Dass nun – Auflage gegen Auflage – jedermann den Thilo Sarrazin eine ‘alte Hure’ im Dienst journalischer Loddel nennen darf, erfreut mich natürlich, einerseits, weil ‘Zeitgeistiges’ – ob nun Integration oder Euro-Krise – unseren Thilo fast so sicher zu Stellungseinnahmen zu locken pflegt wie Olympische Spiele den Straßenstrich, andererseits, weil notorischen Übelnehmern und Abmahnwalt-Klienten ein paar ihrer räudigen Felle wieder mal den Cloacus maximus hinabschwimmen. Das OLG-Urteil wird sicherlich noch vielfach vor Deutschlands Gerichtsschranken zitiert, und es zeigt uns zugleich, dass der berüchtigte ‘Shitstorm’ ebenso häufig inner- wie außerhalb des Netzes zu finden ist. Es gibt da einfach nur eine uralte Textsorte namens Pasquill:

“Die taz hatte laut Gericht im Juni über Sarrazin geschrieben, er werde „inzwischen von Journalisten benutzt wie eine alte Hure, die zwar billig ist, aber für ihre Zwecke immer noch ganz brauchbar, wenn man sie auch etwas aufhübschen muss.“