Es ist sehr die Frage, ob man die neuesten Lottozahlen unserer Demoskopen überhaupt ernst nehmen soll. Lustig aber sind allemal die nachfolgenden Interpretationen der Auguren, die sich je nach politischer Präferenz sprachlich völlig von den Fakten zu lösen vermögen. So hat Infratest dimap, im Nachklapp zu Forsa, gerade die 14-Tages-Ergebnisse der neuesten Wahlumfrage vorgelegt. Hier das Ergebnis der letzten zwei Infratest-Ziehungen im Vergleich:

Dokumentierte Unveränderlichkeit

Wie Sie sehen, sehen Sie gar nichts, jedenfalls keine Veränderungen – nicht ein Wert hat sich innerhalb von 14 Tagen verschoben, die politische Situation ist eingefroren. Was aber schreibt uns – völlig realitätsenthoben – Springers ‘Welt’ über dieses Nullsummenspiel daher? Nun, Folgendes:

“SPD und Grüne verlieren bei der Sonntagsfrage jeweils einen Punkt. Die SPD liegt bei 29 Prozent, die Grünen bei 15 Prozent. Die Linke legt um einen Punkt auf sieben Prozent zu, die Piraten werden unverändert bei sechs Prozent taxiert.”

Tscha, schön wär’s, wenn’s so wär’, ja das wär’ gar net blöd … und gerade von den Welt-Lesern merkt’s ja auch keiner.

Die Biegsamkeit der Welt

Nachtrag: Daniel Friedrich Sturm, der Verfasser des Textes, schrieb mir, dass infratest dimap zwar 14-tägige Umfragen erstellt, diese aber auch im Monatsabstand noch einmal als ‘Deutschlandtrend’ auswertet. So käme es zu der Abweichung bei den Zahlen. Das klingt für mich zwar nach geschäftstüchtiger Doppelverwurstung bereits überholter Daten – aber sei’s drum.