If your memory serves you well ...

Fünfmal um den Blog

Gut – legen wir also erneut ab vom sicheren Google-Kai, um einige weiße Flecken der Blogosphäre zu erkunden. Immer den Möwen nach …

1. Im Falle von Gsallbahdr interessiert mich das meiste ausdrücklich nicht. Da ist mir zu viel Technik, zu viel Fachbegrifflichkeit, vieles wirkt zu zu nerdig, zu fieselig auf einen bekennenden Dumm-User wie mich. Zwischendrin aber finde ich immer wieder autobiographische Perlen wie diese hier, die dazu noch gut geschrieben sind, was man ja nicht von allen Freaks behaupten kann, die stilistisch oft im Blaumann daherkommen, als schrieben sie noch immer Programmierzeilen. Der hier nicht:

“Sie hassten mich, aber sie wussten noch weniger wie ich, warum. Im Schulsport stellten sie mich ins Tor, wo ich versagte. Die Mädchen machten die ersten Erfahrungen mit Kindermännern aus der Neunten und verspotteten uns aus der Siebten für unser frühes Entwicklungsstadium. Informationstechnisches Grundwissen hieß eine Lehrplaneinheit im Matheunterricht der Achten, in der es am Schluss keine Benotung gab, weil alle außer mir durchgefallen wären.”

2. Im Dieseldunst geht es erstens um Treckerdichtung und zweitens auch mal um Treckerdichtungen. Jedenfalls soweit ich das verstanden habe. Denn schwer verrätselt ist dort vieles – und manchmal arbeitet der Texas-Jim eigenartigerweise auch im Büro statt auf dem Acker. Wie dem auch sei, jedenfalls kann, von schweren Greifarmen gepackt, auch die güldenfarbene Sichel hochgeschleuderten Mistes in der Morgensonne poetische Wirkungen erzielen, so viel ist hiermit klar:

“Es ist heiß, und die Getränke sind noch im Auto. Statt sie auszuladen, fahre ich lieber Mist. Müssen Sie nicht verstehen. Ich mag es, den Vorschub am Drehrad zu regulieren, bis es dem Motor die Hosen auszieht, bis er kotzt, sagt man hier, und ich juble ihm dann immer zu, was er doch für ein Kämpfer ist. Die Fetzen werden weit geschleudert und überschlagen sich staubend auf der Erde.”

3. Im Café Digital sollten sich diejenigen Marketeere vielleicht mal umsehen, die noch immer rätseln, wie man im Web 2.0 astreine Werbung machen könnte, die trotzdem die Konsumenten nicht gleich mit ihrer Penetranz vergrault. Hier ein schönes Beispiel für eine ganz neue Gattung von ‘Ads’, die der Mensch deshalb erträgt, weil er sich blendend unterhalten fühlt:

“Hier und heute möchten wir das Tabu brechen, das bisher über diesem Thema lag und aus ganz aktuellem Anlass einen Junkie beim Drogenmissbrauch qua iPhone über die Schulter schauen. Auf dass es der werten Leserschaft zur Abschreckung gereiche…”

4. Dem Blog Evil Daystar verdanken wir die schöne Erkenntnis, dass die SPD einerseits imstande ist, dem Stoppschild-Wahnsinn der Ullala von der Laien im Parlament zuzustimmen, dass sie sich aber andererseits auf ihrem Server genau jene Stoppschild-bewehrten Fußangeln elegant zu umkurven gestattet, die sie nur den Blöderen im Geiste zugedacht hat. Weshalb dieser Text ein eigenartiges Licht auf die SPD-eigene Vorstellung vom durchschnittlichen Kinderschänder wirft: Sie halten – mit einem Wort – Kinderschänder für Volltrottel:

“Fragt man bei der DENIC nach,  so findet man zunächst heraus, dass sich die SPD ihre Webpräsenz bei der Firma “Hostmaster Office Consult GmbH” hosten läßt. Im Handelsregister habe ich die nicht gefunden, aber da die in Berlin im SPD-Gebäude in der Stresemannstraße sitzen, ist anzunehmen, dass diese Firma eine parteieigene GmbH ist, an die die SPD interne Aufträge vergibt. Machen alle anderen Parteien  ja auch so. Registrar der Domain ist Vodafone/Arcor. Sucht man mit dig nach spd.de, erhält man -ganz schnöde- den DNS Eintrag für spd.de …”

5. In Zettels Raum halte ich mich deshalb gern auf, weil der Mensch dort aus den Tiefen des naturwissenschaftlichen Raums immer mit Unerwartetem daher kommt. Zum Beispiel mit Pfarrer Hintzes Mondfahrtträumen. Ohne dieses Blog wären die Vorschläge des Lügen-Peters an mir unbeachtet vorbeigerauscht. Und diskutierenswert sind die Thesen eines Menschen, der freiwillig Arno Schmidt las, unbesehen allemal:

“Die bemannte Raumfahrt ist im anbrechenden Zeitalter der Robotik ebenso überholt, wie es der amerikanische Pony- Express war, als man dank Samuel Morses Erfindung Nachrichten über Draht transportieren konnte. Aber für die Robotik, die vermutlich in einigen Jahrzehnten unser Leben ähnlich umgestalten wird wie der PC, das Internet und das Handy seit den achtziger Jahren, ist die Raumfahrt ein ideales Erprobungsfeld. Und eine Herausforderung, die, wie vor vier Jahrzehnten das Projekt Apollo, technologische Durchbrüche mit sich bringen wird.”


1 Kommentar

  1. DrNI

    Danke für die Blümelein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2020 Stilstand

Theme von Anders NorénHoch ↑