If your memory serves you well ...

Genfer Konvention in Fetzen

Mein Gott, hirnbefreite Menschenaffen – um den Ausdruck ‘Kartoffelkäfer’ hier mal zu vermeiden – haben soeben ungefähr 60 ukrainische Kriegsgefangene mit aufgepflanztem Bajonett durch die Straßen von Donezk getrieben. Und die begleitende Rentnerkombo, die von ihrer goldenen Jugend und vom Väterchen Stalin träumt, brüllte was von Faschisten. Aber gut, all diese Desperados, die den Zug begleiteten, sind auf den Videos ja bestens zu erkennen. Beweiskräftige Verstöße gegen die Genfer Konvention werden später dann wohl in Den Haag geahndet …

Mariupol scheint das nächste Ziel zu sein, das diese kranken Figuren jetzt mit ihrer frisch gelieferten russischen Militärmaschinerie gewaltsam ansteuern. Jedenfalls gibt es Berichte von einem großangelegten Ausbruchsversuch aus den Kesseln gen Süden.

Irgendwie kann ich’s verstehen: Die Lage in Luhansk und Donezk wird zunehmend unhaltbar, beim Plündern ist auch kaum noch etwas zu holen. Mariupol dagegen liegt an der Küste. Der russische Nachschub – äh, die ‘humanitäre Hilfe’ natürlich – wäre damit konstant gesichert. Außerdem gibt es dort die schönen Oligarchenvillen vom Herrn Akhmetov für das söldnerische Lotterleben. Und im Falle eines Falles kann man problemlos übers Meer in das große Vaterland aller Lügner, Desperados und Regulatoren entfleuchen.

Wer immer noch nicht glauben will, welcher Mob dort in den ‘Volksrepubliken’ reg(ul)iert, der möge sich diese Fotostrecke antun …

14 Kommentare

  1. nobody

    Moin! Soll ich Ihnen mal was verraten? Es gibt 99% sichere Anzeichen dafür, dass Rinat Achmetow die russischen Terror-Touristen im Auftrag von Wiktor Janukowitsch finanziert. Wenn da nix dran ist, laufe ich den Rest meines Lebens mit Aluhut rum. so walte Hugo!

  2. georgi

    Ach, wenn ich mir die Quellen doch rechtzeitig notieren würde! Ich glaube es war auf irgendeiner Kartoffelkäfer-Site. Da stand sinngemäß, daß Akhmetov die Besetzungen in seinem Teil der Ukraine tatsächlich heimlich angeordnet hat, später etwa Mitte April jedoch die Kontrolle an Strelkov und seine Genossen verloren hat. Und erst in jüngster Zeit wurden die letzten Akhmetov-Groupies wie Bolotov abgesetzt Yanuk spielt schon seit lange keine Rolle mehr. Der war ja sowieso die ganze Zeit nur Akhmetovs Sockenpuppe. Und ein Einfluß Akhmetovs dürfte nunmehr nicht mehr vorhanden sein. Also: Alles beinahe kein Geheimnis. Ein vollendetes Nicht-Geheimnis wäre es natürlich, wenn man das alles beweisen könnte.

    Und dieser Kartoffelkäfer http://www.vineyardsaker.de/ukraine/der-gegenangriff/ verdächtigt Poroschenko des Verrats. Zumindestens soll der seine übermäßig radikalen Kumpel in Südkesseln zu Buletten verarbeiten lassen. So etwas ähnliches habe ich schon von den Ukrie-Patrioten gehört aber mit stärkerem Ausdruck von Gewißheit. Die ganz dummen Ukries vermuten natürlich wie immer Putin-huylo hinter dem Verhängnis.

  3. Klaus Jarchow

    @ nobody: Der Akhmetov ist in meinen Augen schwer am Lavieren, wie ein Blatt im Wind. Erst mobilisierte er die Bergarbeiter gegen die Separatisten, dann hielt er sich eine eigene Kosakenbrigade auf Seiten der Bandidos, jetzt sitzt er meines Wissens in Kiew und kaut an den Fingernägeln, weil er bei diesen Desperados ziemlich verschrien ist. Der arme Mann hatte ja nur Mafiaerfahrungen, mit einem ausgewachsenen Krieg hatte er es nie zu tun. Und seine Kreatur, der Janukowitsch, dürfte längst neue Freunde im schönen Russland gefunden haben. Tscha, wer reich ist, hat es auch nicht leicht … 😉

  4. Mischa

    Schöne Bilder waren das nicht aus Donezk, wenn auch nicht ohne Poesie und Allegorie:

    Während durch Kiew die aufpolierte Technik und die ausstaffierten Truppen in Richtung Osten parodierten, waren in Donezk ausgebrannte Panzer, Geschütze und gefangene Kämpfer zu sehen.

    Ob diese überhaupt den Status von Kriegsgefangenen haben, darf indes getrost bezweifelt werden: die Genfer Konvention gilt für den Krieg zwischen Staaten, nicht aber für die Unterdrückung abtrünniger Provinzen. Und selbst dann stellt sich noch die Frage, welche Status die Bataillone der Oligarchen überhaupt haben. Möglicherweise warlords and armed insurgents.

  5. nobody

    @ Klaus Jarchow

    Und so einen nicht nur juristischen Dünnschiss wie von “Mischa” lassen Sie durchgehen 🙄

  6. Klaus Jarchow

    @ Mischa: Mariupol als Söldnerziel gibt’s nicht mehr. Gut für die Stadt. Die ukrainische Armee hat den schönen Panzerkonvoi prompt in Schrott verwandelt. Der Aufmarsch dort in Kiew – das sind m.E. Rückstände ‘sowjetischer Tradition’ dort im Osten. Die Waffen wären an der Front sehr viel nützlicher gewesen …

    Das mit dem Krieg aber ist so ‘ne Sache: Ist ein Krieg nur ein Krieg, wenn du ihn mit allem diplomatischem Allotria offiziell erklärst? Dann mag das sein, was du sagst. Aber was ist, wenn du seit Wochen einen Krieg führst, wie es die Russen tun, wobei du aber nur immer das Offensichtliche fleißig mit Hilfe deiner Lügenmedien ableugnest. Dass du nämlich längst aus allen Rohren aufs ukrainische Territorium ballerst, dass du längst deine Truppen massenhaft dort im Land hast, dass der Nachschub längst ungestört rollt etc.? Was ist ein Krieg anderes? Führt Assad etwa keinen Krieg? Und was ist das, was in Libyen vorgeht? Im übrigen gibt es aber auch ‘Gesetze der Menschlichkeit’. Und dazu gehört es, Gefangene nicht zu demütigen oder gar umzubringen. Das ist ganz unabhängig davon, ob jemand die Konvention, also im Kern ein Blatt Papier, nun unterzeichnet hat oder nicht. Er bricht dann mit der ‘Weltgemeinschaft’.

    Dass ‘der Westen’ wiederum nicht von ‘Krieg’ reden mag, hängt damit zusammen, dass dann ernstere Konsequenzen gefordert wären. Die glauben unverdrossen, denke ich, dass Putin irgendwann wieder brav und vernünftig würde, wenn sie nur hübsch leise sind. Pustekuchen …

  7. Klaus Jarchow

    @ nobody: Er ist gedanklich zwar auf Abwegen, aber mit Sicherheit kein Putin-Troll. Da mache ich schon Unterschiede …

  8. Klaus Jarchow

    @ Georgi: In jeder Revolution melden sich irgendwann diejenigen zu Wort, die sagen, dass da jemand die Revolution verraten habe. Das ist das alte Prinzip: “Die Revolution frisst ihre Kinder”. So folgten bspw. auf die Girondisten die Montagnards, in Deutschland gab es die Agitation gegen die SPD, Ebert und Noske, auf die Februarrevolution in Russland folgte der Oktoberputsch. So vielleicht auch in der Ukraine … wer weiß das schon.

  9. Mischa

    Danke, das ich noch mitreden darf, da sind Sie großzügiger als die FAZisten, deren Meinungsembargo schon seit über einer Woche in Kraft ist.

    Ich fand den Vorbeimarsch der Gefangenen auch unnötig, obwohl ich die Verbitterung der Leute verstehen kann. Zumal noch nicht auszuschließen ist, daß die Aufständigen demnächst in eine ähnliche Lage kommen könnten.

    Die Meldung, daß eine größere Ansammlung von Panzern und ca. 500 Aufständige vernichtet worden seien, habe ich auch kurz gesehen, konnte aber keine Bestätigungen dafür finden. Wissen Sie mehr?

    Kiew ist diesbezüglich in jeder Hinsicht unglaubwürdig, erinnern Sie sich an die kurze Lebensdauer der Meldung über mit dem Konvoi ausser Landes geschmuggelte Radaranlagen oder über den Geisterkonvoi von letzter Woche..?

    Grüße auch an Herrn Niemand, eine Anspielung auf Odysseus oder doch nur Italo-Western?

  10. Klaus Jarchow

    Ich würde dir einfach mal empfehlen, nicht immer nur ‘RT’ zu gucken, das verdirbt nämlich den Charakter. Sondern auch mal den entsprechenden reddit-Thread, den Interpreter, Pressimus, die Map of Ukrainian Unrest, Ukraine-Nachrichten, Voices of Ukraine, Current Politics in Ukraine, die Kyiv Post (übrigens in ostukrainischem Besitz), dazu Ukraine-Investigation, den Blog ‘Ukraine-at-War’, auch EuromaidanPR, die ziemlich maidanistisch und damit regierungskritisch sind. Da wird dir geholfen …

    Die entführten Radaranlagen sind übrigens kein Fake, nur dass es keine Radaranlagen waren, sondern es waren Maschinen zu deren Produktion …

  11. sol1

    Für eine Beurteilung der Parade als Kriegsverbrechen muß man gar nicht auf ukrainische Quellen zurückgreifen – ein Blick auf die Website von Human Rights Watch genügt:

    http://www.hrw.org/news/2014/08/24/dispatches-marking-ukrainian-independence-day-laws-war-violation

  12. hardy

    @klaus

    [..] um den Ausdruck ‘Kartoffelkäfer’ hier mal zu vermeiden

    ich bitte doch ganz energisch darum, daß du ihn überhaupt vermeidest …

  13. nobody

    @ hardy

    Die nennen sich doch selbst so, sogar Gurken-Igor hat das in seinem VK geschrieben … machen Sie nicht so ‘ne Welle!

  14. georgi

    Auch o.g. Kartoffelkäfer-Site sieht die Donezker Kriegsgefangenenparade als Bruch der Genfer Konvention und den russischen Hilfskonvoi als Bruch des Völkerrechts an. Und die Sache mit dem Verrat wird von beiden Seiten genauso gesehen. Mit Revolution hat das alles überhaupt nichts zu tun, denn wirklich verändert hat sich innerhalb der Ukraine an den Machtverhältnissen praktisch nur wenig. Es hat sich nur das Machtschwergewicht von Akhmetov nach Benja verschoben. Die ukrainische Armee hat nach deren Meinung nur zu häufig zu schwere Fehler gemacht.

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