Unser Schutzpatron der Public Relations und aller medialen Schwerenot, der Christoph Keese also, äußert sich höchst grenzwertig, was sein Verhältnis zur Faktizität betrifft:

“Wir blicken in eine düstere Zukunft. So sieht es aus, wenn Netzmonopolisten Politik machen. Mal eben die Homepage zu benutzen, um Stimmung für die eigene Sache anzufachen – das würden sich die Verlage niemals leisten. Wenn sie es täten, würde ein Sturm der Empörung über sie hereinbrechen.”

Jau, nüümaals nüü nüch! So, als sei nicht aus allen Speigatten der sogenannten Qualitätsmedien eine Gülleflut an Einseitigkeit, soweit es das ominöse Leistungsschutzrecht betraf, über uns, ein zunehmend angeekeltes Publikum, hereingebrochen. Und, bitte schön, wo sollte ein nachfolgender ‘Sturm der Empörung’ denn entstehen, wenn das Altmedienkartell über andere Meinungen gar nicht mehr berichtet, sondern in eigener Sache die Omertá praktiziert?

Gut – im Netz wird schon noch manches zurechtgerückt, aber es sind eben längst nicht alle im Netz daheim. Und die düstere Zukunft, in die Christoph Keese zu blicken meint, die sieht doch nur von der Brücke der Springer-Medien so düster aus, wo man statt der Frontscheiben Rückspiegel eingebaut hat …