Stilstand

If your memory serves you well ...

Ob Heike schmollt?

Nahezu täglich bekommt Heike Schmoll, hochschulpolitische Redakteurin der FAZ, inzwischen wissenschaftlich indizierte Einläufe verpasst. Da mag sie sich noch so tief in ihren wirren Zeilen bergen, dort, wo sie nibelungentreu ihrer Theologie-Schwester Annette Schavan einen hochprozentigen Schmolles aus halbgaren Argumenten an einem Sud aus frisch gepflückten Wildkräutern zu destillieren trachtet, so, wie einst die Shakespeare-Sisters ihr legendäres Gesöff auf öder, sturmumtoster Heide.

Der Ort des grausigen Geschehens? Dieses Blog hier, wo das verschworene Gottesgeschwader einem aufrechten Mann oder einer wackeren Frau von akademischer Bildung zusehens ans Herz zu wachsen scheint. Sexismus? Stutenbeißerei? – Nö, ich denke nicht, eher schon Exorzismus, manche nennen es wohl auch Aufklärung oder Wissenschaft … plötzlich jedenfalls werden aus obskuren ‘Heftchen’ wieder ‘Leitfäden’, ‘Institute’ müssen nicht mehr als ‘Universitäten’ figurieren, aus unerhört wissenschaftsfernen Zitierverfahren werden wieder ‘Harvard-Methoden‘ und Frau Schmoll reinkarniert als Theologin, die ausbildungsbedingt oft mehr glaubt als weiß …

Ceterum censeo: Auch zur ‘Causa Schavan’ sind die besseren Beiträge längst in den Blogs zu finden … übrigens auch die besseren Kommentare: “Ist das noch die FAZ, oder immer dann, wenn Schmoll in Sachen Schavan schreibt, schon ein Hetzblatt zur besonderen Verfügung? Unbegreiflich.”

9 Kommentare

  1. Hatten wir uns nicht darauf geeinigt, dass die anonyme Person hinter erbloggtes eine Sie ist? 😉

  2. Hatten wir das? Ich weiß es gar nicht mehr … jedenfalls habe ich den Text mit meinem erschreckenden Nichtwissen abgeglichen; er ist jetzt sozusagen ‘paritätisch’ formuliert. Du könntest mir hier schließlich auch viel erzählen …

    😉

  3. Ich würde die Autorin nicht ad personam angreifen, weil sie aus meiner Sicht auch vernünftige Artikel schreibt. Aber über ihre Darstellung habe ich mich auch gewundert. Das nennt man wohl Nibelunginnen-Treue.

  4. Gemeinsames Theologinnentum spielt hier in meinen Augen auch eine Rolle – als das einzige Fach, wo der Glaube Wissen ersetzen kann. Nun ja – inzwischen ist das Stück eh von der großen Bühne abgesetzt, die angedrohte Klage ist nur noch beklagenswert uneinsichtig. Ob allerdings ausgerechnet ein nachfolgender Jurist als Wissenschaftsminister … gut, man wird da sehen.

  5. Vielen Dank! Und wenn meine Anonymität (oder heißt das Androgynität?) auch nur ein bisschen zu geschlechterreflektierender Sprache beiträgt, dann lohnt sie sich schon. 🙂

  6. Die gute Frau FAZ-Defendorin greift inzwischen mangels Argumenten zum letzten Mittel, zur rhetorischen Frage: “Wie vielen müsste der Doktorgrad ebenfalls aberkannt werden, wenn ihre Dissertation überprüft würde?” Ja – wie vielen denn? Das würden wir auch gern mal wissen. Ich denke, dass es letztlich weniger wären als gedacht – vermutlich mit einer auffälligen Häufung im politischen und juristischen Bereich. Auch das ist jetzt aber blanke Vermutung …

  7. Hauptsache, man jagt den Wählern Angst ein (Was? Ich vielleicht auch? Dabei bin ich mir keiner Schuld bewusst!), damit sie Schavan unterstützen.

  8. Andererseits – ob sich Frau Merkel ein ‘gemeinschaftliches Dauergrillen’ bis zum Wahltag leisten kann – und das gegen das vernehmliche Grollen von Professores, die doch erheblich gegen den Strich gebürstet sind …

  9. Kann sie nicht, glaube ich. 50.000 Doktoranden werden wohl nicht aufstehen. Aber ein paar böse Briefe von Professoren könnte es schon geben. Und das Tischtuch zwischen der CDU und den Akademikern wird Merkel nicht zerschneiden wollen.

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