If your memory serves you well ...

Die Grünen und die Bekloppten

Von allen Parteien lösen die Grünen bei einschlägigen Kommentatoren zuverlässig die größten Aversionen aus, ob nun bei den Wellblech-Rednern im Forum-Slum der ‘Welt’, oder in den harzigen Herzhäuschen beim ‘Focus’, wo’s oft absonderlich nach längst Überwundenem duftet. Woran das liegt, ist mir nicht recht klar – viele Positionen der FDP sind ja noch weiter von jeder Umsetzungsperspektive entfernt als ausgerechnet diejenigen der Grünen.

Gibt jemand diesen Äffchen dann regelmäßig Zucker, wie bspw. die bezaubernde Jennifer Nathalie Pyka dort drüben im ‘European’, dann feiert der sprachliche Irrwitz Fassnacht und Tumbenball an ein- und demselben Tag. Hier nur einige Perlen aus den neuesten Reaktionen auf ihren bislang letzten Intellektualspagat. Ladies and Gentlemen – treten Sie ein: Hier tummeln sich sprachliche Limbotiker im offenen Unterbietungswettbewerb!

Der hier bspw. lutscht gern an den Tatzen: Die Grünen töten doch gerne in der Dritten Welt mit der Biomasse, sie sind doch Malthusianer.”

Jener liebt’s eher fäkal: Was die scheiß Doppelmoral der ins Arschloch-Fach konvertierten Grünen angeht, hat Frau Pyka absolut recht.”

Der Deutschland spricht wie ohne Grammatik: Die Themen Atomkraft und Gentechnik sind Deutschland unter Tabu.

Notorische Selbstüberschätzchen in solchen Foren glauben, wer anders denke als sie, der sei doch bloß so ‘n Agitpropangas-Illusionismus – oder so ähnlich jedenfalls: Genau das kommt dabei raus, wenn verlogene Agitproparganisationen wie IPPNW zu seinen Zeugen macht.

Von wem aber mag der hier bloß reden – und wenn’s denn wahr wäre, weshalb schreitet der Staatsanwalt dann nicht ein: Alles Teufelswerk und Sakrileg gegen die Ökoreligion und da darf einer ihrer Apostel auch ruhig mal die Todesstrafe für Klimahäretiker fordern.”

Der hier hat wohl gerade seine neue Stromrechnung gekriegt: Selbst ein Fukushima in DE jedes Jahr würde im Vergleich zur EE leben retten und die Umwelt entlasten.

Was schließen wir daraus? Genau – man kann auch ohne Denkanstrengung des Schreibens sich halbwegs mächtig dünken …

5 Kommentare

  1. pantoufle

    Die »bezaubernde Jennifer Nathalie Pyka« ist der Grund, warum der European bei mir aus den Bookmarks geflogen ist. Bei aller Verehrung weiblicher Anmut – wenn sich das schöne Gesicht als Hohlraumresonator entpuppt, wird mir leider genau so schlecht wie bei allem anderen gefrorenen Mist auch.
    Daß es in den Kommentarspalten dann zugeht wie in einem Esoterik-Forum, in dem jemand Kritik an »freier Energie« oder dem »Tachionengenerator« geübt hätte, wundert wenig. Denn von einem Esoterikforum unterscheiden sich die Lautsprecher des Neoliberalismus nur marginal.

  2. nömix

    »Das Denken fällt oft schwer, indes,
    das Schreiben geht auch ohne es.«
    (Wilhelm Busch)

  3. Klaus Jarchow

    Man muss gewisse Texte schon gelegentlich aufspießen, auch wenn die Synapsen bei dieser undankbaren Aufgabe unter Würgreflexen leiden. Allein schon des Hochgurgelns wegen, sonst machen unsere schwerdenkenden Linolschnittler am Ende unverhofft Karriere, weil nur das eigene Loblied dort erschien. Heutigen Verlegern in ihrer Verzweiflung wäre alles zuzutrauen, sie lesen ja nicht mehr selbst …

    Dass der Liberalismus eine Religion ist, die gern einen weißen Wissenschaftskittel trägt, das behaupte ich seit Jahren. Niemand hört auf mich …

    😉

  4. Alf

    Bei diesen Kommentaren bin ich immer froh, dass es das Web gibt, wo die ihren unsinnigen Sch… ablassen können und ich mir das nicht so richtig “in echt” anhören muss.

  5. hardy

    die schönsten gefahren sind immer die, die man sich selbst ausdenken und dann leidlich ausmalen kann. ob das jetzt die ominösen “linke ideologie” oder der “grüne tugendbold” und die von ihm dräuende ökodiggdaddur ist.

    du kennst den, mit dem betrunkenen, der sich um die litfaßsäule tastet und laut beklagt, er sei eingemauert, oder?

    es sind eine menge leute unterwegs, die dringend mal nüchtern werden sollten.

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