Stilstand

If your memory serves you well ...

Galoppierender Sensationismus

Die letzten Sekunden des Amok-Killers

Amok-Tim wollte noch mehr töten

Nur eine Frage: Warum?

Finaler Gruß an die Amok-Freunde

Schießen war sein Hobby

Die letzten Sekunden des Amokläufers

Die letzten Minuten des Killers von Winnenden”

usw.

Welch ein Gelechze und Gesabber – wie die Koberer auf Sankt Pauli: Für vieles findet die Presse einfach keine Worte mehr, sie verliert jedes Maß und versagt sprachlich vor dem Geschehen der Welt. Das große Defizit nimmt fast täglich zu – und zwischen BILD und Stern macht die Überschrift schon längst keinen Unterschied mehr …

5 Kommentare

  1. Wolfgang Hömig-Groß

    13. März 2009 at 9:44

    Was ich am schlimmsten finde, ist, dass wenn alle diese Journalisten ihr Gewissen prüfen, sie mit Sicherheit eine Schicht mit tiefster Dankbarkeit für diesen wie jeden anderen Dreck, jeden anderen Schmerz, jede andere Perversität finden. Denn davon leben sie. Ich lebe in Berlin, für meinen (noch) bevorzugten Radiosender InfoRadio ist so ein Amoklauf bares Geld wert: Da er über kaum noch etwas anderes berichtet, spart er Tausende an Agentur- und Journalistenhonoraren. Ein Hunderstel der Sendezeit würde mehr als reichen, alles Wesentliche ‘rüberzubringen. Mal ganz abgesehen davon, dass sie auch den Opfern der 2. Reihe (Hinterbliebene, Freunde, Nachbarn) keine Ruhe und keine Bedenkzeit gönnen.

  2. Eine Woche Schweigen – und zwar vor allem für Medienleute und Öchsperten – wären nach einem solchen Morden angebracht. Doch die Junkie-Medien wollen ihre tägliche Dosis Blut und Sperma …

  3. Wolfgang Hömig-Groß

    13. März 2009 at 10:55

    Gute Idee!

  4. Nun wollen wir allerdings nicht vergessen, dass genug … ich wollte ‘Menschen’ schreiben … TV-Konsumenten vor der Glotze sitzen, genug … ‘Leser’ sollte es sein … BILD-Konsumenten sich hinter den paar übrig gebliebenen Buchstaben versammeln, dass es sich lohnt sensationslüstern zu Skandalisieren.

    Genau das ist einer der Gründe, weshalb ich keine Lust mehr habe nicht elitär-arrogant zu sein.

  5. Es ist wie mit dem Kot und den Fliegen: Erst musst du das Ei legen, dann kommt das Geschmeiß angesurrt … und wenn du dann je Fliege für Klicks oder Quoten bezahlt wirst, fängst du an, deinen Flitzkack für eine journalistische Tugend zu halten …

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