Natürlich hast du recht, wenn du die Journalisten durch den Kakao ziehst, die sich jetzt über die ‘Spießbürgerlichkeit’ von Krischan Wulffs Klinkerhäuschen lustig machen:

“Das Stichwort hier ist Piefigkeit, dabei ist die soziodemografische Wahrheit, dass die überwiegende Zahl der Deutschen nicht auf naturgewachsten Altbaudielen in verkehrsberuhigter Innenstadtlage lebt, selbst wenn manche Medien in Deutschland oft so tun (und in zunehmendem Maße auch die Volksvertreter in den Parteien). Die Mehrheit wohnt wie die Wulffs, in einem Reihenhaus in Randlage, mit Buchsbaum und Begonien im Garten und einem halbhohen Zaun, der das Grundstück von Straße und Nachbarn trennt.”

Die meisten Journalisten, die jetzt über Krischan und Bettinas Liebesnest sich ‘nen Ast högen und uns ihre angelesenen geschmacklichen Verdammungsurteile in die Tastatur rattern, die wohnen eben auch nicht wie der Fritz J. Raddatz in Eppendorf an der Isestraße, sondern mit etwas Glück ähnlich wie der Bundespräsident – zumeist aber mit noch weniger ‘Schick’. Zu erklären wäre also, weshalb diese Journalisten ihren eigenen Geschmack niederknüppeln, sobald ihn ein Bundespräsident praktiziert. Ist’s ein überkompensierter Minderwertigkeitskomplex? Heimliche Sehnsucht nach einem repräsentativen Funktionärsadel – statt des allgegenwärtigen Pofallatums?

Jedenfalls – von den mageren Löhnen in Deutschlands Elite-Redaktionen bringt’s kaum jemand zu einer Altbauetage auf dem Prenzlauer Berg. Und die wenigen, die soweit kommen, sind ganz und gar kein Maßstab, allenfalls wirken sie als Fata Morgana für Volontäre. Kurzum, Jan Fleischhauer, deine mediale Geldelite aus toscana-verwöhnten Linksintellektuellen, die dir wieder mal wieder durchs Kleinhirn spukt und deine Restvernunft verwirrt, die ist auch nur so’n reihenhäuslerisches Vorurteil ohne jedes Echtholz-Parkett …