Stilstand

If your memory serves you well ...

Kategorie: Heil Schicklgruber (Seite 1 von 2)

In der Nazi-Waschstraße

 

„Ich dachte immer, hier in der Rethemer Gegend hätte es kaum Nationalsozialisten gegeben? Jedenfalls brachte man uns das auf der Londy-Schule so bei.“

„Ab Mai 1945 mag das so gewesen sein. Damals hatten die Deutschen unter persönlichem Einsatz angeblich mehr Juden gerettet, als je im deutschen Reich gelebt hatten.“

Die beiden Männer saßen auf ihren Klappstühlen im Schilf der Aller und schauten auf die Korken an ihren Angeln.

„Von meinem Vadder jedenfalls haben wir monatelang nichts mehr gehört, nachdem ihn die Briten einkassiert hatten“, sagte der ältere von beiden, den wir hier Knut nennen wollen. Er köpfte sich eine Flasche Bier, die er aus dem Weidenkörbchen nahm, das neben ihnen im kühlen Wasser stand: „Der war nämlich hier vor Ort NS-Ortsgruppenleiter gewesen, faktisch also eine Art Bürgermeister. Weil die Partei ja damals mit dem Staat absolut gleichzusetzen war.“

„Deine Familie in Ehren, aber das klingt doch nicht so, als hätten die Briten da den Falschen am Kragen gepackt?“ Horst, der andere also, schaute Knut fragend an.

„Naja, Vaddern war wohl stolz auf all die vielen Titel und Beförderungen gewesen, die ihm, dem einstmals kleinen Handwerksmeister, unversehens in den Schoß fielen. 1945 hatte er aber dann mit Gülle gehandelt.“

„Selbst schuld – oder?“

„In gewisser Weise schon. Als wir rausgekriegt hatten, wo er einsaß, fuhr meine Schwester jedenfalls mit ihrem klapprigen Fahrrad wöchentlich die dreißig Kilometer raus zum Lager Fallingbostel, um ihm Fresspakete über den Zaun zu werfen. Die Ernährung war nicht nur dort miserabel, eigentlich schoben hier alle Kohldampf. Solche Aktionen waren nicht ganz ungefährlich, nicht nur wegen der britischen Bewacher, sondern auch wegen der marodierenden Fremdarbeiter, die als ‚Displaced Persons‘ mit Rachegelüsten durch die Landschaft zogen. Du musst dir das mal vorstellen – im Landkreis Fallingbostel hatten wir damals, bei einer Zählung im November 1945, 58,6 Prozent Ausländer hier in der Pampa. Die Vertriebenen noch gar nicht mitgezählt. Während ganz Niedersachsen nur auf 7,6 Prozent Ausländeranteil kam. Angesichts dieser Zahlen würde so ein Heini von der AfD heute einen Schreikrampf kriegen und entsetzt etwas von ‚Umvolkung‘ stammeln.“

Displaced Person: Einer von 7 Millionen in den Westzonen
(Imperial War Museum, London)

„Wo kamen die denn alle her?“

„Zum größten Teil aus den großen Lagern – ringsum war doch alles voll damit. Bergen-Belsen war nur die Spitze des Eisbergs. Jedes bessere Dorf hatte unter den Nazis sein Stalag eingerichtet, um Sklavenarbeiter für die Landwirtschaft zu haben. Die also wurden alle damals befreit – und wussten dann lange nicht, wohin. Einige zogen gen Osten, die Franzosen gen Westen, und die meisten blieben erst einmal dort, wo sie waren. Fakt ist, dass wir nie so viele Ausländer im Land gehabt hatten, wie damals unter Adolfs Regiment. Obwohl doch diese Goldfasane ständig von ethnisch reinen Gebieten faselten. Ein Bericht vom 24. August 1945 erwähnt 145 sogenannte ‚Polenplünderungen‘ für den Raum Fallingbostel. Wobei man sagen muss, dass all die ausgemergelten Figuren aus Lagern wie Bergen, Wietzendorf, Fallingbostel und den zahllosen Außenkommandos auch nur äußerst mangelhaft versorgt wurden und Kohldampf schoben. Damals hatten wir hier sogar eine polnische Polizei mit mehreren Dienststellen.“

„Was genau wurde deinem Vater denn vorgeworfen?“ Horst griff sich auch eine frische Buddel aus dem Korb.

„Naja, vor allem seine Funktion. Als Ortsgruppenleiter warst du ja nicht irgendwer, sondern unter anderem auch zuständig für diese Fremdarbeiter, die auf den Feldern ringsum das deutsche Kanonenfutter an der Ostfront zu ersetzen hatten. Nach allem, was man hört, hat sich Vaddern da aber halbwegs menschlich verhalten. Selbst Fälle von Rassenschande – so hieß das damals – verpetzte er wohl nicht an die Gestapo. Jedenfalls ist mir über Hinrichtungen von Fremdarbeitern nichts bekannt. Das wäre aber bei einer Anzeige wegen Liebelei wohl die unausweichliche Folge gewesen.“

Horst breitete die Hände aus: „Der August Jahns vom Stadtarchiv hat mir damals auf die Frage nach Nazis in Rethem mit einer rhetorischen Gegenfrage geantwortet: ‚Ja, wer hatte denn damals hier kein Parteibuch?‘ Wer also war denn alles von diesen Verfahren und dieser Entnazifizierung betroffen?

‚Wer hatte damals keins?‘

Knut grinste: „Die Liste ist schier endlos. Als verdächtiges Mitglied einer verbrecherischen Organisation galt zum Beispiel, wer für das Kreispersonalamt, als Mitglied des Kreisparteigerichts, als Kreiswirtschaftsberater, als Angestellter im Kreisamt für das Landvolk, im Kreisamt für Kommunalpolitik oder im Gauamt für Erzieher, bei der Gestapo oder in der Nachrichtendienstzentrale der Gestapo, dem SD, gearbeitet hatte. Wer eine tätowierte SS-Nummer auf dem Unterarm trug, war eh fällig. Das aber war noch nicht alles: Ein ‚Entnazifizierungsverfahren‘ mussten ferner alle durchlaufen, die als Richter, Staatsanwälte, Beamte, Lehrer, Bankangestellte, Notare, Rechtsanwälte oder Steuerberater gearbeitet hatten. Wir standen damals institutionell geköpft und ohne Führungspersonal da, in einer völlig chaotischen Zeit, wo wir eine funktionierende Verwaltung mehr als alles andere gebraucht hätten. Alles lastete auf den Schultern der britischen Militärs, weil die ehemalige Verwaltung so ziemlich geschlossen in den Lagern einsaß“.

Waren die Parteigenossen denn alle gleich schlimm?“ Horst nahm einen tiefen Schluck aus der Pulle.

Knut grinste: „Ich trenne die immer so in drei Schübe. Vornweg die, welche schon vor der sogenannten Machtergreifung in der Partei waren, die ‚Überzeugten‘ also. 1933 kamen dann die ‚Märzgefallenen‘ hinzu. Die schwappten millionenfach in die NSDAP, bis der Führer selbst dem Ansturm einen Riegel vorschob. Es gab eine Aufnahmesperre, weil seine Partei eine elitäre Mafia-Truppe mit niedrigen Parteinummern bleiben sollte. Ab dem Jahr 1937 konnte man dann wieder eintreten. Diejenigen, die jetzt kamen, nenne ich die ‚Muss-Nazis‘: Wer als Rechtsanwalt, als Arzt oder als Beamter in einer Führungsposition weiterarbeiten wollte, der musste auch in der Partei sein. Die traten also ein, weil es um ihren Lebensunterhalt ging. Drei Wellen gab‘s also: Erstens die Verbrecher, zweitens die Karrieristen, drittens diejenigen, die notgedrungen eintraten. Und nach dem Krieg wollte dann keiner einer gewesen sein. Ein britischer Major, der hier im Frühjahr 1945 durchzog, sagte: ‚Die Deutschen tun alle so, als seien die Nazis eine fremde Rasse von Eskimos gewesen, die vom Nordpol kamen und irgendwie nach Deutschland eingedrungen sind‘.“

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Ach wat?

Es gab da für Deutschland keine Alternative, sagt die Alternative für Deutschland. So dick sei ihre Personaldecke ja auch nicht. Diese beiden Schmuddels in der Fraktion wollten nur “den Raum für Diskussionen öffnen” und sie hätten sich dabei “verbal etwas vertan“, und die Karikatur, wo der Obama vom Galgen baumelte, die sei nur “falsch verstanden worden“. Schuld hat also nicht die AfD, sondern das werte Publikum, das immer alles in den falschen Hals kriegt. Warum bloß fällt mir jetzt Brechts ‘Kongress der Weißwäscher ein?

“Nach Angaben von Landeschef André Poggenburg gab es keine Gegenstimme. … Laut Poggenburg hat Hoffmann klar gemacht, dass er sich mit seinem Facebook-Kommentar zum Holocaust “verbal etwas vertan” habe. Von Harlessem fühle sich mit der Karikatur der US-Spitze am Galgen “falsch verstanden”. … Der Vorwurf rechtslastiger Äußerungen sei gegen beide Vorstandsmitglieder “nicht haltbar”.

‘Nicht haltbar’ ist es, wenn der Ball ohne Abwehrchance ins eigene Tor einschlägt … es sind eben echte Stürmer, die beiden. Ob vorn oder in der Verteidigung, immer muss das Braune ins Blaue.

Dach abdecken!

Und dann langsam verrotten lassen. Eine andere Möglichkeit bestünde auch darin, hier ein ‘Heil-Schicklgruber-Museum für obskure Weltverschwörungstheorien’ einzurichten. Dann hätten die Leut was zum Lachen …

“Was tun mit Hitlers Geburtshaus?”

Starker Toback

Putin ist ein Schwerstkrimineller im Amt des Präsidenten einer Atommacht. Die Ratte, mit der er sich selbst in seiner Biografie verglichen hat. Als Spion ausgebildet und im Mafiaumfeld an die Macht gekommen. Die Menschheit insgesamt darf es nicht zulassen, dass aus ihm ein Hitler werden kann.”

Klingt zunächst ziemlich ‘weird’, ich weiß. Aber ich suche noch immer nach einer Aussage, die an dieser Personenbeschreibung so richtig falsch wäre … obwohl Putin natürlich kein Einzelfall ist: Kadyrow, Lukaschenko, Janukowitsch, Nasarbajew – alles die gleiche Ware, wenn auch ohne Atomwaffen. Alles Leute, die niemandem den Rücken zudrehen dürfen …

‘Kehrt marsch!’ heißt jetzt übrigens das Kommando für die gelenkte Presse an der Moskwa – und brav plappern sie das Gegenteil ihrer Texte von gestern, ohne je die vorausgegangenen immerwährenden Lügen mit einem verwunderten ‘Mäh!’ zu kommentieren:

“Erstmals haben kremltreue Medien eingeräumt, dass russische Soldaten in der Ukraine kämpfen. Sie würden als Helden sterben.”

Also nee? Also doch!

Putin zündelt weiter

Donezk, Luhansk, Charkiw – der moskautreue Mob in der Ostukraine demoliert wie befohlen. In Donezk waren es gerade mal 1.500 Militante (bei 1,1 Mio. Bewohnern), in Luhansk (knapp 500.000 Einwohner) noch weniger und in Charkiw (1,5 Mio Einwohner) fanden sich auch nur 1.500 von diesen Titushkis bei ihrer Sturmabteilung ein. Keiner weiß auch, wie viele davon zuvor als ‘Grenzgänger’ einreisten – die Zahlen aller ‘Aufständischen’ liegen dort trotzdem nur im Promillebereich.

Destabilisierung heißt das wohl, was Putin unverdrossen betreibt. Wirkliche Volksaufstände – siehe Maidan – sehen in meinen Augen etwas belebter aus. Aber hier geht es wohl darum, erwünschte ‘Anlässe’ für die kommende propagandistische Begleitmusik zu schaffen. Auch die russische Armee will schließlich ‘gerufen’ worden sein …

“Ha, blond! …

Also geklaut! Kennt man ja, diese Gipsies! Stehlen wie die Raben! Selbst Christenkinder!” Wer glaubt, dass rassistische Vorstellungen und virulente Mythen aus dem Mittelalter nur bei irischen Behörden fortleben, der irrt. Oder wo blieb der Aufschrei unserer Aufgeklärten, als dies arme blonde Kind aus dem ‘Zigeunerlager’ am Montag in ein Heim verfrachtet wurde?

“Die Polizei hatte am Montag ein blondes Mädchen im Alter von sieben Jahren einer Roma-Familie entzogen und in staatliche Pflege gegeben.”

Tscha, dumm gemendelt – es gibt eben auch blonde Roma. Aus meiner Kindheit kenne ich es übrigens noch, dass man am Arm ins Haus gerissen wurde, sobald ‘Zigeuner’ zum Scherenschleifen im Viertel auftauchten …

Rechts fehlt Geist

Deutsche Polizei soll somit verdeutlichen, dass es sich um den Boden hier, in Deutschland, handeln soll. Es bezieht sich eben auf den Boden, der anerkannt so definiert ist. Das Wort Deutsch bezieht sich nicht auf Menschen im speziellen Sinn. … Nicht die geförderte Ansicht, Hauptsache ich, und solange es mich nicht erwischt hat, bin ich froh; lieber weg sehen, als sich einsetzen. Und Hilfe steht überall an. Zum Beispiel als Unterstützung in Öffentlichen Verkehrsmitteln bei eventuellen Übergriffen, wo es in der jüngeren Vergangenheit auch Opfer gefordert hat. … Dabei ist ersichtlich, dass es nicht zwingend notwendig ist, nun immer eine Uniform zu tragen, aber das Tragen und Darstellen von Solidarität und Engagement, dieser Mantel als Uniform, der wird angestrebt. Und da kann sich jeder einsetzen und sich engagieren.

Jawollja – sollten Sie jetzt an Hirnschmerz leiden, ist’s keine Einbildung, sondern die notwendige Folge. Auf diese Weise jedenfalls rappelt unsere sächsische Heimwehr weitgehend sinnbefreit seitenlang vor sich hin – mit weniger Orthographiefehlern als toitscherseits sonst so üblich, aber mit tausend Verstößen gegen den Geist der Sprache. Konkret wächst hier so etwas heran, wie eine germanische ‘Tea Party (Gau Teutonia)’, die ja jenseits des Atlantiks ebenfalls auf Selbsthilfe statt auf Rechtsstaat setzt, zumindest, solange dieser Staat noch kein knallrechter Staat für ihresgleichen ist:

“Wie die „Reichsbürger“ auch sieht das DPHW den Staat BRD nur als illegales Nachkriegsprovisorium an und trennt zwischen Volk und Staat. Die Polizei sei folglich auch nicht vom Volk legitimiert. Die selbsternannten Polizisten sprechen von einem „rechtleeren Raum“ und dem „herrschenden Recht des Stärkeren“, das sie durch subjektives Rechtsempfinden und Selbstjustiz ersetzen.”

Praktische Seriosität

Weil’s so schön zu der vielbeschworenen Seriosität im Journalismus passt: Nachdem Hitler 1934 die halbe Führung seiner uniformierten Schlägertruppe massakrieren ließ, hievte die ‘Frankfurter Zeitung’ die höchst seriöse Überschrift “Personelle Veränderung in der SA” auf die Titelseite.

Double Talk

Literweise fließen die Krokodilstränen, wieder einmal fühlt sich ein Mitglied der europäischen Giddel-Szene absolut unverstanden, trotz unübersehbar brauner Streifen in seinen kugelsicheren Verbalunterhosen:

“FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache spricht von einer “parteipolitisch motivierten Schlammschlacht” gegen ihn. Seine Aussagen zu den “neuen Juden” und sein Vergleich mit der “Reichskristallnacht”, dem Novemberpogrom von 1938, beim Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) seien völlig falsch berichtet worden.”

Wie aber und worin zeigte sich diese falsche Berichterstattung? Daraufhin folgt die typische Kamikaze-Argumentation jener Hirnamputierten, an die nur glauben kann, wen es nach Wissen nicht dürstet:

“Strache bestreitet die Aussagen nicht, behauptet aber, sie seien in einem Vieraugengespräch mit Klaus Nittmann, Chef des freiheitlichen Bildungsinstituts, gefallen.”

Schon klar, dann ist ja alles gut. Denn die ‘freiheitliche’ Privatmeinung ist natürlicherweise ganz etwas anderes als die wohlabgewogene öffentliche Meinung eines Männleins, das da unverdrossen meint, dass es irgendwie doch auch ein Politiker wäre wie die Großen, die ihn einfach nicht mitspielen lassen. Wer sich im kleinen Kreis als angeblich braunes Opferlämmchen outet, der muss im großen Maßstab schließlich jemand ganz anderes sein. Wahrscheinlich ein veritables Schaf …

Nebenbei, Herr Strache – nur weil der Jörg Haider vielleicht ähnlich angreifbar dahergeschwätzt hat, verwandelt sich intellektuelle Scheiße noch lange nicht in Rachengold.

Jesuit der Woche

Angesichts der Mordserie der rechtsextremen Zwickauer Zelle hat der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl (CSU) die Bedeutung der Ausländerpolitik betont. «Eine gute und vernünftige Einwanderungspolitik muss zum Ziel haben, dass keine Kampfgruppen am rechten Rand entstehen», sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion in der Münchner Jesuiten-Hochschule. Der soziale Frieden dürfe nicht gefährdet werden, warnte Uhl. Es nütze nichts, wenn man die ganze Welt umarme, dabei aber die eigenen Bürger aus den Augen verliere.

Jaja – die Jesuitenhochschule, da gehören solche Auslassungen natürlicherweise hin! Man muss die Logik dieses Uhl, aus dem sicherlich keine politische Nachtigall und kein Einstein mehr wird, nur mal anders wenden: Würden wir gar keine Ausländer und kein Asylantengesocks mehr in unsere schöne und saubere Republik hineinlassen, dann hätten wir auch kein Problem mit den metzelnden Neonazis, die bekanntlich als ‘überforderte Bürger’ direktemang aus dieser Ausländerschwemme heraus ihre Schusswaffen zu erheben pflegen.

Wo die Frau Merkel immer wieder diese schlicht gestrickten Geistesriesen hernimmt, bleibt mir ein Rätsel … auch, wie es uns ein Uhl beispielsweise erklären wollte, dass es nachweislich immer dort die meisten Neonazis gibt, wo die Migranten am dünnsten gesät sind. Dass er also mit einer ‘Begrenzung der Ausländerzahlen’ am effektivsten den ‘sozialen Frieden’ stört, um so besonders viele meuchelnde Neonazis zu zeugen. Was wiederum, das kann auch ein Jesuit nicht bestreiten, fundamental gegen das fünfte Gebot verstoßen würde … es sei denn, man wollte augenzwinkernd folgendermaßen argumentieren: “Wären die von den Neonazi-Terroristen ermordeten Opfer nicht nach Deutschland gekommen, wären sie heute am Leben.” Dann wären sie nämlich selber schuld … das gliche einer erfolgreichen Schuldumkehr auf katholischem Terrain. Oder blankem Jesuitismus: “Uhl dreht die Kausalität herum und signalisiert so indirekt Verständnis für rechtsradikale Straftäter, die sich nicht anders zu helfen wissen, als Menschen, die nicht ihrem Bild vom guten Deutschen entsprechen, einfach totzuschlagen.

Anmerkung: Fefe äußert noch gewisse Zweifel an der Seriosität der Quelle, wobei mir nicht recht klar wird, ob er damit eines der genannten Blogs oder die Katholische Nachrichtenagentur meint. Bei dem Basso ostinato von Uhls kommunikativer Vorgeschichte – (u.a. “Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl hatte sich bis zuletzt gegen einen Bundestagsausschuss zur Aufklärung der Morde gestellt”) – bin ich jedoch geneigt, diese Zitate als ‘authentisch’ einzuordnen, selbst dann, wenn sie natürlich ‘unmöglich’ sind. Warten wir’s ab, der innenpolitische Sprecher einer Regierungsfraktion kommt mit so etwas nicht klammheimlich davon …

Nachtrag: Mit seinem Dementi bestätigt Dr. Uhl jetzt die gefallenen Äußerungen. Er bestreitet nur, dass man aus ihnen ein Schlimmdösbaddeltum herauslesen könne. Andererseits – das sei ihm gesagt – ist der Teufel nun mal ein Logiker, “mutwillige Fehlinterpretationen” unterlaufen ihm nur selten. Auch das sollte er als Jesuit doch wissen …

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