If your memory serves you well ...

Ball paradox

Es ist kein Scheiß: Das ‘Handelsblatt’ mit Gabor Steingart – hinter ihm die deutsche Industrie – das ist heute und seit Wochen schon die Speerspitze der pazifistischen Bewegung in Deutschland:

“Das Nachkriegstabu – keine Waffenlieferungen in Krisengebiete – ist damit gefallen. Die Politiker sprechen von der größeren Verantwortung, die Deutschland übernehmen müsse. Gegenüber der “Verantwortung” ist das nicht ganz fair: Das Wort kann sich gegen seinen Missbrauch nicht wehren.”
(Handelsblatt-Newsletter, 21. 8. 2014, leider nicht online)

Tscha, ‘Missbrauch’. Dass sie dort dann nicht nur gegen Handelssanktionen, sondern zugleich auch gegen eine zunehmende Einschränkung von Rüstungsexporten in aller anderen Herren Länder sind, ist gewissermaßen nur der Gipfel dieser Hochkomik. Freihändler halt …

3 Kommentare

  1. hardy

    klaus,

    ich weiss ja, daß in deutschland gerade diskutiert wird, jetzt überall hin waffen zu liefern, aber … naja, ich finde schon, daß das ne ziemlich dummheit ist und man das lieber mal lasen sollte: das zeugs liegt nachher da rum und wer dann was damit anfängt (siehe libyen) ist ne andere sache.

    ich bin auch gegen die lieferung deutscher uboote an israel, weil ich mir immer noch ausmale, daß deren atomraketen mal in ne andere richtung fliegen werden, als in die, die wir uns so vorstellen – nämlich in _unsere_.

    sooooo blöd ist das, was gabor da abläßt nicht. bin ich wirklich kein fan von, aber …

  2. Klaus Jarchow

    @ hardy: Ich will mich ja gar nicht über richtig oder falsch streiten, aber ich finde es schon komisch, wenn das führende Wirtschaftsblatt sich plötzlich an die Spitze der Friedensbewegung stellt. Die auf den Rheinwiesen damals hatten sich solche Bündnisse sicher nicht im Traum vorgestellt … 😉

    Was die Frage der ISIS betrifft, da würde ich es für richtiger halten, wenn nach einem UNO-Beschluss die Bundeswehr höchstselbst dorthin zieht, um diesen Klerikofaschisten zu zeigen, wo Bartel den Most holt. Diese deutschen Soldaten würden ihre Waffen nämlich wieder mitnehmen. Was jetzt passiert, ist nur mal wieder das Sankt-Florians-Prinzip: Kurdenmann, geh du voran …

    Dass der kurdische Staat schneller kommen wird, als viele denken, ist mir sowieso klar.

  3. hardy

    ich war in bonn, those days 😉

    und – siehsteguck – wir sind uns mal wieder einig. ich würde einen un-koordinierten einsatz bevorzugen. das mit dem kudenstaat sehe ich auch so …

    und ja: witzig, den gabor dabei zu beobachten, wie er das handelsblatt zur speerspitze einer sonst nicht existenten friedensbewegung zu sehen.

    die jungen leute, von denen man ja den aufschei und die bewegung erwarten könnte/sollte/müsste, müssen wahrscheinlich gerade die neuen features eineer kostenlosen app auf ihrem handy checken.

    wir alten sind ja eher kategorie “kriegstreiber” … langertieferseufzer

    das nur in der eile, 4 wochen tv3 großkampftag …

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