Stilstand

If your memory serves you well ...

Don’t feed the trolls?

Wir dürften mit jenen unangenehmen und psychopathischen Zeitgenossen gar nicht erst reden, die ihr mentales Ungenügen sich selbst gegenüber gern als verkannte Brillianz solitärer Genies zu rechtfertigen suchen. So jedenfalls lautet im Kern eine Anweisung, welche die Blogosphäre allen Newbies im Umgang mit den Mühseligen und Beladenen des Intellektualgeschäfts erteilt – in der Kurzform: “Don’t feed the trolls!”

Ich frage mich, ob die Ignoranz-Regel in jedem Fall zutrifft. Wenn der Return im gegnerischen Strafraum so schmerzhaft einschlägt, wenn ihm die eigene Medizin gleich literweise eingetrichtert wird, wie in diesem Beispiel aus dem Dummy-Blog, dann hat doch auch der Umgang mit dem Geschmadder defizitärer Trolle immer einen gewissen Unterhaltungswert. Mit anderen Worten: Ich plädiere für einen flexiblen Umgang mit diesen Hasskappen der Blogosphäre … nach der Regel: Wenn du zum Troll gehst, dann vergiss die Peitsche nicht.

[EDIT: An den Troll, der sich hier unerkannt vorkommt: Für Ihre abstrusen und wirren Hass-Postings ist hier kein Platz, mit so etwas befasse ich mich nicht. Und verschonen Sie uns mit diesen dämlichen Nachträgen, das hatten wir ja schon im März. Ihre Fähigkeiten scheinen ja zurecht nirgends gefragt zu sein – aber weshalb sitzen Sie dann bei dem schönen Wetter vor der Kiste und schieben Frust?

Diese Ansage im Kommentarfeld ist nur nötig, weil Sie natürlich zu feige sind, eine korrekte Mail-Adresse anzugeben. Aber Sie werden’s lesen, so gründlich, wie Sie sich mit uns gerade befassen, da bin ich mir sicher. Schönes Wochenende noch, und passen Sie mit dem Alkohol auf.]

3 Kommentare

  1. Man muss auf Trolls antworten, eine Zeitlang. Lassen die überlegenden unsere VT- und Nölmonster nämlich gewähren, werden an sich intelligente Menschen, denen nur ein wenig Hintergrundwissen fehlt, angesteckt. Im Grunde sollten wir uns immer darüber im Klaren sein, dass wir nie – auch nicht bei gebildeten, intelligenten Debattengegnern – mit ihnen diskutieren, sondern für die anderen.

    Niemand wird die Blomes, Sinns und Matusseks [setze jeder hier bitte seine persönlichen Abscheuauslöser ein, je nach weltanschaulicher Präferenz] überzeugen, aber die unentschiedenen im Publikum sind formbar.

  2. Eigentlich kommt der Troll ja aus dem Usenet, diesem Paradies, in dem technische Hürden früher die meisten Deppen draußen hielten, und in dem technische Hürden heute die meisten alten Idioten drinne halten. Ich glaube, es gab den Troll schon immer. Nur durch das Internet müssen wir anders mit ihm umgehen. Wir können uns nicht an einen anderen Tisch setzen oder in eine andere Kneipe gehen, wenn er im Kommentarfeld wütet.

    Ich glaube nicht, dass wir mit Trollen diskutieren müssen. Richtige Trolle wollen nämlich keine Inhalte kommunizieren, die wollen nur Schläge, weil Schläge die am billigsten zu kriegende Form der Zuwendung sind. Insofern sind sie arme Schweine, was an ihrer testikelbelastenden Art aber nichts ändert. Schwierig wird es bei Fanatikern, denen es auf ihre Inhalte ankommt. Das kann man selten so stehen lassen. Sollte man wohl auch nicht, eben damit die von Dierk genannte nicht angesteckt werden.

  3. ‘Diskutieren’ will ich mit Trollen ja auch nicht. Ich will sie nur an ihren langen Ohren durch den Dreck ihrer eigenen Annahmen und Aussagen ziehen, solange, bis sie das Wiederkommen vergessen. Die Methode funktioniert, dazu darf man sie aber gar nicht erst ernst nehmen. Gewisse Figuren sind nämlich unheilbar, da darf man nicht das Pflaster der Argumentation anwenden, sondern muss zum Prügel der Polemik greifen …

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