If your memory serves you well ...

Für den Zettelkasten (33)

Der Journalismus ist kaputt«, behaupten die Macher der »Krautreporter« – und sanieren ihn dann mit Geld aus der Kasse von Jakob Augstein, um grimmegeadelte Judomanen wie Tilo Jung zu fördern. Dieser Journalismus kann, ja darf nicht gerettet werden. Man sollte endlich seine Beatmungsmaschine abstellen.”
Leo Fischer: Talmi / Jungle World

6 Kommentare

  1. sol1

    »In Deutschland dürfen hilflose Jungs ganz legal von ihren religiösen Eltern verstümmelt werden.«

    Und was soll jetzt an diesem Satz verkehrt sein?

  2. Klaus Jarchow

    Das Problem besteht darin, dass die Beschneidung als ‘grausames Ritual’ nur bestimmten Gruppen zugeschrieben wird (vor allem Juden und Muslimen), weil’s so schön ins Weltbild passt. Dass solche Leute in ihrer Unwissenheit also nie über den Tellerrand gucken. In meiner Jugend pflegten wir Bekanntschaft mit einer amerikanischen Offiziersfamilie (Bremerhaven war ein amerikanischer Standort). Die beiden Söhne – ‘White Anglo Saxon Protestants’ – guckten mir beim ersten gemeinsamen Duschen ganz erstaunt auf den Schniedelwutz. Eine Vorhaut hatten sie noch nie gesehen. Was ich sagen will: In nahezu den gesamten USA ist die Beschneidung die Regel – und es hat auch noch nicht einmal was mit der Religion zu tun, sondern mit missverstandener Hygiene – es geht ihnen um den ‘Nillenkäse’: “Während nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation weltweit rund 30 Prozent aller Jungen und Männer beschnitten sind, liegt der Anteil in Amerika bei rund 70 Prozent.” Die Sache mit den ‘religiösen Eltern’ dort oben ist also schon mal Bullshit …

  3. sol1

    Das Problem besteht darin, dass die Beschneidung als ‘grausames Ritual’ nur bestimmten Gruppen zugeschrieben wird (vor allem Juden und Muslimen), weil’s so schön ins Weltbild passt.

    Wer läßt denn in Deutschland seine Söhne aus “hygienischen” Gründen beschneiden?

    Das Gesetz, auf das sich Jung bezieht, wurde ja von den Vertretern der abrahamitischen Religionen eingefordert und vom Bundestag eilfertig verabschiedet. Anders läßt sich ja auch nicht die Regelung erklären, daß religiös motivierte Hobbychirurgen in den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes den Eingriff vornehmen dürfen:

    https://dejure.org/gesetze/BGB/1631d.html

  4. sol1

    Übrigens enthält der Tagesspiegel-Artikel einen Irtum:

    In der liberalen Metropole San Francisco kam das Thema im vergangenen Jahr sogar zur Abstimmung: Eine Gruppe von Aktivisten wollte die Beschneidung von Babys komplett verbieten – eine Mehrheit fand man nicht…

    Es kam in San Francisco nicht zur Abstimmung, weil sie ein Gericht für unzulässig erklärte. Daraufhin verbot der Staat Kalifornien – was von religiösen Lobbygruppen bejubelt wurde – solche Abstimmungen auf kommunaler Ebene:

    http://usatoday30.usatoday.com/news/religion/story/2011-10-03/circumcision-ban-california/50647014/1

  5. Klaus Jarchow

    Yep, aber trotzdem sollte man das – prinzipiell richtige – Verbot einer Beschneidung vor der Volljährigkeit nicht ständig mit Religion verquirlen. Da sind auch ganz andere Gruppen beteiligt, vor allem irregeleitete ‘Hygieniker’. Im Kern geht es, glaube ich zumindest, all diesen Verklemmten um eine ‘Onanierbremse’. Dass sexuell Verklemmte wiederum besonders bei ‘Religiösen’ fast schon die Regel sind – geschenkt!

  6. sol1

    Da sind auch ganz andere Gruppen beteiligt, vor allem irregeleitete ‘Hygieniker’.

    Solche Forentrolle habe ich auch schon erlebt – aber deren “Argumentationen” hätten die verantwortlichen Politiker natürlich nicht als Begründung für das Gesetz heranziehen können, also mußte die Formel herhalten, die Beschneidung sei für jüdisches und muslimisches Leben “unverzichtbar”.

    Dabei sprechen die offiziellen Religionsvertreter nur für eine Minderheit:

    Auf die Frage eines Journalisten von der Jüdischen Allgemeinen berichtete Christian Bahls über Erhebungen, nach denen “nur etwa ein Viertel der männlichen Kinder der jüdischen Gemeinden in Deutschland beschnitten werden.” Darüber haben vor allem die jüdischen Verbände in den Diskussionen im Vorfeld der Gesetzgebung geschwiegen und die Beschneidung als unbedingte Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der jüdischen Gemeinde genannt.

    Mehrfach wurde nachgefragt, ob es denn nach der Verabschiedung des Gesetzes einen Dialog zwischen jüdischen oder muslimischen Gemeinden auf der einen und MOGIS oder den Ärzteverbänden auf der anderen gab. Nur einige muslimische Kollegen haben innerhalb der Ärzteschaft Bereitschaft gezeigt, gemeinsam einen Weg zu finden, der für alle Seiten gangbar ist. Doch gerade von Seiten der jüdischen Verbände gibt es noch immer nur Schweigen, hieß es.

    http://hpd.de/node/17409

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