem ausweg aus der sch###e, die er angerichtet hat.

    der kann propaganda machen, so viel er will: es fallen nur noch volltrottel drauf rein

  2. Tscha – es lässt sich nun mal am 11. Mai schlecht ‘volksabstimmen’, derweil die eigenen Regulatoren auf offener Straße noch bekämpft werden, obwohl sie doch eigentlich das Stimmvieh mit der Kalaschnikow zu den gläsernen Urnen treiben sollten, und das, obwohl es auf den längst gedruckten Stimmzetteln nur ein einziges Angebot zu wählen gibt: ‘Bist du dafür oder bist du dafür?’ Und die Arbeitermassen im Donbass haben sich bis heute nicht bewegt. Weiterhin für Ahmetov zu fronen, scheint perspektivisch nicht attraktiv genug zu sein, auch die normale Bevölkerung schreitet einfach an den Sandsackbarrikaden vorbei – ach, ich könnte hier glatt in Proletarierromantik verfallen. In solchen Terminfragen trifft übrigens der Poser sich endlich mal mit der ukrainischen Regierung, die ihre Abstimmung am 25. Mai jetzt auch verschieben will.

    Nun ja, das Angebot an Riesenstaatsmännern nimmt seit Jahren allseitig und kontinuierlich ab … auch bei uns gilt ja ein Mißfelder allen Ernstes als ‘Nachwuchshoffnung’.

  3. missy hat mal … verdammts gedächtnis, manchmal wünschte ich mir, ich könnte vergessen … dafür geredet, daß alte säcke wie wir lieber sterben als hüfttranspantante bekommen.

    wenn du mich fragst: der will nen job bei gazprom.

    dann haben sich alle so über den gerd aufgeregt, daß es keinen spaß mehr macht, die nummer jetzt auch noch mit cdu’lern durchzuziehen.

    das ist so ein komplettausfall wie diese lusche, die mal im “fischer-ausschuss” den dicken maxe gemacht hat, dann irgendeinen job in der regierung bekam und … ooops … dann bei daimler endete.

    [..] putin

    guck, klaus, er hat’s verk***t. ganz einfache sache. vor zwei wochen, mit ein bißchen mehr wucht, hätte er die nummer durchziehen … und mit den konsequenzen, die ihm da nicht klar waren, leben können.

    jetzt sind sie klar: er hat das vertrauen verspielt, von dem die russische wirtschaft und seine glaubwürdigkeit gelebt haben. das klingt nicht so dramatisch, aber … naja, in zukunft wird doch jeder vermeiden, bei ihm gas & öl zu kaufen. er hätte sich auch gleich die eier wegschiessen können.

    im gegensatz zu dir denke ich nicht, daß die russische geellschaft so gut auf krieg vorbereitet war wie – sagen wir einmal, wenn wir schon vergleiche bemühen wollen – deutschland ende der 30er.

    dazu hätte er eine nacht der langen messer veranstalten und das militär unter kontrolle bringen müssen. er hätte sich ganz allgemein besser vorbereiten müssen, was er aber nicht hat: nur halbgares, nicht zuende gedachtes geschweige denn geplantes.

    ich verstehe ja, daß du denkst, das alles sei schon der fall, aber ich glaube, du überschätzt den putin – der hat sich gerade selbst die eier abgeschnitten.

    das sage ich nicht, um “recht” zu behalten, klaus, dazu teile ich zu viele beobachtungen, die du auch machst, sondern weil manche vergleiche schlicht hinken und man nicht in unruhe geraten sollte, weil man nur denkt, dinge seien so und so:

    manche scheinen nur so …

  4. der witz: ich sehe gerade irgendwelche separatisten, die mir erzählen, daß sie sich von putin ja schon mal gar nix sagen lassen.

    ich hoffe, du hast gerade eine menge spaß 😉

  5. Nun ja – der Herr spielt ja gern mit gezinkten Karten: Nimm mal an, er verkündet öffentlich diese Absage und lässt hinterrücks die Abstimmung aber doch durchziehen. Dann kann er sagen, er hätte ja – wie gefordert – sein Möglichstes getan, aber diese unlenkbaren Separatisten, die seien nun mal eine autonome Bewegung, auf die Russland gaaaar keinen Einfluss habe. Ich traue dem Kerl nicht über den Weg.

    Süsswoll, hardy – und so kommt es jetzt auch: “Die Rebellen in Donezk widersetzen sich dem russischen Präsidenten Wladimir Putin: “Die Führung der Volksrepublik Donezk hat einstimmig beschlossen, das Referendum wie geplant am 11. Mai durchzuführen”, sagte Roman Ljagin, Chef der “Zentralen Wahlkommission”

  6. [..] Ich traue dem Kerl nicht über den Weg.

    ach, klaus, wem traue _ich_ schon?

    wir werden später mal herzlich über putin lachen, ist meine prognose. naja, ich lache ja jetzt schon, weil ich im gegenstz zu dir denke, daß er sich nur durchwurschdelt und ihm die sache längst über den kopf gewachsen ist. diese ganze getöse ist doch nur der – vergebliche – versuch, den geist, den er definitiv zu früh aus der flasche gelassen hat, da wieder reinzubekommen.

    sozusagen der “gröStrAZ” – der größte stratege aller zeiten, ein würstchen, das sich ganz mächtig verkalkuliert hat und gerade bemerkt, daß die nummer dann doch nicht so läuft, wie er es gerne hätte.

    guck, der weiss, wem er so alles beim telefonieren zuhören kann. was denkst du, was er sich dabei denkt?

    genau: was ich kann, können die auch.

    und das tuns ich, sie sind halt bloß nicht so blöd wie er, ihm das öffentlich vorzuhalten, was er so alles dabei erzählt.

    klaus, es gibt immer ein _danach_

  7. oh g*tt …

    “und das tun sie auch, …”

    ich sollte es wirklich noch mal lese, bevor ich es poste.

  8. Wie wohl der Onkel Janukowitsch und Väterchen Ahmetov am Sonntag abstimmen? 😉

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