An ihren dämlichen historischen Vergleichen erkenne ich meine Schwätzer. Ich jedenfalls erinnere mich noch gut, welcher Druck einst auf Willy Brandt ausgeübt wurde wegen seiner neuen Ostpolitik, welche unsere publizistischen Sturmtruppen damals gut weimaranisch ‘Verzichtspolitik’ tauften. Das waren wenigstens noch ‘politische Stahlgewitter’, heute sitzt Familie Orakel am journalistischen Stammtisch und rätselt mit. Die Alarmtrompeter der frühen 70er Jahre bewohnten jedenfalls exakt jene Blättchen, die heute den gefühlsseligen und ahistorischen Bullshit eines Professor Unsinn von den schröcklichen Leiden der Angela Merkel drucken:

“Auf Merkel sei mehr Druck ausgeübt worden, als je zuvor ein deutscher Kanzler nach dem Krieg habe aushalten müssen.”

Nur deswegen nämlich habe seine Prinzessin der Herzen diesen großen ökonomischen ‘Fail’ angerichtet. Sie hätte die Europäische Kommission sonst wohl nicht lebend verlassen. Bitte ein Taschentuch, mir kommen die Tränen …

Apropos – anderswo greifen die Wirtschaftsredaktionen zum Paradox, diesem ‘Fisherman’s Friend’ argumentverlegener Autoren, um ihren kleinen Merkel-Devotionalienhandel über die nächste Wahl zu retten: “Merkel ist klug eingeknickt.” – – – Genau – und der Selbstmörder neulich hat ‘erfolgreich’ Russisch Roulette gespielt …