If your memory serves you well ...

Lechts – Rinks?

Freie Wirtschaft + unfreie Gesellschaft = rechts (China, Russland, Türkei usw.)
Unfreie Wirtschaft + freie Gesellschaft = links (… to be created)

Seht ihr – es ist doch ganz einfach.

12 Kommentare

  1. nömix

    manche meinen
    lechts und rinks
    kann man nicht velwechsern
    werch ein illtum!

    (Ernst Jandl)

  2. Herr Karl

    Ich sage immer: “Eine nichtkapitalistische Gesellschaft ist nur in einem totalitären System möglich.”

  3. Klaus Jarchow

    Mag sein – aber das wäre im gleichen Moment dann eben auch keine ‘linke Gesellschaft’ mehr. Halbwegs ‘linke Gesellschaften’ hatten wir annäherungsweise mal unter Roosevelts ‘New Deal’ in den USA oder möglicherweise auch während der NEP-Phase in der Sowjetunion. Da aber kenne ich mich zu wenig aus. Freie Gesellschaften mit freier Wirtschaft enden in der Regel im Bürgerkrieg und in Anarchie, gefesselte Gesellschaften mit gefessselter Wirtschaft in grauenhaftem Elend (s. bspw. Maos China mit Millionen von Toten).

    Wo du die Wirtschaft von ihren ‘Fesseln’ befreist, wo du also ihre gesellschaftliche Funktion in den Kamin schreibst, schreit sie immer auch lauthals gleich nach polizeistaatlichen Mitteln, um ihren Raub zu sichern (s. bspw. Chile unter Pinochet oder Argentinien unter Videla). Das ist zwar blöd, ist aber so … im funktionellen Kern ist jede Wirtschaft doch nicht dazu da, Einzelne reicher zu machen, sondern dazu, eine Gesellschaft angemessen zu versorgen. Das bleibt ihre Kernfunktion – allerdings nicht bei Hayek. Die erfolgreicheren ‘westlichen Modelle’ setzen zumeist auf eine teilregulierte Wirtschaft mit einer teilregulierten Gesellschaft. Nennt sich ‘Demokratie’ …

  4. hardy

    gerade eine neue definition von links/rechts kennengelernt

    links: fähnchen schwenken, die partei supie finden, die nation lieben

    rechts: alles andere

    und, wie die chinesischen nashibots heissen: oMao.

    nein, nicht der, ein mao ist eine geldeinheit und fünf von denen (= o) bekommt man dafür, daß man im chinesischen twitter pendant einen beitrag schreibt, der “links” ist, also das fähnchen schwenkt, die nation liebt & vor allem die partei supie findet. 😉

    so kann man mit links geld verdienen. supie!

  5. Herr Karl

    @hardy
    Man kann es auch so sagen: links blinken und rechts abbiegen…

  6. Klaus Jarchow

    Man kann es auch so sagen: Links um die Litfass-Säule mit den Parteiplakaten herumfahren, um ganz rechts wieder aufzutauchen. Life’s a caroussel …

  7. Herr Karl

    @Klaus Jarchow
    Danke!

  8. hardy

    [..] life’s a caroussel

    ich dachte immer “life is a minestrone”

    https://www.youtube.com/watch?v=jKG6CJWISVo

    mal ehrlich, waren wir nicht alle mal (als wir noch jung und gutaussehend waren) überzeugte & glühende maoisten?

    darüber hat sich meine informantin in diesen dingen ziemlich amüsiert. ich muss ihr das nächste mal wirklich meine alte, zerlesene und gut kommentierte maobibel aus jenen tagen als gastgeschenk mitbringen 😉

    den aus dem archiv zusammengepflückten kleinen strauss mit reportagen der letzten 6 jahre von ruth kirchner – der china korrespondentin des dlf in china – wusste sie jedenfalls zu schätzen, kennt nun ein “berufsbild” … und das geheimnis, warum ich bei dem namen bo xilai sofort angesprungen bin und den gut informierten spielen (sic!) konnte …

    naja, jetzt hat sich das mit dem “gutaussehend” soweit erledigt, wir sind alt und – wie sagtest du so schön – nur noch “halbe linke”.

  9. hardy

    bo xilai ist übrigens nur deshalb so unbeliebt bei der kpc, weil er wahrscheinlich wirklich “links” ist …

    also das, was man darunter verstand, bevor man tv-serien machen musste mit dem titel “was war links”, weil das irgendwie vergessen worden zu sein scheint und durch den SED filter zu diesem bizarren substrat kondensiert wurde. daß heute mit “links” verwechselt wird.

    ich fand schon immer, daß sich das mit dem mauerfall noch mal böse rächen wird 😉

  10. hardy

    wer einen fehler findet, darf ihn behalten …

  11. Klaus Jarchow

    Nee – hardy ein ‘Maoist’ war ich nie, die KB-Jungs mit dem ‘Arbeiterkampf’ waren mir zu pfanni und afdreit, ich wusste wohl zuviel über den Kulturkampf dort, und auch der KBW war mir zu asketisch und arbeitsam (jeden Abend ‘Schulungen’ mit Exegese der ‘Klassiker’ – puuh!). Hinzu kamen dann noch die ewigen Linienkämpfe und Politintrigen im Audimax.

    Jedenfalls, das war mir klar, ein Land, wo die Masse arm war und blieb, konnte einfach nicht links sein. Und an ‘neue Menschen’ habe ich nie geglaubt … so war ich skeptisch gegen alles Konsomolzentum. Womit ich bekanntlich recht behalten habe. Im Schnitt kommt ein Idealist auf 100 Abzocker, egal in welchem System – meine Erfahrung. Und Brecht sagt das übrigens auch …

    Aber ich las damals ‘linkes Zeug’, von Tucholsky bis hin zu Jerry Rubin. Und ich fühlte mich immer unter den Schriftstellern wohl … ob die nun John Steinbeck hießen, Walter Mehring oder Charles Dickens …

  12. hardy

    klaus,

    wenn du in einem katholischen kloster hockst, tendierst du schon aus prinzip zur möglichst radikalen rebellion. vor allem, wenn du vorher in der JU warst, weil du einmal die woche raus konntest und gelegentlich ne brauerei besichtigen. 72 habe ich noch plakate für barzel geklebt, 73 war ich radikaler kommunist, 74 war ich geheilt und habe die selben dinge gelesen wie du, sozusagen der übergang von 16 (72) zu 17 (73) zu 18 (74) 😉

    aber dazu musste ich erst mal aus diesem kloster raus, das hat den druck auf die formung meiner persönlichkeit erheblich gemindert …

    die rubin anekdote habe ich dir ja erzählt. über “wiedersehen mit der revolution” wirst du demnächst ja selbst verfügen, dann kannst du dir den älteren rubin, den reaganliebhaber, vitaminjunkie und yuppie-partyveranstalter mal selbst zu gemüte führen

    ich liebe das buch aber immer noch so so sehr wie ich bommi baumann’s “wie alles anfing” liebe und würde jeden namen unterzeichnen, den du genannt hast. vor allem mehring, sein “marseille sylvester 40/41” bricht mir noch heute nach 10 sekunden das herz und rührt mich auch nach 30 jahren – so lange besitze ich diese aufnahme – zu tränen

    https://www.youtube.com/watch?v=gzLOX1L-E1M

    ich denke, so wie wir offensichtlich 90% übereinstimmung in unserem musikgeschmack haben, so teilen wir auch die zuneigung zu jedem namen, den er nennt und jeder geschichte, die er erzählt.

    das klaus, das ist der kleine motor, der mich treibt, und wenn mich jemand fragen würde “wie bist _du_ denn drauf?” würde ich dieses gedicht abspielen …

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