Woran merke ich eigentlich gleich, dass ich es mit einem journalistischen Text zu tun habe? Zumeist liegt es an den Stanzen, an den Bewohnern eines kleinen Wörterzoos, die jedem Schreiber umstandslos zu Hilfe eilen, sobald Not am schnellfertigen Begriff herrscht.

Das sei jetzt aber “zu kurz gedacht”, warnen da schon erste Kritiker, die zwar selber nicht viel länger denken können, die aber befürchten, dass sich “in der Bevölkerung immer mehr Unmut breitmachen” könnte über diese langweilige Vorhersagbarkeit der journalistischen Sprache.

Jaja, dieser ‘Unmut’! Auf die Dauer verliert der Journalismus dadurch nicht nur immer mehr an Esprit, sondern “zunehmend auch an Rückhalt in der Bevölkerung”. So was kommt eben von so was …

“Flexibel reagieren”, empfehlen einige als Remedur. Das alles spiele sich doch noch “im Halbschatten einer nicht thematisierten Krise ab”. Was tun? Vielleicht ginge es darum, als erstes “einen ehrgeizigen Zeitplan” aufzulegen? Tscha, warum immer nur bei der Ehre geizen …?

Schon aber droht neues Ungemach. “Angesichts des schwierigen Umfelds” gilt es, den wahren “Dreh- und Angelpunkt” ins Auge zu fassen, sonst bediene man nur “typische Vorurteile.” Wer’s begreift, kriegt Bonuspunkte …

Eins ist jedenfalls unmittelbar klar – das Thema erregt die Gemüter”, am meisten in den Redaktionen, wo solche Behauptungen immer wieder “durch die Debatte geistern,” wie einst die weiße Frau. Was wäre, wenn jetzt die Journalisten “öffentlichkeitswirksam” à la Depardieu die Republik in Richtung Russland verließen, also “ihren Wohnsitz ins Ausland verlegten,” wo ihre Steuereinnahmen dann nicht mehr “in die Kassen von Bund und Ländern fließen”” Ja, was wäre denn dann? Sollten sie nicht doch besser “lukrative Kabinettsposten” anstreben …?

Anmerkung: Dieser Text hat mich einschließlich Fundstellensuche handgestoppte 22 Minuten gekostet: Fundstellen aneinander nageln, ein wenig Pseudo-Zusammenhang dazwischen erzeugen … fertig ist die Laube. Und das Tagewerk getan.