In Japan regieren jetzt die Liberaldemokraten unter Ministerpräsident Abe. Politisch ist die neue Regierung ein ideologisches Gebilde, wie es bei uns aus einer Kreuzung von Michael Fuchs, Rainer Brüderle und Erika Steinbach hervorgehen könnte. Diese Melange aus Schlapphut, Narrenkappe und Stahlhelm zeigt der Welt, wie moderner Liberalismus in Zeiten aussieht, wo der Finanzkapitalismus die Strippen zieht: Obwohl die japanische Staatsverschuldung bspw. das BIP bereits um mehr als das Zweifache übersteigt, muss weiterhin Geld für Gewinne und ‘Wagschduhm’ her, niemand redet dort also – wie bei uns – von einer ‘Schuldenkrise’, die Geldhähne werden erst recht bis zum Anschlag aufgerissen, der gute, alte ‘Monetarismus’ versinkt auf seiner HMS Hayek im Marianengraben, und die Flutung der Volkswirtschaft mit billigem Geld wird erst dann gestoppt werden, wenn eine ‘solide Inflation’ eingetreten ist. Was diese aber seltsamerweise nie tut, weil in Zeiten allseits übertriebener Gewinnerwartungen ja überhaupt keine ‘inflationäre Geldschwemme’ eintreten kann: Wer zu viel erwartet, hält schlicht alle Werte für ‘verdient’ und ‘real’, auch diejenigen aus der Druckerpresse. Hauptsache, sie liegen auf seinem Konto.

Es passiert dort also all das, was bei uns erst nach einer erfolgreichen Wiederwahl von Schwarzgelb eintreten könnte. Dann, wenn der Popanz der ‘schwäbischen Hausfrau’ wieder hinter dem Vorhang auf dem Marionettenboden hängt …

Ein Gastbeitrag v. Dipl.oec. Kurt Babbel-Wottschen

Nachtrag: Dass es sich in Japan eindeutig um eine radikalliberale Regierung handelt, geht übrigens hieraus hervor: “Minister fordert Bedürftige zum Sterben auf.