If your memory serves you well ...

Das ewige Russland

Wozu das Ende Russlands noch bedauern!’ Diese lieben Gedanken unserer Klugen sind bereits durch ganz Europa geflattert, besonders mit Hilfe der europäischen Korrespondenten, die schwarmweis zu uns kommen, um uns an Ort und Stelle zu studieren, uns mit ihren europäischen Äuglein zu durchschauen und unsere Kräfte mit ihrem europäischen Zentimetermaß zu messen. … Sie begreifen es nicht und wissen es nicht, daß, wenn wir wollen, uns alle Juden der Welt zusammengenommen nicht werden besiegen können, nicht die Millionen ihres Goldes, nicht die Millionen ihrer Armeen. … Sie werden auf eine neue, ihnen noch vollkommen unbekannte Kraft stoßen, auf die Kraft, deren Wurzeln in der Natur des unabsehbaren Russenlandes und in der Natur des allvereinenden russischen Geistes liegen. … Nein, wir brauchen Krieg und Siege! Mit Krieg und Siegen wird das neue Wort kommen und wird das lebendige Leben beginnen und nicht das ertötende Geschwätz von früher sich fortsetzen.”
Fjodor M. Dostojewski: Politische Schriften

8 Kommentare

  1. hardy

    ichhab’ mir gerade eine kleine software geschrieben, die die worte russland, russisch etc durch deutschland und deutsch ersetzt hat.

    machte auch irgendwie sinn ;-P

  2. Klaus Jarchow

    Schreib dir mal ein Programm, was jeden beliebigen Nationennamen durch ‘Dooftum’ und jedes dazugehörige Adjektiv oder Adverb durch ‘dämlich’ ersetzt. Ergibt auch Sinn … 😉

  3. sol1

    …Die bittere Erfahrung ist, wenn ein Volk auf seine Freiheit verzichtet, landet es früher oder später im Krieg und als Folge im Mülleimer der Geschichte. Der aktuelle Tyrann wurde nicht gewählt, sondern als „Nachfolger“ vor 15 Jahren dem Volk vorgestellt. Seitdem ließ er sich ein paarmal wählen, zählte die Stimmen für alle Fälle selbst. Ein kleiner, in einer sowjetischen KGB-Schule ausgebildeter Mann ohne Frau und ohne Freunde, von der Welt abgeschottet, von Minderwertigkeitskomplexen geplagt, regiert ein riesengroßes Land, in dem die Menschen jede Hoffnung längst aufgegeben haben, jemals ihre bürgerlichen Rechte zu erlangen und selbst ihren Präsidenten wählen zu können…

    http://www.taz.de/!134268/

  4. hardy

    klaus,

    100% zustimmung 😉

    als distanzierte beobachter sollte uns daran gelegen sein, _allen_ beteiligten gleichermaßen zu mißtrauen, statt in einen wettbewerb darüber einzutreten, wer nun doofer ist.

  5. Klaus-D.

    @sol1
    Ich liebe die Bücher des “netten” Herrn Kaminer, aber was er jetzt in der taz abgeliefert hat, …
    …ist so ähnlich wie sein scheußlicher Musikgeschmack.

  6. Klaus Jarchow

    Wir sollten trotzdem nicht vergessen, dass es in der russischen Duma sehr viel mehr Rechtsextreme, Faschisten und Antisemiten gibt, als in der gesamten ukrainischen Rada. Das Gezeter über einen ‘faschistischen Putsch’ wirkt da doch sehr aufgesetzt, und Schirinowski verzieht immer säuerlich das Gesicht, wenn er den Quatsch hört …

  7. sol1

    @ Klaus-D.

    …aber was er jetzt in der taz abgeliefert hat, …
    …ist so ähnlich wie sein scheußlicher Musikgeschmack.

    Was genau hast du am Text auszusetzen?

    Hier ein weiterer von Peter Pomerantsev über das “ökonomische, kulturelle und ideologische Delirium”, in dem Rußland versinkt:

    http://www.monde-diplomatique.de/pm/2014/01/10.mondeText1.artikel,a0043.idx,11

  8. hardy

    ich stelle gerade fest, daß ich die russen, die ich irgendwie mag, an einer hand abzählen kann.

    da wäre dieser russe, der aussah wie jerry garcia und beim live-aid 1985 sein solo in die welt ballerte, gorbi natürlich, bulgakov, wenedikt jerofejew und mussorgsky. kaminer gehörte noch nie dazu …

    als im tv dieses “im angesicht des verbrechens” lief, habe ich zu mmaw gesagt: “wenn die sich noch mal vollaufen lassen und melancholische lieder anstimmen, war’s das, dann gucke ich das keine minute weiter”.

    fünf minuten später war ich dann draussen. ich hab’s nie zuende geguckt. russen …

    ds nur, falls ich hier als “putinist” durchgehen sollte, für mich endet die welt immer noch an der linie, wo früher die mauer durchlief und mein interesse an irgendwas jenseits dieser linie hält sich stark in grenzen.

    damit befasse ich mir nur, weil ich es gerade muss.

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