Nun ja, dafür versagt die NZZ regelmässig, wenn wirklich etwas passiert: beim Fall der Berliner Mauer brachten sie nur einen Einspalter, die Bedrohung der SVP für den Liberalismus sahen sie nicht, die Finanzkrise begriffen sie nicht, selbst als das Finanzsystem bereits fast zusammenbrach. Unaufgeregtheit ist noch lang nicht Urteilsfähigkeit. Und deshalb ist Journalismus auch ein interessanter Beruf: Weil er wirklich schwierig ist.”

Sobald ein Journalist tatsächlich in den Dialog eintritt und dialogisch seine eigenen Kommentarspalten befüllt, wird’s regelmäßig spannend. Um auf die Äußerung zurückzukommen: Dass die SVP in der Schweiz so stark ist, könnte daher durchaus etwas mit der publizistischen Landschaft dort zu tun haben, wo Verschnarchtes als Qualitätsjournalismus gilt und Hetze als Informationsjournalismus (s.u.). Dort drucken sie den größten Quark, sofern er nur den Stempel von Blochers Mannen trägt – und ‘das bisschen Mauerfall’ kommt dann eben erst auf Seite Zwei. Da dort ferner nie ein angestellter Schreiber ‘ganz rangvergessen’ in die Kommentarspalten einsteigen würde, wird’s auch nie interessant …