Es ist die Zeit der markigen Worte, seit die ‘Frankfurter Rundschau’ und die ‘Financial Times Deutschland’ vor Kap Hoorn gesunken sind. Alte Fahrensleute stellen sich in den Bug ihrer lecken Schiffe und bellen dem aufziehenden Sturm ins Gesicht. So geschieht’s auch in der NZZ, wo bekanntlich die Jungs mit den Excel-Tabellen jüngst ebenfalls die Brücke übernehmen mussten:

“Die Presse ist weiterhin ein gewichtiger Wirtschaftssektor, der milliardenschwere Einnahmen generiert. Sie steht aber zweifellos vor gewaltigen Herausforderungen. Weittragende Antworten hat sie noch nicht gefunden. Eine Debatte über den Untergang der Presse ist überflüssig; auch das Gedruckte hat eine Zukunft. Diskutieren muss man vielmehr darüber, wie es der Medienbranche langfristig gelingen kann, der Gesellschaft auf freiheitliche Weise Hintergrund-informationen bereitzustellen, die den Kriterien der Vielfalt, Relevanz und der Qualität genügen.”

Rainer Stadler ist es, Medienjournalist bei der NZZ, der hier in solchen Somnambulismus verfiel, und traumwandlerisch aus blanken Paradoxien Wolkenkuckucksheime baut: Antworten seien bisher zwar nicht gefunden, gerade deswegen aber sei jede Debatte überflüssig wie ein Kropf. Das Gedruckte habe nun mal eine Zukunft. Basta! Solange das Produkt nur ‘freiheitlich’ sei, also nicht etwa dem bösen Staat in die Hände falle – und die Papierfabriken sagen das auch. Ja, denn … gute Fahrt! Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!