Die diversen generationenübergreifenden, multireli-giösen Versammlungen beider Geschlechter, die den Untergang autoritärer Regimes in der gesamten Region zur Folge hatten, waren riesig im Vergleich zu den kleineren Versammlungen junger, frustrierter Männer, die dieser Tage in der Nähe der US-Botschaften und -Geschäfte Krawalle veranstalteten. Diese Versammlungen sind im Vergleich jämmerlich. Wir wüssten das aber nicht, hätten wir nicht die vergleichbaren Bilder aus jeweils derselben Weitwinkel-Perspektive.”

Das wäre also alles eine Frage der Objektive, sagt Megan Reif. Hat unser moderner Awareness-Journalismus die Blasen seiner politischen Soap Operas zu maximaler Größe aufgeblasen, wo sie im Zoom möglichst fundamentalbedrohlich schillern müssen, dann tröten mit der darin enthaltenen heißen Luft regelhaft die Jungs von der Islamo-phoben-Front auf ihren Alarmtrompeten los – von Pro-NRW über Scholl-Lafitte bis Henryk M. Broder. So geht es zu auf dieser medial erzeugten Welt, die wir die Wirklichkeit zu nennen pflegen …