Eine ‘Vermögensabgabe’, das klingt so verlogen – so, als würde uns mittelprächtigen Steuerbürgern von den Reichen eine ‘Gabe’ oder ein ‘Almosen’ zugeschnippt, oder als sollte die Bourgeoisie uns mehr oder minder freiwillig etwas ‘abgeben’. Fakt ist: Die Reichen haben das Geld durch ihr Vertrauen in windige Banken und schleimige Berater fast ganz allein ‘verzockt’ – alles, was jetzt ‘Euro-Krise’ oder ‘Staatsschuldenkrise’ genannt wird, ist quasi ein Programm zur Rettung der Reichen vor den Konsequenzen ihres Handelns, denn die Banken, in denen sie als Gläubiger ihr Geld zu haben meinten, sind ‘ausgelutscht’ oder bis auf die Knochen ‘abgenagt’, ohne Geldflutung praktisch insolvent. Insofern sollten wir auch nicht länger von einer ‘Vermögensabgabe’ reden, sondern von einem ‘Lastenausgleich’, wie nach dem zweiten Weltkrieg schon einmal – wahlweise auch von einem ‘Flutopfer’. Der Ansicht sind längst auch Ökonomen:

“Auch die deutschen Krisenkosten [sollten] von den Vermögenden getragen werden.”